Gröningen l „Was lange währt, wird gut, oder et wart nie wat drut“, sagte Gröningens Bürgermeister Ernst Brunner anlässlich der Inbetriebnahme des Anbaus an das Feuerwehrgerätehaus der Feuerwehr Gröningen. Ja, es hat lange gedauert, doch es ist was draus geworden. In seiner kurzen Rede verwies das Stadtoberhaupt darauf, welche hohe Anforderungen an einen derartigen Bau heute gestellt werden. „Die Grundplatte ist stark genug für einen Panzer, auf dem Dach könnte ein Hubschrauber landen. Die gestiegenen Anforderungen sorgten zugleich dafür, dass sich der Bau schlagartig verteuerte. Doch der neue Sozialtrakt ist für die Kameraden eine große Errungenschaft“, stellte Brunner fest.

Gut vier Jahre ist es her, da wurden die Feuerwehren Dalldorf und Krottorf aufgelöst. Seit dieser Zeit gehören die Kameraden zur Freiwilligen Feuerwehr Gröningen. Die ist mit 33 Aktiven eine schlagkräftige Truppe. Zugleich entstanden daraus die Probleme, dass einfach nicht ausreichend Platz war, vor allem im Sozialbereich. Es ist eben nicht zulässig, dass sich die Kameraden in der Fahrzeughalle umziehen. Zudem gab es keine Lagermöglichkeiten, Teile der Ausrüstung waren zwischen den Fahrzeugen verstaut. „Mit dem Anbau ist für uns ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen“, sagt Wehrleiter Mathias Jaensch. Mit dem Anbau werde das Gerätehaus nun allen Anforderungen gerecht. Die Kameraden haben am Anbau auch Eigenleistungen ausgeführt. „Auf euch war und ist immer Verlass. Ihr seid eine dufte Truppe“, bedankt sich Gröningens Wehrleiter bei allen, die ihren Anteil am neuen Gebäudeteil geleistet haben.

Zum Gratulieren waren auch Schüler der Klasse 3b mit Lehrerin Heike Friebertshäuser gekommen. Sie schickten Luftballons mit ihren Wünschen in den Himmel.

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Die Feuerwehrleute verfügen im Anbau nun über getrennte Umkleide- und Sanitärräume für Frauen und Männer. Auch die Jugendwehr hat nun Spinde inmitten der „großen“ Kameraden. Im Eingangsbereich befindet sich ein Gäste-WC. „Das wird aber nicht nur gebraucht, wenn Veranstaltungen stattfinden. Müssten im Katastrophenfall Menschen Zuflucht im Gerätehaus finden, ist diese Toilette dafür gedacht“, erklärt Robert König beim Rundgang durch den Neubau. Er präsentiert die Umkleideräume, Duschen und Toiletten, aber auch den Lagerraum, der nun endlich vorhanden ist und in dem die viele, vielen Gerätschaften und Materialien ihren Platz finden. Nach und nach sollen nun Rollcontainer angeschafft werden, in denen die Materialien verstaut werden. Im Fall eines Notfalles müssten die Container dann nur auf den Gerätewagen geladen werden. Im Anbau ist auch eine Stiefelwäsche zu finden. Hier können die mit Ruß und Asche kontaminierten Stiefel sofort nach dem Einsatz gereinigt werden, wird der Schmutz gar nicht erst in die Umkleideräume getragen. Neben dem Anbau befinden sich die Parkplätze für die Kameraden. Die Begrünung der Außenanlage befindet sich aktuell in der Ausschreibung.

„Der Anbau hat rund 600.000 Euro gekostet. 400.000 Euro sind Fördermittel aus dem Stark-V-Programm, 100.000 Euro kommen aus dem Haushalt der Stadt Gröningen und 100.000 Euro steuerte die Verbandsgemeinde bei“, berichtet der Vorsitzende des Verbandsgemeinderates, Dietmar Hobohm.

Er verwies zugleich darauf, dass nach Genehmigung des Haushaltes 2021 die Fußboden-arbeiten, die Elektroinstallation und die Malerarbeiten in der Fahrzeughalle, die ebenso für einen vierten Fahrzeugstellplatz angebaut wurde, realisiert werden.