Oschersleben l Ein Vorstoß in Thale (Landkreis Harz) geistert aktuell durch die Medien. Demnach will die Stadtverwaltung die sogenannte Sondernutzungsgebührensatzung insoweit ändern, dass Innenstadthändler für das Aufstellen von Tischen und Stühlen vor ihren Geschäften nichts mehr zahlen müssen. Doch der Vorstoß geht noch weiter: Wer die Flächen vor seinem Geschäft dementsprechend nutzt, soll sogar 20 Euro dafür bekommen. „Minus-Gebühr“ nennt das die Stadtverwaltung. Damit soll ein Anreiz zur Belebung eben jener Straßen geschaffen werden, für die die Satzungsänderung gelten soll.

„Auch bei uns sollte man das Thema aufgreifen und darüber diskutieren“, sagt nun Katrin Klenke von der Oschersleber Händlergilde. So nutzte sie bereits die Stadtratssitzung in der vergangenen Woche, um vor Versammlungsbeginn einen entsprechenden Pressebericht über die Ideen der Th alenser Stadtverwaltung zu verteilen. „Wir als Händler könnten uns vorstellen, dass die Idee auch bei uns Schule macht und so zur Belebung der Innenstadt beiträgt“, sagte sie auf Volksstimme-Nachfrage. Allerdings könne eine Minusgebühr nur ein Baustein für eine höhere Attraktivität der Oschersleber City sein. Der Wunsch nach der Abschaffung der Sondernutzungsgebühren sei übrigens auch das Ergebnis einer jüngst durchgeführten Umfrage unter den Innenstadthändlern. „Das würde doch die Stadtkasse kaum berühren“, ist Katrin Klenke überzeugt. Schließlich dienten Tische und Stühle, Werbeaufsteller oder eine Warenauslage vor dem Geschäft als Türöffner in das Geschäft und erhöhe die Attraktivität der Innenstadt. „Uns geht es nicht darum, Kosten einzusparen, sondern für Händler einen Anreiz zu schaffen, ebenfalls Tische und Stühle vor ihre Läden aufzustellen“, betonte Klenke.

Noch keine Diskussion in der Verwaltung

Laut Mathias Schulte ist der Vorschlag der Händlergilde bisher in der Verwaltung noch nicht diskutiert worden, „dafür ist der Vorschlag noch zu jung. Aber wir zeigen uns offen“, sagte der Pressesprecher der Stadt Oschersleben auf Volksstimme-Nachfrage.

Aktuell nehme die Stadt rund 6600 Euro pro Jahr allein durch die Sondernutzungsgebühren ein. Rund 160 Quadratmeter städtischer Fläche würden Händler mittels Aufstellern, Tischen und Stühlen sowie Warenauslegen nutzen. Die Einnahmen allein durch das Aufstellen von Sitzgelegenheiten vor Cafés oder Restaurants beliefen sich auf etwa 900 Euro. Allerdings seien ihm bisher keine Beschwerden bekannt.