Altenweddingen l „Als mir das erzählt wurde, da war ich so happy, da hab ich mir gedacht, jetzt musst du dir aber etwas einfallen lassen. Ich muss an dieser Stelle mal Danke sagen, auch wenn es nur eine Kleinigkeit sein kann“, meinte der Bürgermeister der Gemeinde Sülzetal, Jörg Methner, als ihn kürzlich Bennet Krille und Jan Neyke im Rathaus besuchten.

Wenn jemand in der Billard-Nationalmannschaft spielen dürfe, da bekomme er eine Gänsehaut, betonte Methner. Das ginge den Eltern wohl auch so. „Ihr beide spielt für unser Sülzetal – super, das muss ich wirklich sagen.“ Es sei nicht viel, aber für jeden der beiden habe er eine Taschengeldaufbesserung in Höhe von 50 Euro mitgebracht und eine Urkunde.

Im Drei-Nationen-Wettkampf

„Ich war Mitglied der deutschen Billard-Nationalmannschaft in Gelsenkirchen beim Karambol-Wettbewerb in der Klasse U 19 bei einem Drei-Nationen-Wettkampf“, meinte Bennet Krille (14). Insgesamt hätten acht Spieler zum deutschen Team gehört. Die drei Nationen, Holland, Belgien und Deutschland, hätten daran teilgenommen. Deutschland sei Dritter geworden. Von seinen vier Spielen habe er zwei gewonnen.

Jan Meyke (13) war auch in Gelsenkirchen mit dabei, auch er absolvierte vier Spiele, wovon er eines gewann. „Es war schon ein ganz anderes Gefühl, einen Trainingsanzug mit dem deutschen Adler auf der Brust zu tragen und dann auch für Deutschland an den Start zu gehen. Ich war schon sehr aufgeregt bei dem Turnier in Gelsenkirchen. Das war eine unheimliche Ehre dort für Deutschland an den Start zu gehen.“

Steffen Rödel vom Sportverein Altenweddingen, Sektion Billard, trainiert die beiden Jungs seit über zwei Jahren. Über 20 Sportler würden zu seiner Sektion gehören. Er selber spiele Billard seit 1977.

Talent fürs Billardspielen

„Man sieht relativ schnell, ob jemand Talent fürs Billardspielen hat; wie sie sich am Billard bewegen, wie sie Tipps umsetzen“, berichtete Rödel, „bei Jan war es beispielsweise so, dass ich ihm am ersten Tag gesagt habe, wie er die Bälle spielen sollte und das hat er auch gleich umgesetzt. Das hat man nicht allzu häufig.“

Zu seiner Truppe gehörten fünf Kinder, mit denen er regelmäßig trainiere, so Trainer Rödel weiter. Bei der deutschen Meisterschaft sei der Sportverein Altenweddingen in diesem Jahr mit vier Kindern dabei gewesen und habe drei Medaillen geholt. Mit den Ergebnissen seines Teams ist Trainer Rödel sehr zufrieden. Rödel: „Ich habe da als Trainer ein Riesenglück. Solche Talente sind wie ein Sechser im Lotto.“

Bei dem Wettkampf in Gelsenkirchen war der Opa von Bennet, Ralf Krille, mit dabei. „So ein Erfolg meines Enkels macht mich ein wenig stolz. Natürlich waren wir als Fanclub mit dabei und haben kräftig angefeuert. Das war schon sehr nervenaufreibend.“

Ivonne Neyke war mit ihrem Sohn schon einmal bei einem Tag der offenen Tür bei einem Magdeburger Billardclub, um sich das Hobby ihres Sohnes anzuschauen. „Im Fußball, da war mein Jan auch schon gut, aber das ist jetzt schon was anderes. Ich habe da in Magdeburg auch mal gegen Jan spielen können – das hat Spaß gemacht. Das macht Laune.“

Aushängeschild für das ganze Sülzetal

„Macht nur ja weiter so. Das ist alles heutzutage nicht mehr so normal. Viele eurer Alterskollegen sitzen nur so rum und spielen mit ihrem Handy. Beim Sport muss man sich immer wieder selbst motivieren. Aber wenn der Wille da sei, dann lasse auch der Erfolg nicht auf sich warten“, so Methner Die beiden Sportler seien ein Aushängeschild für das Sülzetal. Von Nichts komme Nichts, das alles koste immer sehr viel Zeit.

Der Dank Methners ging auch in Richtung Eltern und Trainer. Alle hätten sie ihren Anteil daran. Oft genug reiche doch schon ein: „Komm mach, beweg Deinen Hintern.“