Oschersleben l Schon jetzt beklagen die Ordnungsämter der Region, dass nicht nur immer mehr Müll in der Botanik landet. Nein, auch der Grünschnitt wird vermehrt durch die Gegend gekarrt und in die Feldflur gekippt. Nun fallen auch noch die Osterfeuer aus. Um so größer ist deshalb das Unverständnis von Bürgermeister Benjamin Kanngießer, dass der Kommunalservice des Landkreises Börde die Kleinannahmestellen in Oschersleben und Haldensleben bis zum 19. April geschlossen hat. Oscherslebens Stadtoberhaupt reagiert mit seinem Schreiben an den Landkreis auf zahlreiche Anfragen aus der Bevölkerung. „Wir haben Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten“, so Kanngießer.

Unangemessene Reaktion

„Gemeinsam mit meiner Amtskollegin Sabine Wendler in Haldensleben bin ich der Meinung, dass hier unangemessen reagiert wird. Durch geeignete Maßnahmen wie Reduktion der Öffnungszeiten, Abstandsregelungen oder Personalverschiebungen wäre eine Schließung vermeidbar gewesen. Für Kanngießer sei es zudem nicht nachvollziehbar, warum diese beiden Annahmestellen geschlossen wurden, die in Wanzleben, Wolmirstedt und Oebisfelde jedoch geöffnet sind.

„Auch unter schwierigen Rahmenbedingungen muss die Entsorgung weiter funktionieren. Auch in den Städten Haldensleben und Oschersleben laufen die Stadtreinigung und die Bauhöfe weiter“, betont Kanngießer.

Antwort kam sofort

Die Antwort des Landkreises ließ gestern nicht lange auf sich warten. Die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Eugenie Kontzog, verwies in ihrem Schreiben, es ist Freitagmittag in der Stadtverwaltung Oschersleben eingegangen, dass die Entsorgung von Grünschnitt, Bauschutt oder defekten Haushaltsgeräten nicht primär zur Daseinsfürsorge im Sinne der Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gehören. Die Amtsleiterin gibt zu bedenken, dass die Bezahlung in den Annahmestellen ausschließlich mit Bargeld erfolgen würde. Zudem würde befürchtet, dass in Zeiten des heruntergefahrenen öffentlichen Lebens aktuell eine starke Frequentierung an diesen Stellen sein würde. „Der Schutz der Mitarbeiter und auch der Bürger vor einer möglichen Ansteckung sollte an oberster Stelle stehen“, heißt es in dem Schreiben. Wie auch: „Perspektivisch behält es sich der Landkreis vor, alle Kleinannahmestellen zu schließen.“

Im Landkreis wird alles geschlossen

Nur Stunden später ist das Schreiben der Leiterin des Gesundheitsamtes Makulatur, wird die Ankündigung, alle Annahmestellen zu schließen, nun schnelle Gewissheit. Gegen 15.30 Uhr heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Landkreises. „Ab dem 21. März, also ab heute, bleiben die Kleinannahmestellen Haldensleben, Oschersleben, Wolmirstedt/Elbeu, Wanzleben und Oebisfelde geschlossen. Für gewerbliche Entsorger erfolgt nun ein ‚geordneter Einzelterminablauf‘. Die bisher geöffneten Kleinannahmestellen hätten sich zu Orten entwickelt, an denen große Menschenansammlungen entstanden. Das wird mit der neuen Regelung nun unterbunden.

Die Nutzer der „Müllapp“ oder des Abfallkalenders des Kommunalservice des Landkreises waren gestern gewarnt worden, weil es zu langen Wartezeiten und großen Menschenansammlungen auf den noch geöffneten Annahmestellen gekommen war. Die Bürger sollten lieber zu Hause bleiben.