Gröningen/Schwanebeck/Krottorf l Die Landwirte der Region rechnen bei der derzeitigen Ernte mit Qualitäts- und Quantitätseinbußen. Dabei sind sie auf unterschiedliche Weise vom Wetter betroffen. In einigen Teilen des Harzvorlandes konnten die Bauern nach dem Hochwasser mit der Ernte beginnen. Seit kurzem ist auch Henning Wiersdorf mit seiner Maschine bei Gröningen unterwegs.

Große Teile der Ernte sind durch das Hochwasser verloren. Es geht für ihn nur noch um Schadensbegrenzung. Beim Raps besteht noch etwas Hoffnung. Immerhin konnte Wiersdorf von 50 Tonnen noch 30 Tonnen Raps retten. Anders sieht es beim Getreide aus. Die Holtemme bei Nienhagen hat 50 Hektar seines Weizen überflutet. Der Acker ist kaum befahrbar, die Mähdrescher wären vor kurzem noch im Schlamm stecken geblieben. Auch die Marktpreise, so der Landwirt, seien im Keller. Es wird wohl ein schweres Jahr für die vom Hochwasser geplagten Bauern in Börde und Harz.

Ernte läuft jetzt auf Hochtouren

Das bestätigt auch der Mitgeschäftsführer des Agrarbetriebes in Schwanebeck, Christian Klietz. „Hochwasser hatten wir bei uns gar nicht, sodass wir keine solchen Probleme haben“, erläutert er. „Die Ernte verläuft jedoch nicht normal. Das Wetter machte uns oft genug einen Strich durch die Rechnung.“ Es sei kein kontinuierliches Arbeiten möglich gewesen, da durch den vielen Regen die Weizenqualität auf Strecke geblieben sei. „Man kann sagen, dass drei Mal so viel Regen wie sonst üblich auf die Felder niedergegangen ist“, führt er aus. „Wir werden meist nur Futterweizen einbringen können. Von der A-Qualität werden wir in diesem Jahr nicht viel ernten.“

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Landwirt Manfred Behrens, rechnet in der Krottorfer und Schwanebecker Flur ebenfalls mit Qualitätseinbußen. „Auch wir sind vom Hochwasser verschont geblieben“, sagt er. „Man kann sagen, dass die Qualität noch in etwa passt.“ Allerdings sei die Erntemenge nicht so ergiebig wie in anderen Jahren. „Im Frühjahr hatten wir eine lange Trockenperiode“, erklärt er. „Später kam dann viel Regen. Dabei sind wir durch die Lage noch etwas verschont worden. Wir bekommen erheblich weniger Unwetter direkt ab als andere Bauern.“

Nun benötigte man echtes Erntewetter, um den Weizen komplett einzufahren. „Vor drei Tagen haben wir schon einmal zwei Stunden gemäht“, berichtet Behrens. „Die Qualität hat insgesamt gepasst.“

Im Harzvorland und der Börde werde im Augenblick intensiv an der Einbringung der Feldfrüchte gearbeitet. Die Landwirte nutzen jede regenfreie Stunde, um zügig voranzukommen.