Oschersleber Berufsschüler beim Logistikbataillon 171 in der Burger Clausewitz-Kaserne

Einblick in den "Warenhausversand" der Bundeswehr

Von Tobias Dachenhausen

Oschersleben/Burg l Was macht eigentlich ein Logistikbataillon? "Ich nenne es immer den Warenhausversand der Bundeswehr. Von hier aus werden Standorte im In- und Ausland beliefert", sagte Jugendoffizier Tim Kühnel. Zusammen mit dem Projektverantwortlichen Mario Schmidt organisierte er kürzlich den Besuch von 95 Schülern mit ihren fünf Lehrern von den Berufsbildenden Schulen Oschersleben in der Burger Clausewitz-Kaserne. "Unser Ziel ist es, das Interesse am Beruf des Soldaten zu wecken. Viele wissen gar nicht, welche Möglichkeiten der Arbeitgeber Bundeswehr einem bieten kann", so der Jugendoffizier.

Vier Stationen wurden für die durchaus interessierten Schüler aufgebaut. Dabei ging es vom Hauptverteilungslager über die Instandsetzungskompanie sowie dem mobilen Übungslager bis hin zum Wehrdienstberater. Bei den Stationen wurden Aufgaben und Arbeitsweisen des Logistikbataillons vermittelt.

Auch allgemeine Hinweise zu einem möglichen Werdegang innerhalb der Bundeswehr wurden präsentiert. "Wir versuchen über die Zeit immer einen kleinen Querschnitt aufzuzeigen. Wenn wir über die Veranstaltungen einige für die Bundeswehr begeistern können, ist bereits viel erreicht", erzählte Projektoffizier Mario Schmidt.

Die Schüler lernen bereits die Berufe des Metallbauers, der Fachkraft für Lagerlogistik oder den des Kfz-Mechanikers. Eine Situation, die für die Bundeswehr keineswegs negativ ist. "Gerade im technischen Bereich ist für uns eine Vorausbildung sogar wünschenswert", erklärte Kühnel, und Schmidt ergänzte: "In der Instandsetzungskompanie würde ich nie einen Ungelernten einsetzen." Bei allen Erklärungen und Informationen waren die Offiziere bestrebt, Analogien zum zivilen Leben zu schaffen. "Wir sind im Prinzip nichts anderes als eine große Firma. Das versuchen wir den Interessierten auch so zu verdeutlichen", erzählte der Jungoffizier.

Zwei Monate haben die Vorbereitungen des Besuchs gedauert. Es wird nicht der Letzte gewesen sein. Interessenten für das kommende Jahr gibt es bereits jetzt. "Ob 100, 20 oder auch nur fünf Interessierte - wir versuchen die Bundeswehr schmackhaft zu machen", sagte Kühnel.