Oschersleben (az) l Diebe haben ein zweites Kriegerdenkmal in Oschersleben mutwillig beschädigt. Es handelt sich um das Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs im Knochenpark. Wie wie Polizei auf Nachfrage erklärte, fehlen dort zwei Bronzeplatten. Drei weitere sind beschädigt. Darauf zu lesen sind die Namen der Soldaten und der jeweilige Todestag.

Bekannt geworden sei der Vorfall bereits am vergangenen Freitag. Da hatte das Ordnungsamt der Stadt gegen 10 Uhr Anzeige erstattet. Es ging um eine ähnliche Tat auf dem russischen Ehrenfriedhof in der Nähe der Eisenbahnunterführung. Dort hatten Diebe drei Bronzeplatten von den Soldatengräbern gestohlen. Den Spuren an den Grabsteinen nach zu urteilen, entfernten die Täter sie mit roher Gewalt. Weitere Platten sowie Grabsteine wurden beschädigt. „Wir haben mit der Stadt verabredet, dass ein Mitarbeiter der Verwaltung die weiteren Denkmäler in Oschersleben in Augenschein nimmt“, informiert Matthias Lütkemüller, der Pressesprecher des Polizeireviers Börde. So seien auch die Schäden am Knochenpark-Denkmal entdeckt worden.

Mathias Schulte weist als städtischer Pressesprecher allerdings darauf hin, dass sich eine Tafel des Knochenpark-Denkmals schon seit Längerem in der Obhut des Bauhofes befindet. Also wurde nur eine Platte gestohlen. Dessen ungeachtet ermittelt die Polizei laut Matthias Lütkemüller in beiden Fällen wegen besonders schweren Diebstahls. Der genaue Tatzeitraum sei jedoch nicht bekannt. Gleiches gelte vorerst für die Höhe des Schadens. Dafür muss laut Lütkemüller das Urteil eines Experten abgewartet werden. Auch die Frage, warum die Platten gestohlen wurden, lässt sich noch nicht abschließend beantworten.

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Der Polizei-Sprecher vermutet, dass es wahrscheinlich um den Materialwert ging. „Das ist allerdings eine völlig andere Qualität, als wenn man irgendwo Kupferkabel stiehlt“, betont Matthias Lütkemüller. Vergleichbare Fälle habe es bisher nicht gegeben. Dass es um eine bewusste Schädigung der Denkmäler ging, ist nach Einschätzung des Polizisten unwahrscheinlich. In solchen Fällen hätten die Täter die Mahnmale wahrscheinlich beschmiert, um ihren Ansichten Ausdruck zu verleihen.

Auch die Möglichkeit, dass die Platten irgendeine Art von Sammlerwert haben, ist laut Matthias Lütkemüller unwahrscheinlich. „Ich kann mir nur schlecht vorstellen, dass jemand so etwas anbietet“, sagt der Polizei-Sprecher. Immerhin handele es sich um Unikate, die eher schlecht zu handeln seien.

Weiterhin gilt: Wer Hinweise hat, erreicht die Polizei unter der Nummer 03904/478 0.