Neuwegersleben l Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Wehren gibt es schon eine ganze Weile. Das dokumentieren die Wehrleiter Jörg Zappe (Hamersleben) und Mathias Langer (Gunsleben) in ihren Rechenschaftsberichten. Angesichts der zu gewährleistenden Gruppenstärken sowie der Einsatzbereitschaft ist eine Zusammenlegung allerdings dringend notwendig. Das hat der Verbandsgemeinderat der Westlichen Börde auch so erkannt und den Auftrag der Zusammenlegung ausgegeben. Seit Januar bestand die Möglichkeit für die Mitglieder, schon einmal einen Namen für die künftige gemeinsame Wehr vorzuschlagen.

Dieser Punkt ist es auch, welcher einige Diskussionen verursacht. Letztendlich sind 22 der 25 Stimmberechtigten für den Namen „Am Großen Graben“ zu begeistern. Die Wahl der Führung verläuft dagegen viel entspannter. Die beiden Wehrleiter haben sich als Kandidaten für die Positionen zur Verfügung gestellt. Jörg Zappe erhält 17 Stimmen als künftiger Wehrleiter, Mathias Langer soll sein Stellvertreter sein. Die beiden nehmen die Entscheidung der Wehrleute zur Kenntnis und auch an.

Innenministerium muss zustimmen

Die beiden streben nun die Umsetzung, in Zusammenarbeit mit der Gemeindewehrleitung und der Verwaltung, an. Angeschlossen ist der Vorgang mit der Wahl nämlich keineswegs. Das Innenministerium und der Landkreis Börde müssen dem Beschluss noch zustimmen und letztendlich steht am Ende die Berufung der beiden Führungsleute durch den Verbandsgemeinderat. Erst nach diesem Prozedere – in dem juristische Etappenschritte zu absolvieren sind – steht die künftige Wehr „Am Großen Graben“.

Bilder

„Das wird sicherlich einige Zeit beanspruchen“, schätzt Gemeinde-Wehrleiter Christian Marquardt gegenüber der Volksstimme ein. „Der Weg ist aber bereitet.“ Ihm und dem Verbandsgemeinde-Bürgermeister Fabian Stankewitz (SPD) ist aber die Erleichterung anzusehen. Die Mitglieder der Wehren haben offensichtlich erkannt, dass dieser Schritt der einzig richtige ist. Das sieht auch Albert Busse so, der einst Ortswehrleiter in Neuwegersleben war. „Vor einigen Jahren war diese Entwicklung noch nicht so abzusehen“, sagt er. „Nun ist es aber ein Erfordernis, das sehe ich auch so.“

Die Wehr „Am Großen Graben“ hat künftig 59 Mitglieder, davon sind 30 Aktive, enthalten sind acht ausgebildete und einsatzbereite Atemschutzgeräteträger. Die Beschriftung an den jeweiligen Einsatzfahrzeugen bleibt so erhalten.

Rechenschaften abgelegt

In den Rechenschaftsberichten, der in dieser Form ungewöhnlichen gemeinsamen Jahreshauptversammlung, haben die Ortswehrleiter zuvor auf das zurückliegende Jahr geblickt. Jörg Zappe hebt dabei die deutlich gestiegene Einsatzstärke und weitere Erfolge der Hamersleber hervor. Noch 2016 gab es keine einsatzfähigen Atemschutzgeräteträger, 2017 waren es schon wieder fünf. Auch die Einsatzbereitschaft ist von zehn auf zwanzig Kameraden angestiegen. Zudem absolvierten die Hamersleben 33 Dienste und 21 sonstige Dienste.

Die Zahl der Einsätze ist von sieben auf zehn angestiegen. Zappe hebt einen Scheunenbrand und einen Dachstuhlbrand hervor. Im Zuge des Orkans „Xavier“ waren die Kameraden ebenfalls gefragt. „Am Einsatztag hatten wir zwölf unterschiedliche Aufträge“, betont Zappe. „Ausgewiesen wurde das von mir allerdings als ein, wenn auch langer Einsatz.“

Kurios gestaltete sich die Alarmierung wegen eines eingeschlossenen Schwans auf dem Herzspiel in Hamersleben. Einsätze wegen Naturereignissen seien auch künftig in vermehrter Form zu erwarten. Dem stimmt Mathias Langer in seinem Bericht zu. Die Gunsleber Wehr hat 2017 aus zehn Aktiven bestanden, es gab vier Einsätze. Der Ausbildungsstand sei auf einem guten Niveau. Langer verweist auf gemeinsame Aktionen mit den Hamerslebern und den Auslebern. Beide Wehren haben kulturelle Aktivitäten in den Orten unterstützt, das soll auch in der Zukunft der Fall sein. Die scheidende Bürgermeisterin der Gemeinde Am Großen Bruch, Eva Stroka (FDP), dankt allen Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft und betont, ebenso wie Fabian Stankewitz, die Wichtigkeit der Nachwuchsarbeit. Letzterer verleiht seiner Hoffnung Ausdruck, dass es künftig vielleicht eine eigene Kinder- und Jugendwehr „Am Großen Graben“ geben werde. Die Zusammenarbeit mit den Auslebern sei begrüßenswert.