Oschersleben l Als jetzt etwa 30 Händler der Innenstadt im Rathaus waren, ging es um die Frage, ob die Stadt eine Stelle für jemanden schaffen soll, dessen Aufgabe es ist, nicht zuletzt in Zusammenarbeit mit den Händlern etwas für die Belebung der Innenstadt zu tun. Der dabei zudem so etwas wie ein Bindeglied zwischen Rathaus und Handel sein soll.

Wie es seit knapp einem Jahr Frank Fischer in Aschersleben (Salzlandkreis) ist. Der genauso wie Martin Lampadius, Vorsitzender der Aschersleber Kaufmannsgilde, an dieser Gesprächsrunde teilgenommen hat. Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer und Wirtschaftsförderer Mathias Steffen wollten damit den Oschersleber Händlern Informationen und Erfahrungen aus erster Hand bieten. Die die beiden Männer auch gern preisgegeben und von guten Erfahrungen gesprochen haben. Beispielsweise von einem monatlichen Grünen Markt, einer Adventsnacht und etlichen weiteren Projekte, die City-Manager und Kaufmannsgilde inzwischen gemeinsam auf die Beine gestellt und damit schon etwas für die Belebung der Aschersleber Innenstadt erreicht haben. Ohne zu verschweigen, dass sie noch nicht dort sind, wo sie hin wollen, sondern dafür sehr langfristige Anstregungen erforderlich seien. „Aber wir sind gemeinsam auf dem richtigen Weg“, so City-Manager und Kaufmannsgilde-Chef aus Aschersleben.

Im Vorfeld schon abgezeichnet

Womit sie die Oschersleber Händler von diesem Modell aber nicht sonderlich überzeugt haben. Was sich bereits im Vorfeld dieser Zusammenkunft abgezeichnet hatte. Als nämlich die beiden Stadträte Lieselotte Drohberg (Die Grünen) und René Herbert (Fraktion FUWG) in der Auswertung einer von ihnen initiierten Umfrage bei den Oschersleber Innenstadt-Händlern festgestellt haben, dass von den 43 Umfrageteilnehmern 26 einen City-Manager ablehnen und 9 die Frage gar nicht beantwortet haben.

Bilder

Auch die meisten derjenigen, die sich jetzt im Rathaussaal zu Wort gemeldet haben, waren keine Befürworter dieser Idee. Vielmehr wurde unter anderem die Meinung vertreten, dass es in der Stadtverwaltung so viele Mitarbeiter gebe, dass davon einer die Aufgaben solch eines City-Managers erledigen könnte. Wie zudem nach eigenen Recherchen der Oschersleber Händler auch in Aschersleben die Meinungen zu einem City-Manager-Projekt bei den Händlern sehr unterschiedlich seien.

Kritik an Stadtverwaltung

Vor diesem Hintergrund wurde die Beratung im Oschersleber Rathaussaal im zweiten Teil vor allem genutzt, um die Stadtverwaltung zu kritisieren. So würde sie beispielsweise solche Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt oder auch den jüngsten Fischmarkt schlecht zu organisieren. Und beim Tag der Regionen würden die Innenstadt-Händler ungefragt Stände anderer Anbieter vor die Tür gestellt bekommen, so dass die Boulevardgeschäfte kaum jemand wahrnehmen würde. Auch hätten die Händler kein Verständnis dafür, dass jüngst bei einer Geschäfts-Neueröffnung niemand aus dem Rathaus gratuliert habe.

Als die Antworten der Verwaltung eher belächelt als ernst genommen wurden und die Beratung gänzlich zu scheitern drohte, hat sich Händler Volkmar Klaus gegen diesen Umgang miteinander ausgesprochen: „Händler gegen Stadt oder Stadt gegen Händler ist der falsche Weg. Es geht nur gemeinsam.“ Und um Nägel mit Köpfen zu machen, hat Volkmar Klaus sogleich einen Zettel rumgehen lassen, um die Kontaktdaten aller Beteiligten zu bekommen. Mit dem Ziel, ein weiteres Treffen zu organisieren und miteinander im Gespräch zu bleiben.

Beratung drohte gänzlich zu scheitern

Was nicht zuletzt im Interesse von Mathias Steffen war, der am Ende sagte: „Lassen Sie erst einmal alles sacken und uns zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal über einen City-Manager reden.“