Oschersleben l Funken sprühen auf, als Arbeiter dem Deckel des ersten Tanks zu Leibe rücken. Stück für Stück werden die alten Schrauben und Muttern entfernt. Die Freilegung der Tanks hat bereits vor einigen Tagen begonnen. Am Dienstag wurde der erste geöffnet.

Tankstelle aus letztem Jahrhundert

„Bis Mitte der 1960er Jahre befand sich hier eine Tankstelle“, erklärt Mathias Steffen von der Oschersleber Stadtverwaltung. Die Gebäude sind längst verschwunden, aber die alten Kraftstoff-Tanks wurden scheinbar einfach im Erdreich belassen.

Im Zuge des Breitband-Ausbaus wurden sie nun wiederentdeckt. Wie Mathias Steffen erklärt, blieb ein Bohrkopf unterirdisch stecken. Beim Versuch, ihn zu bergen, kam der erste Tank zum Vorschein. Als die Arbeiter diesen freilegten, wurde der zweite entdeckt und so weiter. Insgesamt wurden vier Tanks, eine alte Hebebühne und weiterer Schrott gefunden. Auf den Planungsunterlagen habe man im Vorfeld nichts erkennen können. „Im Altlastenkataster war nichts verzeichnet“, so Mathias Steffen.

Tanks immer noch dicht

Die Tanks seien dicht gewesen. Es sei nicht erkennbar, dass etwas ausgetreten ist. In den nächsten Tagen sollen die Behälter entfernt werden. Zwei wurden in diesem Zusammenhang bereits ausgepumpt und gereinigt.

Bei zwei weiteren soll der Inhalt untersucht werden, weil es sich um einen Feststoff handelt. Laut Mathias Steffen könnte es Kies sein, der sich mit dem ursprünglichen Inhalt vermengt hat. Klarheit werde es in einer Woche geben, wenn die Laboranalysen vorliegen.

Erdreich wird untersucht

Auch das Erdreich in der Grube soll nach Absprache mit dem Natur- und Umweltamt des Landkreises Börde untersucht werden. Danach werde sich entscheiden, wie es weitergeht. Wenn das Erdreich unbelastet ist, könne die Grube wieder verfüllt werden, so Mathias Steffen. Wenn Schadstoffe in einer relevanten Menge entdeckt würden, könne es dagegen sein, dass das Erdreich ausgebaggert und entsorgt werde müsse. Das müsse allerdings das Natur- und Umweltamt des Landkreises entscheiden. In jedem Falle müsse eine Belastung des Grundwassers ausgeschlossen werden.

Keine Verzögerungen

Für die nächsten 14 Tage wird der Gehweg in dem entsprechenden Bereich laut Mathias Steffen voll gesperrt bleiben. Die Fahrbahn der Magdeburger Straße ist davon nicht betroffen. Für die Kosten, die durch den unliebsamen Fund entstehen, muss die Stadt aufkommen. „Das Baugrundrisiko liegt grundsätzlich beim Bauherrn“, erklärt Steffen.

Die Fertigstellung des Breitbandnetzes in Oschersleben werde sich dadurch aber nicht verzögern. Bis es vor dem Netto-Markt weitergehen könne, würden die Arbeiter an anderer Stelle weitermachen.