Großalsleben l Der Stadtsaal von Großalsleben war am Donnerstagabend fest in Feuerwehrhand. Vertreter aller Ortswehren, die Gemeindewehrleitung, Jugend- und Kinderfeuerwarte blickten auf das Jahr 2019 zurück, sprachen Probleme offen an, nahmen die Vorhaben für 2020 fest ins Visier. Neben Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz nahmen Kreisbrandmeister Matthias Schumann, Harald Hinz, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes „Börde“, Harald Hinz, Abschnittsleiter Ralf Lange und die SPD-Landtagsabgeordnete Silke Schindler an der Zusammenkunft teil.

Verbesserung in vielen Bereichen

Gemeindewehrleiter Mathias Langer, der seit dem 1. Mai 2019 im Amt ist, berichtete, dass die Öffentlichkeitsarbeit verbessert, die Ehrenamtsentschädigung für die Kameraden erhöht, ein Rabattsystem für Kita-Plätze der Kameraden eingeführt, die ABC-Fähigkeit und der Zusammenschluss der Feuerwehren Hamersleben, Gunsleben und Neuwegersleben auf den Weg gebracht worden sind.

Die Verbandsgemeinde Westliche Börde kann sich in der Einsatzabteilung auf 185 Kameraden, die älter als 18 Jahre sind, verlassen. Hinzu kommen 5 Kameraden, die zwischen 16 und 18 Jahre alt sind. Damit ist im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Steigerung zu verzeichnen.

Kritik an der Bereitschaft

Kritisch ist dennoch die Tagesbereitschaft zwischen 6 und 18 Uhr zu betrachten. In dieser Zeit stehen 64 Kameraden zur Verfügung. Damit ist ein weiterer Rückgang um vier Einsatzkräfte zu verzeichnen. „Zwischen 18 und 6 Uhr können 89 Kameraden alarmiert werden, an den Wochenenden durchschnittlich 90“, berichtet Mathias Langer. Der ebenso feststellte, dass die Gemeindefeuerwehr in Sachen Ausbildung weiter vorangekommen ist. „Dieses Niveau wollen wir halten und verbessern. Uns stehen 11 Verbandsführer, 28 Zugführer, 28 Gruppenführer und mehr als 60 Atemschutzgeräteträger zur Verfügung.“ Die Gemeinde Westliche Börde zahlte 40 000 Euro als Lohnfortzahlung und gab 36 000 Euro für Aus- und Fortbildung am Institut für Brand und Katastrophenschutz (IBK) Heyrothsberge oder auf Kreisebene aus.

Fahrzeugtechnisch ist Wehr gut aufgestellt

Der stellvertretende Gemeindewehrleiter, Clemens Köhler, blickte auf das Einsatzgeschehen des vergangenen Jahres zurück. Verglichen mit 2017 (136 Einsätze) und 2018 (95) rückten die Kameraden der Westlichen Börde „nur“ 69 Mal aus. Aber im Vorjahr gab es auch keine größeren Unwetter und Stürme. Bis zum heutigen Tag sind die Kameraden sechs Mal ausgerückt. Die Einsätze verteilen sich gut über die gesamten Wochentage, der Sonnabend gilt als „Ruhetag“. 61 Prozent der Einsätze passieren zwischen 6 und 18 Uhr und damit zu einer Zeit, in der die Wehren weniger gut besetzt sind. Es müssen also in der Regel immer mehrere Wehren alarmiert werden, damit die Einsatzstärke gesichert ist. In 26 Fällen mussten die Kameraden Brände löschen. Leicht gestiegen ist der Anteil technischer Hilfeleistungen. Die Ausrückezeit von zwölf Minuten wird in der Regel eingehalten. „Uns ist die seelische Unversehrtheit der Kameraden sehr wichtig. Da wir es bei unseren Einsätzen 2019 in vier Fällen auch mit Toten zu tun hatten, haben wir zweimal mit der Notfallbegleitung gearbeitet“, berichtet Clemens Köhler.

Er forderte, dass alle Kameraden die Ausbildung gleichermaßen ernst nehmen sollten. Wenn sich einige „drücken, sollte die Ausbildungsgestaltung überdacht werden. „Wir müssen alle mitnehmen und wir sollten öfter gemeinsam üben“, so Köhler.

Fahrzeugtechnisch sei die Gemeindefeuerwehr gut ausgestattet, bis auf zwei sehr alte Fahrzeuge stammen alle Einsatzfahrzeuge aus dem Zeitraum zwischen 2005 und 2019. Aktuell wird das Gerätehaus in Gröningen erweitert, das Haus in Kloster Gröningen ist in einem guten Zustand, Großalsleben, Ausleben und Kroppenstedt sind neu gebaut. Als nächstes müsste für die Kameraden in Wulferstedt eine neue Bleibe geschaffen werden.

Gemeinsamer Standort

Ist die Zusammenlegung der Wehren Hamersleben, Neuwegersleben und Gunsleben vollzogen, müsste für diese Feuerwehr ein neuer, gemeinsamer Standort gefunden werden.

Mit der Wahl eines Gemeindegerätewartes und eines Pressesprechers ist die Gemeindewehrleitung nun beinahe komplett. Bastian Krüger aus der Feuerwehr Ausleben hat sich für das Ehrenamt des Gerätewartes zur Wahl gestellt und wurde mehrheitlich gewählt.

Das Amt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit teilen sich künftig Niklas Venzke und Sabrina Böttger. Nun müsse nur noch ein zweiter stellvertretender Gemeindewehrleiter gefunden werden.