Warsleben l Rund einen Kilometer östlich von Warsleben liegt das Wäldchen Alte Ziegelei ganz idyllisch inmitten der Feldmark. Vor allem das Gezwitscher von Feldlärchen dringt ins Ohr. Doch im Wäldchen selbst knackt und raschelt es unüberhörbar. Hin und wieder kreischt auch mal eine Säge. Doch zu sehen ist zunächst nichts: Die Schatten der Baumkronen hüllen das Wäldchen in mystische Dunkelheit.

Nach dem Betreten des Haines sind zunächst nur die Silhouetten von Menschen auszumachen. Die Augen müssen sich erst an die schattige Umgebung gewöhnen. Jürgen Eicke, Heike Kohlhase, Kornelia Eiling und Mark Gallus sind diejenigen, die sich im Holz zu schaffen machen.

Wald wird aufgeräumt

Etwa ein Viertel des Areals sind mit einer bis zu fünf Meter hohen Strauchschicht bewachsen, durch die kaum ein Durchkommen ist. „Den großen Rest haben wir mittlerweile vom Wildwuchs befreit. Seit drei Wochen sind wir jetzt hier in Gange und räumen den Wald auf“, sagt Jürgen Eicke, der gerade meterlangen Grünschnitt an den Rand des Haines trägt.

Hier legen er und seine Kollegen die Äste und Zweige ab und schichten diese zu einer sogenannten Benjeshecke auf. „Davon haben wir schon viele ringsum am Waldrand gebaut. Einige werden es noch werden, in der kommenden Woche sind wir fertig“, schätzt Jürgen Eicke ein.

Ortsteile werden verschönert

Er und seine Kollegen gehören zu rund weiteren 20 sogenannten Ein-Euro-Jobbern, die die Mitgliedsgemeinden der Westlichen Börde auch bei diversen Schönheitsmaßnahmen unterstützen. In Ausleben sind es aktuell sieben Kollegen, die die Ortsteile verschönern. „Die Gemeinde nutzt alle Resourcen, um das Ortsbild auf einem vernünftigen Level zu halten. Das meiste machen die Mitarbeiter des Bauhofes, die schaffen aber natürlich nicht alles“, sagt Auslebens Bürgermeister Dietmar Schmidt.

Deshalb bestehe die Möglichkeit, sich über das Jobcenter Leute zuteilen zu lassen, die weitere Aufgaben übernehmen. Dazu werden bei der ABS Drömling (Arbeitsförderung, Beschäftigung, Strukturentwicklung GmbH) eine Projektliste von der Gemeinde und entsprechende Anträge beim Arbeitsamt eingereicht.

Kräfte erfüllen keine Pflichtaufgaben

„Aber es geht eben nicht alles“, hebt Schmidt hervor. So dürfen von den Ein-Euro-Jobbern keine Arbeiten durchgeführt werden, die Bestandteil der Pflichtaufgaben einer Gemeinde sind. Dazu gehören Abfallentsorgung, Anlage und Unterhalt von Kindergärten und Horten oder Friedhöfen. „Diese Arbeiten müssen von uns durchgeführt werden. Die Ein-Euro-Jobber dürfen nur Projekte angehen, die wir selbst nicht anfassen“, betont der Bürgermeister und ergänzt: „Es muss das öffentliche Interesse gegeben sein, also das Bild der Gemeinde aufgewertet werden.“ Und dazu gehöre auch das Wäldchen „Alte Ziegelei“.

Doch die Ein-Euro-Jobber haben schon viel mehr auf Vordermann gebracht als nur dieses Areal. So ist der Wildwuchs an der ehemaligen Aschekuhle etwa 500 Meter unterhalb des Weges beseitigt und ein neuer Wildzaun gesetzt worden. Außerdem wurden eine wildwachsende Hecke am ehemaligen Freibad Warsleben zurückgeschnitten und der Kita-Park in Ottleben aufgeräumt und von Strauch befreit. „Unser Bauhofmitarbeiter kann seitdem wieder flüssig mähen, das war vorher überhaupt nicht möglich“, freut sich Dietmar Schmidt.

Neue Projekte in Startlöchern

Die Ein-Euro-Jobber sind schon für die nächsten Projekte fest eingeplant. So sollen sämtliche Bauwerke aus Holz mit einer schützenden Lasur bepinselt werden. Das betrifft die Holzbrücken der Kita Ottleben, am Spielplatz in Warsleben sowie an der Dränke am Ortseingang von Ausleben. Die Bushaltestelle in Warsleben, das Kriegerdenkmal an der Kirche sowie der Windschutz an der Feierhalle auf dem Friedhof in Ottleben bekommen ebenfalls einen Holzschutz.

Auch der ländliche Weg von Ottleben nach Beckendorf soll noch im Sommer wieder fit für beispielsweise Radler gemacht werden. „Und zwar werden die Bankette aus Schotter an den Betonplatten abgesetzt und der Wildwuchs entfernt“, beschreibt der Bürgermeister. Ferner ist geplant, den Fußweg zwischen Ottleben und Warsleben zu verbessern, indem Unebenheiten in der Oberfläche ausgeglichen werden.

Für Dietmar Schmidt sind die fleißigen Hände der Ein-Euro-Jobber überhaupt nicht mehr aus der Gemeinde wegzudenken. „Für uns sind sie enorm wichtig, weil sie bestimmte Schandflecke im Ort beseitigen, für die wir einfach keine Zeit haben“, hebt der Bürgermister hervor.