Schwaneberg l So viel Gäste sehen die Schwaneberger nur wenige Male im Jahr: Mit Autos zugeparkte Straßen und ein mit vielen Menschen belebter ehemaliger Gutshof prägten das Bild. „Heute Vormittag haben wir am Einlass schon mehrere hundert Gäste gezählt. Wir hoffen, dass die kleinen Regenschauer nicht noch Besucher davon abhalten werden, bei uns vorbeizuschauen“, sagt Christian Koch vom Kultur- und Heimatverein.

Der Schwaneberger ist gerade dabei, Besuchergruppen durch das Heimatmuseum zu führen. „Wir haben einige Neuerungen und uns erweitert“, erzählt der Zweimetermann und zeigt beispielsweise eine Originalküche der 1950er Jahre sowie einen Raum mit dem Nachlass von Bernhard Nimz. Der verstorbene Steinmetz, Tierpräparator und Angler hat viele Stücke hinterlassen, die nun einen gesonderten Platz im Heimatmuseum bekommen haben.

Schaupflügen mit Modell

Der Verein hat mittlerweile das gesamte Gebäude, in dem sich das Heimatmuseum befindet, von der Gemeinde gepachtet. Zu den bislang genutzten Räumen sind zwei Wohnungen, die sich nicht mehr vermieten lassen, hinzu gekommen. Hier haben die Mitglieder des Heimatvereins bereits begonnen, die Zimmer als Ausstellungsräume umzugestalten.

Bilder

So können die Gäste am Sonntag unter anderem historische landwirtschaftliche Geräte, gut hergerichtete Maschinen aus vergangenen Zeiten sowie bäuerliches Inventar begutachten, dass das Leben in der Magdeburger Börde widerspiegelt. Im Außenbereich des ehemaligen Gutshofes bestaunen vor allem Männer Großtechnik wie Mähdrescher, Dreschmaschinen, Traktoren und den Nachbau einer Feldbahn.

Doch für eine ganz bestimmte Technik interessiert sich auch das weibliche Geschlecht. Schau-Pflügen in Miniatur präsentiert nämlich Michael Eckhardt. Mit einem nachgebauten Fendt-Traktor und entsprechend angebauter Technik pflügt sich das etwa 30 Zentimeter große Modell durch den Bördeboden, der zuvor auf einem Tieflader verteilt worden war. „Das habe ich selbst gebaut und etwa drei Jahre daran gesessen“, erzählt der Modellbau-Fan den staunenden Gästen.

Weihnachtsmarkt als nächste Veranstaltun

Unweit davon bildet sich eine große Warteschlange. Mitglieder des Vereins „Grüne Umwelt“ backen selbstgemachte Kartoffelpuffer aus und kommen kaum hinterher. Außerdem kann sich über verschiedene Projekte des Vereins informiert werden. Und noch ein Stand kämpft darum, die große Nachfrage in den Griff zu bekommen. So verkaufen die Angestellten eines Geflügelhofes nicht nur frische Eier, sondern vor allem den daraus gewonnenen Likör in etlichen Geschmacksrichtungen. Außerdem können sich die Gäste mit Leckerem vom Grill sowie Kaffee und Kuchen stärken – bereitgestellt durch den Kultur- und Heimatverein, den Traditionsverein der Feuerwehr sowie einem Restaurant aus Eggersdorf. Auch für Kinder-Bespaßung ist gesorgt. So kann auf Ponys geritten, mit einer Kutsche ausgefahren oder auf der Hüpfburg getobt werden.

„Das Erntedankfest war aus unserer Sicht ganz hervorragend. Besucherzahl top, Leute top, Wetter mittelmäßig“, resümiert der Vorsitzende des Schwaneberger Kultur- und Heimatvereins, Rudi Wenzel. Auch die Aussteller hätten ein durchweg positives Fazit gezogen. Nun bereiten die Vereinsmitglieder bereits die nächste Veranstaltung vor. So folgt am Sonntag, 10. Dezember, der jährliche Weihnachtsmarkt in Schwaneberg. „Der wird an der ehemaligen katholischen Kirche stattfinden“, verrät der Vereinschef vorab. Das alte Gotteshaus hatte der Verein vor einigen Jahren übernommen. Seither finden dort verschiedene Veranstaltungen statt, vor allem Konzerte.