Oschersleben l „Heute entzünden wir 48 Kerzen, um den Verstorbenen zu Gedenken. Es ist eine traurige Bilanz, denn immer noch mehr als 150 Frauen hören täglich die Diagnose ‚Brustkrebs‘ und 48 Frauen sterben täglich an dieser Krankheit“, sagte Doris Fahsel, Vorsitzende der „Selbsthilfegruppe nach Brustkrebs“.

Erkrankung muss nicht einsam machen

Neben dem Gedenken dienten die Kerzen auch dazu, auf die Chancen von Früherkennung und Möglichkeiten der Unterstützung der Betroffenen durch Selbsthilfeangebote der Selbsthilfegruppen hinzuweisen. „Leider gibt es auch immer wieder Rückschläge und manchmal führt es auch zum Tod. Auch wir in unserer Gruppe hatten es mit einigen Todesfällen zu tun, doch in der Gemeinschaft mit Gesprächen, Kerze und Gedenkminute geben wir uns gegenseitig Kraft“, erklärte Doris Fahsel weiter und ergänzte: „Miteinander reden, informieren, auffangen und begleiten, für einander da sein, gemeinsam lernen, mit Krebs zu leben, das ist unser Ziel.“

Ferner helfe die Selbsthilfegruppe, die Angst vor weiteren Untersuchungen und Behandlungen zu überwinden. „Unsere Treffen sollen für jeden Betroffenen eine Bereicherung sein. Das äußert sich, indem wir Ärzte einladen, gute Informationen geben können und gemeinsame Aktivitäten unternehmen“, erklärte die Vorsitzende. Außerdem sagte Fahsel: „Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass eine Krebserkrankung nicht unbedingt einsam machen muss, sondern dass man wieder Lebenslust und Lebensfreude empfinden kann.“

Auf Vorsorge hinweisen

Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer (parteilos) dankte den Anwesenden für die Einladung zu diesem Gedenktag. Es sei gute Tradition, im Brustkrebsmonat Oktober auf diese Krankheit hinzuweisen. „Denn es gibt noch viel zu tun was Vorsorge und Nachbehandlung betrifft“, sagte der Rathauschef. Er wünschte den anwesenden Vertretern der Selbsthilfegruppen aus Oschersleben, Halberstadt und Haldensleben alles Gute und viel Erfolg für ihre Arbeit.

Für den musikalischen Rahmen sorgte der Oschersleber Chor „Die Bodelerchen“. „Selbsthilfe gegen Brustkrebs“ ist nach den Worten Doris Fahsels Deutschlands größte und älteste Krebs-Selbsthilfeorganisation, die jedes Jahr am 1. Oktober in vielen deutschen Städten den weltweiten Aktionsmonat gegen Brustkrebs begeht.