Digitalisierung an Oschersleber Schulen

Endgeräte reichen an Puschkin-Sekundarschule und Gymnasium nur für wenige Schüler

Etwa jedem siebten Schüler kann jetzt ein Endgerät für den Distanzunterricht zugeteilt werden. Das gilt sowohl für das Gymnasium als auch für die Sekundarschule. Kurz vor den Sommerferien wurden die Geräte angeliefert. Jetzt liegt es an den Lehrern zu entscheiden, wer leer ausgeht und wer Anspruch hat.

Von Josephine Schlüer
Astrid Ribke, Schulleiterin Sekundarschule A. S. Puschkin in Oschersleben, präsentiert die neuen iPads für die Schüler.
Astrid Ribke, Schulleiterin Sekundarschule A. S. Puschkin in Oschersleben, präsentiert die neuen iPads für die Schüler. Foto: Josephine Schlüer

Oschersleben - Stolz zeigt Astrid Ribke eines der 46 iPads, die kürzlich an ihre Einrichtung geliefert wurden. Astrid Ribke leitet die Sekundarschule A. S. Puschkin in Oschersleben.

Bestellt wurden die Geräte für die Schüler vor etwa einem Jahr im Rahmen des Sofortausstattungsprogrammes. Um dieses hatte der Bund den Digital-Pakt Schulen vor dem Hintergrund der Pandemie erweitert. So sollte Chancengleichheit garantiert werden, für diejenigen Schüler, denen zu Hause kein Endgerät für den Distanzunterricht im Lockdown zur Verfügung steht. Seit Anfang Juli letzten Jahres konnten die Geräte beantragt werden.

An das Oschersleber Gymnasium wurden ebenfalls kurz vor den Sommerferien 83 Tablets bei einer Anzahl von etwa 580 Schülern geliefert. In die Sekundarschule A.S. Puschkin gehen etwa 320 Schüler. So kann an beiden Einrichtungen etwa jeder siebte Schüler ein Endgerät erhalten. Eine Bedarfsanalyse gibt es derzeit weder seitens der Schulen noch des Landes oder Landkreises.

„Das ist wenig, aber besser als gar nichts“, sagt Astrid Ribke. Peter Kothe, Lehrer und Technikbeauftragter am Gymnasium, habe beim Landkreis nachgefragt, ob es eine Liste von bedürftigen Schülern gibt, an die die Geräte ausgegeben werden sollen. Diese Entscheidung solle vor Ort in der Einrichtung getroffen werden, habe man ihm geantwortet.

Das bestätigt auch Astrid Libke. „Die Anzahl der Geräte konnten wir nicht aussuchen, aber welche Geräte wir gern hätten.“ Einige Kriterien hat sie sich für die Ausgabe der Geräte bereits überlegt. „Ich würde gern denjenigen Schülern ein Gerät geben, die auch wissbegierig sind, fleißig im Unterricht mitarbeiten und verantwortungsvoll damit umgehen können.“ Zudem müsse erfragt werden, in welchen Haushalten Eltern ein Endgerät bereits über das Jobcenter bezuschussen ließen.

Dass aber keine 100-prozentig faire Lösung gefunden werden kann, gibt die Schulleiterin zu, wie auch Peter Kothe. Im Moment spielt das ohnehin noch keine große Rolle. Schließlich dürfen die Geräte zumindest in der Sekundarschule noch gar nicht benutzt werden, weil die iPads erst vom Landkreis administriert und eingerichtet werden müssen, so die Schulleiterin der Sekundarschule weiter. „Darauf warten wir noch.“

„Jetzt müssen wir sehen, wie wir die Geräte sinnvoll verteilen“, sagt Peter Kothe und zeigt Verständnis für die lange Wartezeit. Es sei ganz natürlich, wenn plötzlich eine so enorme Menge von Tablets und Laptops nachgefragt wird. „Dann müssen die erstmal gebaut werden, klar, dass es da zu Lieferschwierigkeiten kommt“, so der Technikbeauftragte weiter.

Positiv ist jedoch, dass auch allen Lehrern aus beiden Einrichtungen jetzt ebenso im rahmen des Sofortausstattungsprogrammes ein Dienstgerät zur Verfügung steht, dass diese ab sofort nutzen können. Die Endgeräte für die Lehrer konnten ab Februar beantragt werden und sind ebenfalls kurz vor den Sommerferien jeweils in den Einrichtungen eingetroffen. Die Lehrkräfte konnten ihre Geräte individuell einrichten, dürfen diese aber nur zu dienstlichen Zwecken nutzen, berichten sowohl der Gymnasiallehrer als auch die Schulleiterin.

„Im Rahmen des Sofortprogramms Beschaffung von digitalen Endgeräten für Schüler standen 13,758 Millionen Euro als Fördermittel des Bundes zur Verfügung“, sagt Josefine Hannig, Pressesprecherin des Ministeriums für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt. Den für die Bindung der Mittel notwendigen zehnprozentigen Eigenanteil habe das Land zur Verfügung gestellt, insgesamt also 15,3 Millionen Euro. „Es erfolgte eine Zuweisung als Budget orientiert an den jeweiligen Schülerzahlen der Schulträger“, sagt Josefine Hannig.

Die Träger und auch die Schulen hätten dann nach eigenem Ermessen entschieden, an welchen Standorten und welchen Kindern die Geräte zur Verfügung gestellt werden, so die Pressesprecherin weiter. Der Bund hat insgesamt 1,5 Milliarden Euro für Endgeräte für Schüler und Lehrkräfte sowie die Administration der Geräte im Rahmen des Sofortausstattungsprogrammes zur Verfügung gestellt.

Vollständig an das Breitbandnetz angeschlossen werden sollen beide Schulen dann im nächsten Jahr. Im Oschersleber Gymnasium erfolgt die Versorgung derzeit über sogenannte Access-Points, die jedoch im Lehrgebäude 2 nur in einigen Räumen zur Verfügung stehen. In der Sekundarschule gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nur analoges Internet, so die Schulleiterin.