Oschersleben l Wie der städtische Pressesprecher Mathias Schulte erklärt, hat das Konzept für Oschersleben eine besondere Bedeutung. Denn im Stadtgebiet würden, im Vergleich mit anderen Kommunen, die meisten älteren Menschen leben - sowohl prozentual betrachtet als auch in absoluten Zahlen. Ohnehin seien viele ältere Mitbürger nicht mobil genug, um ohne Schwierigkeiten ins Impfzentrum nach Haldensleben zu gelangen.

Dabei ist ein Hinweis wichtig: Noch werden für dieses Impfzentrum keine Termine vergeben. Auch das dezentrale Konzept des Landkreises soll erst im März greifen - wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Mit Wanzleben und Wolmirstedt gibt es aber bereits zwei Modellkommunen.

Dort wurden im Januar Menschen angeschrieben, die älter als 80 Jahre sind und damit oberste Priorität haben. Es ging darum, ob sie an einer solchen Impfung Interesse hätten. 1100 von 1700 Personen haben laut dem Landkreis Börde zugestimmt. Das entspricht einer Quote von etwa 64 Prozent. Sobald der entsprechende Impfstoff da ist, sollen mobile Teams in die Gemeinden der Angeschriebenen fahren und sie dort immunisieren.

Am 15. März geht es los

Laut dem Landkreis soll es ab dem 15. März soweit sein. Für die Impfungen in Wolmirstedt sei eine Woche eingeplant, für Wanzleben wurden zwei Wochen veranschlagt. Laut Uwe Baumgart, dem Pressesprecher des Landkreises Börde, soll in Wolmirstedt in der Sporthalle der Gemeinschaftsschule Gottfried-Wilhelm-Leibniz geimpft werden. In Wanzleben wurde das Vereinshaus am Kultursaal ausgewählt.

Die Räumlichkeiten seien von den jeweiligen Stadtverwaltungen vorgeschlagen und auf Herz und Nieren geprüft worden. Auch in den anderen elf Städten und Gemeinden im Landkreis Börde soll so verfahren werden. Dafür hat Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer Unterstützung zugesagt - und zwar in Abstimmung mit seinen Amtskollegen aus der Westlichen Börde und der Oberen Aller, wie Mathias Schulte bekannt gibt. Die Verwaltung könne dabei helfen, geeignete kommunale Räumlichkeiten für die Impfungen bereitzustellen. Denkbar seien etwa Dorfgemeinschaftshäuser oder Sporthallen.

Verwaltung will bei der Terminvergabe helfen

Außerdem könne man auf ehrenamtliche Strukturen zurückgreifen. Die Feuerwehren beispielsweise hätten bereits ihre Bereitschaft mitgeteilt, informiert der städtische Pressesprecher. Weiter erklärt er: „Innerhalb der Verwaltung wäre es dem Sachgebiet Einwohnermeldewesen möglich, bei der Terminvergabe zu unterstützen. Da es sich um ein einseitiges Angebot über die Stadt Oschersleben handeln würde, wäre eine Datenübermittlung an Dritte ausgeschlossen und sogar dem Datenschutz könne man gerecht werden.“

Die Koordinierung und Absprache sei natürlich weiter Sache des Landkreises. Doch für eine Zusammenarbeit mit der Stadt sei man gesprächsbereit, so Benjamin Kanngießer.

Über-80-Jährige erhalten bald Post vom Landkr

Wie der Landkreis zwischenzeitlich mitteilte, sollen die Über-80-Jährigen in den elf verbleibenden Städten und Gemeinden des Kreises in den nächsten Tagen Post bekommen. In dem Brief sei ein ­Schreiben enthalten, das über das Projekt, den Prozess und die Impfung aufkläre. Die Empfänger könnten ihre Daten eintragen und die Formulare zurück an die jeweilige Gemeinde oder Stadt schicken.

Alle, die sich für eine Impfung entscheiden, bekommen laut dem Landkreis einen weiteren Brief mit den notwendigen Dokumenten. Diese Unterlagen müssen zum Impftermin mitgebracht werden. Der Landkreis versichert, dass dieser Termin rechtzeitig mitgeteilt werde.

Laut Uwe Baumgart ist es angedacht, in flächenmäßig großen Kommunen wie Oschersleben mehr als einen Impfpunkt anzubieten. So könne an einem Tag in einer bestimmten Ortschaft geimpft werden, am nächsten Tag zieht das mobile Impfteam in einen anderen Ort weiter.

Hotline wird eingerichtet

Sind die Über-80-Jährigen im Landkreis geimpft, wird das Projekt anschließend auf die sogenannte Personengruppe 2 ausgeweitet. Damit erhalten Personen, die über 70 Jahre alt sind, ebenfalls per Post das Angebot, sich vor Ort impfen zu lassen. Dafür soll laut dem Landkreis eine gesonderte Hotline eingerichtet werden, die Ende Februar freigeschaltet werden könnte.

Voraussichtlich ab dem 1. März soll das Impfzentrum in Haldensleben geöffnet werden. „Voraussetzung ist jedoch, dass genügend Impfstoff vorhanden ist“, sagt Uwe Baumgart. Dann können sich Menschen der ersten Prioritätsgruppe per Telefon unter der Hotline 116117 oder im Internet Termine buchen. Dazu zählen Menschen über 80, außerdem Frauen und Männer, die durch ihre Arbeit in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen oder Impfzentren ein besonders hohes Ansteckungsrisiko haben. Vorerst erhalten wie in der Bundesimpfverordnung vorgeschrieben nur die Personen der ersten Prioritätsgruppe Termine.

Knapp 2400 Menschen wurden vollständig geimpf

Inzwischen haben im Landkreis Börde insgesamt 3566 Menschen die Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Knapp die Hälfte davon sind Bewohner in Pflegeheimen und Über-80-Jährige. Die andere Hälfte der Impfdosen wurde an das medizinische Personal in Pflegeheimen und Krankenhäusern verimpft.

Die für den vollen Impfschutz notwendige zweite Impfung haben insgesamt 2396 Personen erhalten. In dieser Woche wurde erstmals der Impfstoff von Astrazeneca in der Börde verimpft. Davon standen 1200 Dosen zur Verfügung. Vom Hersteller Biontech erreichten den Landkreis 1170 Dosen.