Hötensleben l Vor 65 Jahren hatte die DDR mit der Errichtung des Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze und den Zwangsaussiedlungen aus dem Sperrgebiet begonnen. Folge war, dass zahlreiche Menschen ihre Heimat verloren, Leid und Unrecht erfahren haben oder beim Versuch, die Grenze zu überwinden, getötet wurden.

Zur Gedenkveranstaltung hatten sich mehr als 130 Besucher eingefunden. Die länderübergreifende Bedeutung der erinnernden Rückschau auf die historischen Ereignisse wurde durch die Teilnahme des niedersächsischen Landtagspräsidenten Bernd Busemann und der Landtagspräsidentin von Sachsen-Anhalt, Gabriele Brakebusch, deutlich.

Gäste aus Ost und West

In ihren Grußworten unterstrichen sie den Wert von Gedenkorte wie dem Grenzdenkmal in Hötensleben. Diese „können den Nachgeborenen vermitteln, dass die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten der Gegenwart nicht vom Himmel gefallen sind“, wie Bernd Busemann betonte.

In ihrer Gedenkrede erinnerte Birgit Neumann-Becker, Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, daran, dass gerade einmal sieben Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges für die Menschen insbesondere an der Grenze eine Zeit der Unsicherheit und der Unfreiheit begonnen habe. Deren Folgen seien bis heute zu spüren.

Schüler einer 7. Klasse des Gymnasiums Julianum Helmstedt trugen eigene Gedanken und Reflexionen zum Thema Zwangsaussiedlung und Heimatverlust vor. Die musikalische Umrahmung gestaltete der Posaunenchor St. Stephani Helmstedt unter Leitung von Propsteikantor Mathias Michaely.

Etwa 130 Teilnehmer

Im Anschluss an die Gedenkstunde mit Kranzniederlegung luden die Veranstalter zum „Café der Begegnung“ mit der Gelegenheit für Gespräche bei Kaffee und Kuchen ein. Im gegenseitigen Austausch von Zeitzeugen und Vertretern von Aufarbeitungsinitiativen kamen vor allem die persönlichen Erfahrungen und Schicksale zur Sprache.

Die Gedenkveranstaltung am Grenzdenkmal Hötensleben ist eine Kooperationsveranstaltung der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, des Grenzdenkmalvereins Hötensleben und des Vereins Grenzenlos – Wege zum Nachbarn e.V. Helmstedt.