Oschersleben l „Beim Ersatzneubau des Brückenbauwerks über die Espenlake bei Oschersleben im Zuge der Landstraße 24 finden zum jetzigen Zeitpunkt überwiegend vorbereitende Maßnahmen für die Betonage des Überbaus, der sogenannten Fahrbahntafel, statt“, sagt Stefan Hörold, Funktionalbereichsleiter Straßenbau und -betrieb der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt (LSBB) mit Sitz in Magdeburg. Die alte Brücke war marode und musste abgerissen werden.

Nachdem die Unterbauten, dass heißt die Fundamente und Widerlager der Brücke, hergestellt sowie die Bachbettarbeiten vollständig abgeschlossen sind, muss nun ein stählernes Traggerüst errichtet werden, das die gewaltige Last des Frischbetons für den Überbau von etwa 400 Tonnen aufnehmen kann, kündigt Herold an. Parallel dazu finden gegenwärtig auf einer Gesamtstrecke von etwa 600 Metern - 300 Meter vor und hinter dem Bauwerk - Straßenbauarbeiten statt.

„Da das neue Brückenbauwerk aufgrund diverser Auflagen naturschutzrechtlicher und hochwasserschutzrechtlicher Art aufgeweitet werden musste, wird nun auch in Folge dessen die bestehende Straße in ihrer Höhenlage und Fahrdynamik derart angepasst und umgebaut, dass sie an das neue Bauwerk angeschlossen werden kann“, erläutert der Fachmann.

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Das gesamte Projekt mit Straßen- und Brückenbau befinde sich gegenwärtig im terminlichen Rahmen und laufe planmäßig. Wegen mehrerer Diebstähle auf der Baustelle, komme es aber ab und an mal zu kleinen Verzögerungen, die jedoch von der Baufirma weitgehend kompensiert werden können. Abgesehen von der Witterung und anderer unvorhersehbarer Ereignisse sollte einer Fertigstellung und der Verkehrsfreigabe im April 2021 nichts entgegenstehen. „Das für die Maßnahme ein positiver Bauablauf unter den Auswirkungen von Corona berichtet werden könne, liege im Wesentlichen am Engagement und der fachtechnischen Betreuung des Ingenieurs der LSBB, Steffen Neugebauer“, freut sich Hörold, dass die Pandemie den Bauablauf bislang nicht verzögert habe.

Wie Hörold sagt, ist das Brückenbauwerk so breit, um später einem Radweg neben der Fahrbahn genügend Platz zu bieten. Ein Radweg von Oschersleben nach Großalsleben sei seiner Auskunft nach jedoch noch in weiter Ferne. Die Prioritätenlisten des Landes Sachsen-Anhalt beim Radwegebau sei eben sehr lang und sehe diese Verbindung von der Stadt Oschersleben in die Westliche Börde erst nach dem Jahr 2030 vor. An der Reihenfolge auf der Prioritätenliste könne sich aber durchaus noch etwas ändern, gibt Hörold etwas Hoffnung auf eine frühere Realisierung.

Die Espenlake ist als Gewässer Bestandteil des Hochwasserschutzes. Der Bauabschnitt erstreckt sich mit Straße insgesamt über eine Länge von 600 Metern. Die Baukosten betragen inklusive der Brücke etwa 1,6 Millionen Euro. Die Landstraße von Oschersleben nach Großalsleben ist während der Bauarbeiten für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Hordorf und Krottorf nach Großalsleben und dann weiter in Richtung Gröningen.

Die Landesstraßenbaubehörde nutzt die Vollsperrung der Landstraße 24 für ein weiteres Bauprojekt in Großalsleben. Dort ist der Regenwasserkanal fertiggestellt. Die Trinkwasserleitung einschließlich aller Hausanschlüsse wurde eingebaut. Die Verlegung der Breitbandverkabelung in der Straße ist durch die Verbandsgemeinde Westliche Börde erfolgt. Mittlerweile sind die Frostschutzschicht hergestellt, die Borde gesetzt, die Straßeneinläufe für das Oberflächenwasser angeschlossen und die Asphaltarbeiten abgeschlossen. Im Dezember soll die Strecke in Großalsleben wieder freigegeben werden. Die Gesamtkosten für die Ortsdurchfahrt für die Strecke von 383 Metern betragen etwa 1,1 Millionen Euro.