Gröningen l Aufschrei, Empörung und Protest waren groß, als bekannt wurde, dass der Landkreis Harz zum 15. April die HVB-Buslinie Halberstadt-Oschersleben einstellt. Und dieser Unmut war auf beiden Seiten der Kreisgrenze sehr laut zu hören. In mehreren Volksstimme-Artikeln haben Kommunalpolitiker und weitere Bürger aus der Börde und dem Harz gleichermaßen von einer krassen Fehlentscheidung gesprochen und ihren Standpunkt mit vielen Argumenten untermauert.

Die da beispielsweise sind, dass ohne diese Busverbindung etliche Bürger ihren Arzt des Vertrauens im jeweils anderen Kreis nicht mehr aufsuchen könnten, dass die Zusammenarbeit von Vereinen beeinträchtigt werde, dass Einkaufsfahrten rüber und nüber nicht mehr möglich und auch andere kreisübergreifende Kontakte gefährdet seien. Wie diese Buslinie bisher auch Lehrlinge aus dem Harzkreis in die Berufsschule nach Oschersleben und Lehrlinge aus der Börde zur Ausbildung in den Harz gebracht hat, die nun allesamt große Probleme bekommen hätten.

Bördebus fährt zwei Harz-Dörfe

All diese Stimmen und Argumente sind nun in Haldensleben, sprich im Landratsamt, gehört und auch erhört worden. Mit dem Ergebnis, dass Danny Schonscheck als Leiter des Landkreis-Fachdienstes Wirtschaft der Volksstimme per E-Mail mitteilt, dass „sich der Landkreis Börde in Abstimmung mit der BördeBus Verkehrsgesellschaft nunmehr entschieden hat, dass die Bördebus-Linie Oschersleben-Gröningen zukünftig auch Schwanebeck und Nienhagen bedienen soll.“ Wie Schonscheck weiter schreibt, „nimmt der Landkreis Börde die aufgrund der geplanten Einstellung der HVB-Linie sowohl von Bürgern als auch kommunalen Vertretern vorgebrachten Bedenken sehr ernst und hat sich zu diesem Thema auch mit dem Landkreis Harz ausgetauscht.“

Auf Nachfrage fügte Danny Schonscheck hinzu, dass derzeit die Absprachen mit allen Beteiligten laufen. Mit dem Ziel, alle Fragen bis zum 15. April zu klären, also bis zu dem Tag, an dem die Linie Halberstadt-Oschersleben eingestellt wird. Zu den genannten Beteiligten würde unter anderem auch der Verkehrsverbund Marego gehören, damit die Abfahrt- und Ankunftzeiten der neuen kreisüberschreitenden Buslinie mit den Anschluss-Verbindungen von Bus und Bahn in Oschersleben, Schwanebeck oder auch Nienhagen abgestimmt sind.

„Das ist eine gute Entscheidung des Landkreises Börde“, reagierte Gröningens Bürgermeister Ernst Brunner auf die Ankündigung, dass besagte Buslinie nun künftig auch zwei Orte im Nachbarkreis Harz anfahren wird. Brunner war einer derjenigen, die die Einstellung der Linie Halberstadt-Oschersleben kritisiert und gefordert hatte, Landkreise nicht voneinander abzuschneiden, sondern mehr und besser kreisübergreifend zusammenzuarbeiten.

Zustimmung aus den Orten

Auch Dr. Raimo Modler, der in Großalsleben wohnt und in Schwanebeck als Zahnarzt praktiziert, war einer der Kritiker und bezeichnet die jetzt getroffene Entscheidung als „positiv“. Allerdings würde es sich seiner Meinung nach erst in der Praxis zeigen, ob das alles wirklich funktioniert und die Menschen damit zurechtkommen.

Zustimmung gibt es auch von Vertretern der Orte des Landkreises Harz. Dabei lobt beispielsweise Wegelebens Bürgermeister Hans-Jürgen Zimmer nicht nur die Entscheidung des Landkreises Börde, sondern lobt auch die Leute, die Widerstand geleistet und damit diese Entscheidung herbeigeführt haben. „Wenn viele Menschen etwas unternehmen, dann wird auch etwas erreicht.“ Und der stellvertretende Bürgermeister aus dem Nachbarort Schwanebeck, Lutz Gnade, freut sich vor allem, dass mit dieser Erweiterung der BördeBus-Linie in den Landkreis Harz hinein „vor allem etwas für die Bedürfnisse der älteren Bürger im ländlichen Raum getan wird.“