Gröningen l Die Stadt Gröningen entwickelt sich immer mehr zum Mekka der Bogensportler. Von den 105 gemeldeten Startern aus nahezu dem gesamten mitteldeutschen Raum sind 95 in die Bodestadt gekommen. Die Einheimischen stellen zudem eine starke Fraktion in dem großen Feld. Mit dabei sind auch die Langbogenschützen aus Burg, die sich zu Jahresbeginn dem Gröninger SV angeschlossen haben. Bekannt geworden sind sie in der Westlichen Börde mit ihren Auftritten zum Osterfeuer, welches sie auch in diesem Jahr mit Brandpfeilen entzünden wollen.

„Der Langbogen ist schon eine ganz spezielle Sport- und Jagdwaffe“, befindet Olaf Klöpper aus Burg. „Schon im frühen Mittelalter ist dieser Bogen durch seine Durchschlagskraft aufgefallen und der Umgang damit hat etwas Ursprüngliches.“ Das bestätigt auch Heiko Hoffmann, der schon das siebte Jahr in Folge bei dem Turnier dabei ist. „Wir schießen ohne Visier oder irgendwelche Hilfsmittel, einfach nur über den Handrücken“, sagt er. Marko Kricheldorf aus Oschersleben hat seine Liebe zu dem traditionellen Sportgerät vor etwa einem Jahr entdeckt, bis dahin ging er mit einem Reiterbogen an den Start. „Ich wollte einfach besser treffen und das gelingt mir zunehmend“, schätzt er ein. Der Burger Hartmut Heinrich spricht für die spezielle Gruppe, wenn er sagt: „Wir sind hier heimisch geworden, weil wir auch entsprechend anerkannt werden und zu den Wettkämpfen Extra-Einladungen bekommen haben.“

Bogenpokal wird extra bewertet

Unter den Startern aus 19 Vereinen finden sich auch absolute Spezialisten. So sind Vertreter wie Holger Wilhelm und Kathrin Dreßler vom Bogensportverein Bode Selke Aue in der Szene weithin bekannt, sie nutzen die Termine in der Westlichen Börde zur Vorbereitung auf die in diesem Jahr anstehenden Duelle in der ganzen Welt. Landes-, Bundes- und gar Weltmeisterschaften sind die Tummelplätze für die Sportler aus diesem Verein und Medaillen bringen sie allemal mit nach Hause.

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Die Wertung für den 6. Landespokal gewinnt Peter Oertel (BSC Dessau) mit dem Recurve-Bogen und 517 Punkten. Thomas Ciesielski (Lang-, Blank- und Jagdbogen) von den Harzschützen Aschersleben. Er holt sich mit 683 Punkten den „Pott“. Matthias Lindner aus Calvörde ist in der Klasse Compound erfolgreich und kommt hier auf 869 Zähler. Bei der Übergabe der Pokale hilft CDU-Landratskandidat Martin Stichnoth.

In der Wertung des Winterpokals räumen die Gastgeber in den einzelnen Klassen gehörig ab. So landen beispielsweise Fritz Meyer, Anne-Kathrin Leißner, und Oliver Friebertshäuser ganz vorn. Große Starterfelder gibt es bei den Erwachsenen, hier holen sich viele bekannte Spezialisten die ersten Plätze. Darunter sind Henry Schöne aus Jersleben, Jürgen Burscher sowie Nadine Gärtner aus Halle. Die Qualität der Wettkämpfe und des entsprechend vorbereiteten Geländes mit den 3-D-Zielen wird von den Teilnehmern gelobt.

Pfeile sind schwer wiederzufinden

„Als besonderes Ziel haben wir in diesem Jahr einen Fisch im Wasser angeboten“, sagt der Abteilungsleiter der Gröninger, Michael Lange. „Es ist inzwischen üblich, dass ein entsprechendes Zusatzziel von den Veranstaltern angeboten wird.“ Der bewegliche Fisch in der Bode hat die Chance zu einer echten Besonderheit zu werden. „Der Clou dabei ist, wenn das Ziel verfehlt wird, dann ist auch der Pfeil auf und davon“, erklärt der Bogensportler. „Den holt niemand mehr aus dem Wasser, bei der derzeitigen Witterung schon gar nicht.“ Die Teilnehmer überlegen sich die Teilnahme an dieser speziellen Übung schon recht gut. Dennoch gibt es Experten, die auch diese zusätzlichen Punkte einheimsen und sich somit als treffsicher erweisen. Den besonderen Nervenkitzel haben sie sichtlich genossen.

Eine weitere optische Besonderheit ist der sich drehende Hase direkt vor dem Schießstand. Allerdings ist der auch etwas einfacher zu treffen. Ein besonderer Umstand macht den Sportlern an allen Wettkampfpunkten zu schaffen. „Geht ein Pfeil daneben, dann ist er in dem Gras schwer zu finden“, sagt der Gröninger Steffen Meyer. „Das trifft besonders auf Holzpfeile zu.“ Diese prallen ab oder fliegen vorbei und „verstecken“ sich gekonnt in dem Bewuchs. So kommt es vor, dass die Teilnehmer oft die Pfeile ihrer Vorgänger finden, die diese einfach übersehen haben. „Vor dem Schießstand gibt es einem Bereich, da werden diese dann abgegeben, somit kann man da noch einmal hoffnungsvoll nachschauen“, setzt der Schütze hinzu. „Bei uns geht es halt ganz familiär zu.“