Brandschutz

Die Wulferstedter Feuerwehr zog nach einem schwierigen Jahr Bilanz

Die Wulferstedter Kameraden haben sich mit der Jahreshauptversammlung ihrer Wehr eine Tradition erarbeitet: Sie machen innerhalb der Verbandsgemeinde stets den Anfang. Das ist auch nach der Corona-Zwangspause so. Die Feuerwehrleute zogen die Bilanz einer nicht ganz einfachen Zeit.

Von Von Yvonne Heyer
Michel Simon, Fabian Stankewitz, Mathias Dippe und Mathias Langer (v. l. n. r.) ehren Reiner Krätsch (Mitte) für eine 50 Jahre andauernde Mitgliedschaft in der Feuerwehr Wulferstedt.
Michel Simon, Fabian Stankewitz, Mathias Dippe und Mathias Langer (v. l. n. r.) ehren Reiner Krätsch (Mitte) für eine 50 Jahre andauernde Mitgliedschaft in der Feuerwehr Wulferstedt. Foto: Marie Dippe

Wulferstedt - Die Bilanz der aktiven Kameraden zog Wehrleiter Mathias Dippe. Er begrüßte zur Jahreshauptversammlung Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz; Abschnittsleiter Ralf Lange, die Vertreter des Verbandsgemeinderates Dietmar Hobohm, den Sozialausschussvorsitzenden Thomas Gürke sowie die Vertreter der Gemeindewehrleitung Mathias Langer und Katrin Mast.

„Wie jedes Jahr möchte ich zuerst unseren Ehefrauen und Lebenspartnern einen herzlichen Dank aussprechen. Sie unterstützen uns bei allen Veranstaltungen und Einsätzen. Ebenso geht ein Dank an das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde fu¨r die stets umfassende und unkomplizierte Unterstützung sowie die gute Zusammenarbeit“, so Mathias Dippe. Dank dieser guten Zusammenarbeit wurde es möglich, wichtige Anschaffungen zu tätigen. Unter anderem konnten sechs Kameraden mit der neuen Vegetationsbrandbekämpfungsbekleidung ausgestattet werden.

Im Jahr 2020 wurden die Kameraden der Feuerwehr Wulferstedt zu zwei Einsätzen gerufen. Im Januar 2020 bekämpften sie einen Scheunenbrand in Ausleben und am 21. August galt es einen Stoppelbrand an der Kreisstraße in Richtung Oschersleben zu löschen.

Mit 54 Mitgliedern, darunter 28 Aktive, habe die Wehr ein gutes personelles Polster. Mit Sascha Kruse verstärkt ein junger Mann die Einsatzgruppe. „Malte und Felix wurden von der Jugendfeuerwehr übernommen und sind mit ihrer TM 1 und SF Ausbildung gerade fertig geworden“, freut sich der Wehrleiter über die Verstärkung.

Der Jugendwehr gehören elf Mädchen und Jungen an, die Kinderwehr besteht aus sieben Kindern. In der Alters- und Ehrenabteilung agieren sechs Kameraden. Im Jahr 2020 leisteten die Kameraden insgesamt rund 1200 Übungsstunden und 20 Stunden fu¨r Einsätze sowie fu¨r die Vor- und Nachbereitung. Vier Kameraden wurden zum Atemschutzgeräteträger (AGT) ausgebildet, damit hat die Wehr insgesamt zwölf AGT ´s. Michel Simon absolvierte erfolgreich den Lehrgang „Leiter einer Wehr“. Damit erfüllt er seit dem 25. März dieses Jahres die Voraussetzung, ganz offiziell als Leiter der Wehr eingesetzt zu werden.

In seinem Bericht ging Mathias Dippe auch auf die Situation unter Corona mit Lockdown, erster, zweiter und dritter Welle, Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen oder Online-Ausbildung ein. Der Ausbildungsbetrieb wurde eingestellt, um die Einsatzbereitschaft so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Mit der Online-Ausbildung über Zoom und WhatsApp wurde Neuland betreten und zugleich trotz größerer Ausbildungspausen allen Kameraden ausreichend Fortbildungszeit angeboten. Als vor vier Wochen wieder mit der praktischen Ausbildung begonnen werden konnte, war klar: Einsatzbereitschaft und Kameradschaft funktionieren noch in Wulferstedt.

Mittlerweile sind 80 Prozent der aktiven Kameraden mindestens einmal geimpft. „Im Sinne der Kameradschaft in der Freiwilligen Feuerwehr kann ich nur an euch appellieren, die Impfangebote zu nutzen, um sich und andere vor Corona zu schützen“, so Mathias Dippe. „Wie jedes Jahr möchte ich allen Kameraden und Mitgliedern des Fördervereins danken, die die Kinder- und Jugendarbeit in unserer Wehr tatkräftig unterstützen. Elf Jugendliche und sieben Kinder zu betreuen und auszubilden, ist eine enorme Aufgabe. Doch damit haben wir unsere Feuerwehrzukunft ein stückweit selbst in der Hand. Und die Zahlen sprechen für sich: In den vergangenen zehn Jahren konnten wir jedes Jahr einen Jugendlichen in die Einsatzabteilung übernehmen“, stellt Mathias Dippe fest.

In der Leitung der Jugendwehr selbst gab es einen Generationswechsel. Nach zehn Jahren gab Andreas Dippe dieses Amt ab. Sein Nachfolger heißt Michel Simon, der selbst seinen Weg zu den aktiven Kameraden über die Jugendwehr genommen hat. Der neue Jugendwart sagte: „Andreas, du hast in den vergangenen zehn Jahren nicht nur einfach mal so die Jugendarbeit in unserer Ortsfeuerwehr begleitet. Über dein zusätzliches Engagement zeitweise auch in der Kinderfeuerwehr hast du den Nachwuchsbereich aktiv geprägt. Neben den regelmäßigen Ausbildungen freitags, hast du die legendäre Zeltlagertradition wieder aufleben lassen und zahlreiche Projekte neben deiner Tätigkeit als Führungskraft und Fördervereinsvorsitzender in unserer Wehr begleitet“, fasst Michel Simon zehn Jahre erfolgreiche Arbeit zusammen.

Eine besondere Ehrung nahm Reiner Krätsch entgegen. Er wurde für seine 50-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt. Zehn Jahre sind Lukas Gräger und Michel Simon dabei. Während der Jahreshauptversammlung wurden auch Beförderung vorgenommen: Michel Simon zum Löschmeister, Andreas Dippe zum Brandmeister und Stefan Krüger zum Hauptfeuerwehrmann.