Oschersleben l An der Fassade der Hermann-Krebs-Straße 4b wird noch fleißig gearbeitet. Auch der Außenfahrstuhl fehlt noch. Doch im Inneren ist das Wesentliche gemacht - und zwar in denkbar kurzer Zeit. Binnen einiger Monate haben die beiden Investoren Detlef Hübner und Carsten Ott das historische Gebäude rundum saniert.

Bau mit hartem Zeitplan

„Das war ein harter Zeitplan“, erklärte Detlef Hübner bei der feierlichen Übergabe des Gebäudes an die Matthias-Claudius-Haus-Stiftung. Das Gebäude umfasst insgesamt acht Wohnungen. 17 Menschen mit Behinderungen werden dort leben. Der Einzug beginnt noch vor Weihnachten.

Ursprünglich wurden die Sanierungskosten mit rund 1,25 Millionen Euro veranschlagt. Am Ende werden es etwa 1,5 Millionen Euro sein. Die Mehrkosten resultieren unter anderem aus der hohen Auslastung im Baugewerbe und den damit einhergehenden gestiegenen Preisen.

Förderung über "Stadtumbau Ost"

Wie Bürgermeister Benjamin Kanngießer erklärte, hat die Stadt über das Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ Mittel von 570 000 Euro beantragt und bewilligt bekommen. „Die Arbeiten haben im Januar begonnen, nachdem wir den Zuwendungsbescheid erhalten hatten“, führt der Bürgermeister aus. Weitere Zuwendungen gab es aus dem Aufzugsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt.

Einzug noch in diesem Jahr

Von Anfang an war es das Ziel, dass die Bewohner noch 2019 einziehen. Laut Michael Lange, dem Geschäftsführer der Matthias-Claudius-Haus-Stiftung, hängt das mit Regelungen des Bundesteilhabegesetzes zusammen.

Wie Michael Lange erklärt, sollen die neuen Wohnungen ihren Bewohnern eine größere Selbstständigkeit ermöglichen. Ziel sei es, dass sie nach Möglichkeit eines Tages in einer eigenen Mietwohnung leben können.

Aufwendiger als ein Neubau

Mit dem Investor Detlef Hübner verbindet die Matthias-Claudius-Haus-Stiftung bereits eine längere Zusammenarbeit. In der Gartenstraße hat er ein anderes historisches Gebäude saniert. Dort ist die Stiftung bereits seit sechs Jahren Mieter. Michael Lange lobte, dass Hübner einen Blick dafür habe, Details wie Treppengeländer oder Türrahmen zu erhalten, die dem Haus seinen besonderen Charme verleihen. Allerdings erklärte Detlef Hübner, dass die Sanierung aufwändiger als ein Neubau gewesen sei. Zu Beginn hätten erst einmal 35 Container mit Müll entsorgt werden müssen.

Ein Bild für das neue Haus

Benjamin Kanngießer bedankte sich für das Engagement der Investoren. Die Stadtverwaltung habe darüber hinaus die Hoffnung, dass eines Tages die ganze Häuserzeile wieder in neuem Glanz erstrahlen werde. Für die Sanierung der Hermann-Krebs-Straße 4a gebe es bereits eine Zusage, dass Fördermittel bereitgestellt würden. Der dazugehörige Bescheid sei aber noch nicht eingetroffen. Dementsprechend steht auch der Zeitplan für eine Sanierung noch nicht fest. Für die Häuser mit den Nummern 3a und 3b seien Fördermittel beantragt worden. Es handelt sich laut dem Bürgermeister um separate Projekte.

Während der Übergabe überreichte Detlef Hübner noch ein Bild. Es handelt sich um die Replik eines Werkes des russischen Malers Wassili Dmitrijewitsch Polenow, das Ruhe und Behaglichkeit ausstrahlen soll. „Ich hoffe, die Bewohner fühlen sich hier wohl“, erklärte der Investor.