Grundschul-Bau

Gröningens Bürgermeister träumt von einer Bibliothek

Schulgebäude, Verwaltungssitz und nun wieder Schulgebäude - in die Grabenstraße 14 zieht schon nach den Sommerferien die Gröninger Grundschule ein. Die Handwerker geben Gas, damit alles pünktlich fertig wird.

Von Yvonne Heyer 07.07.2021, 10:30 • Aktualisiert: 07.07.2021, 10:47
Sven Naumann (l.) und Ernst Brunner schauen sich die Brüstung des Eingangsbereiches ein. Hier müssen Reparaturen vorgenommen werden.
Sven Naumann (l.) und Ernst Brunner schauen sich die Brüstung des Eingangsbereiches ein. Hier müssen Reparaturen vorgenommen werden. Foto: Yvonne Heyer

Gröningen - Gröningens Bürgermeister Ernst Brunner ist ein Mann der klaren Worte und deshalb sagt das Stadtoberhaupt rund heraus: „Unsere Grundschüler ziehen mit dem neuen Schuljahr in keine Notlösung. Im Gegenteil. In der Grabenstraße finden Schüler und Lehrer dann sogar bessere Bedingungen vor“, macht Ernst Brunner beim Rundgang über die Baustelle deutlich.

Die Zeit drängt. Kaum war die Gemeindeverwaltung aus dem ehemaligen Schulgebäude in der Grabenstraße in den neuen Verwaltungssitz umgezogen, eroberten Handwerker das Haus, um wieder eine Schule entstehen zu lassen. Im Erdgeschoss des Gebäudes werden drei Klassenräume, eine Garderobe mit Abstellraum und eine neue Toilettenanlage entstehen. „Die Kinder müssen also nicht mehr wie im jetzigen Grundschulgebäude im Keller zur Toilette gehen“, erklärt Ernst Brunner. Im Obergeschoss entsteht ein Lehrerzimmer, ein Büro für Schulleiter und Schulsekretärin sowie zwei weitere Klassenräume. Ernst Brunner verweist darauf, dass die Klassenzimmer vor allem heller und teilweise auch größer sind. Auch das noch zu gestaltende „Grüne Klassenzimmer“ auf dem Schulhof soll an dieser Stelle nicht vergessen werden. Apropos Schulhof. Dieser ist in einem ersten Bauabschnitt zum Sport-Spielplatz umgestaltet worden.

Die Handwerker haben mit Baubeginn ordentlich Gas gegeben und liegen im Zeitplan, was auch Sven Naumann aus der Bauverwaltung der Gemeindeverwaltung bestätigen kann. Die Ständerwände für die neue Toilettenanlage sind gestellt, die Elektriker haben neue Kabel gezogen. Teilweise wurde der Estrich für die Fußböden erneuert. Dort hinein kommt dann auch eine Fußbodenheizung. Ernst Brunner zeigt sich mit der Arbeitsleistung der bisherigen Handwerker sehr zufrieden.

Für die Bauarbeiten waren 260.000 Euro eingeplant. Mit den Ausschreibungen habe man sozusagen eine Punktlandung hinbekommen und die 260.000 Euro erreicht. Wobei Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz davon ausgeht, dass die eine oder andere kleinere Summe noch hinzukommt.

Mit Beginn des neuen Schuljahres werden die Gröninger Grundschüler in der Grabenstraße 14 beschult. Das aktuelle Grundschulgebäude in der Goethepromenade ist an den Börde-Campus von Rahn Education verkauft. Die Freie Schule, vor zehn Jahren als Sekundarschule gegründet und vor fünf Jahren um die gymnasiale Stufe erweitert, platzt trotz des 2018 eingeweihten Schulneubaus in der Goethepromenade aus allen Nähten. Schon mit dem neuen Schuljahr sollen zwei Schulklassen im dann ehemaligen Grundschulgebäude gegenüber des neuen Schulgebäudes beschult werden. Auch der Freien Schule sitzt also die Zeit im Nacken. Die Sommerferien müssen genutzt werden, um einige Renovierungsarbeiten im zusätzlichen Gebäude zu erledigen. Der weitere Ausbau erfolge Stück für Stück.

Der Umzug der Grundschule in die Grabenstraße 14 in das einstige Schulgebäude ist keine Notlösung, aber eine Übergangslösung und ein weiterer Schritt, den Gebäudekomplex als Grundschul-Campus zu entwickeln. Der Hort ist bereits vor einigen Jahren hier her gezogen, jetzt folgt die Grundschule. Aber für die Grundschüler wird es nicht der letzte Umzug sein. Denn auf dem Areal gibt es noch das sogenannte Fachkabinettgebäude der einstigen Sekundarschule. Dieses Gebäude wird zur Grundschule ausgebaut, hinzu kommt ein Anbau für die Aula. Ende des Jahres sollen die Leistungen ausgeschrieben werden, damit die Arbeiten im nächsten Jahr starten können.

Ernst Brunner mag auch deshalb das Wort Notlösung nicht, weil es nach dem Auszug der Grundschüler eine Zukunft für das Gebäude gibt. In seinem Kopf ist die Idee von einem Bürgerzentrum mit Bibliothek schon weit fortgeschritten.

Im Erdgeschoss des einstigen Sekundarschulgebäudes sind Ständerwände für die neue Toilettenanlage gesetzt.
Im Erdgeschoss des einstigen Sekundarschulgebäudes sind Ständerwände für die neue Toilettenanlage gesetzt.
Foto: Yvonne Heyer