Neindorf l Gabi Pelczynski hat einen verantwortungsvollen Job - derzeit noch mehr als sonst. Sie arbeitet im Funktionsdienst der Helios Bördeklinik Neindorf. Zusammen mit der Hygienefachkraft Ute Reichardt und der Ärztlichen Direktorin Dr. Heike Bien betreut sie die Impftermine der Klinik.

Wie Pressesprecherin Rebecca Jahn mitteilt, hat bereits mehr als die Hälfte der Mitarbeiter eine erste Immunisierung gegen Corona erhalten. Ende Dezember seien die ersten Impf-Dosen des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer eingetroffen. „Damit der Wirkstoff seine volle Wirkung entwickeln kann, ist eine zweite Impfung nach drei Wochen erforderlich“, erklärt Rebecca Jahn in ihrer Mitteilung. Dementsprechend habe man nun mit der zweiten Runde der Immunisierung begonnen. 14 Tage nach dem jeweiligen zweiten Termin entfalte der Impfschutz seine volle Wirkung.

„Wir freuen uns sehr, dass wir den ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Impfschutz anbieten können. In den nächsten Tagen erwarten wir weitere Impfdosen. So können wir die Immunisierung fortsetzen“, wird Klinikgeschäftsführer Michael Lange in der Mitteilung zitiert.

Reihenfolge festgelegt

Zunächst würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft, die Covid-19-Patienten behandeln oder deren Patienten besonders geschützt werden müssten. Dazu zählten neben dem Team der Notaufnahme die Intensivbereiche und die Stationen mit Corona-Patienten, die keine Intensivbehandlung benötigen wie die geriatrische Abteilung.

„Die Priorisierung erfolgt auf der Grundlage der vom Bundesgesundheitsministerium erlassenen Coronavirus-Impfverordnung sowie der Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut“, führt Rebecca Jahn aus.

„Die Impfbereitschaft unserer Belegschaft ist sehr hoch, was mich sehr stolz macht. Circa 70 Prozent unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen sich impfen lassen“, wird Michael Lange zitiert.

Zweite Spritze

Zu denjenigen, die bereits die zweite Spritze bekamen, zählt zum Beispiel Lisa Fritz. Sie arbeitet als Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Isolierstation der Helios Bördeklinik. Wie Rebecca Jahn berichtet, habe die 27-Jährige einen Tag nach der ersten Impfung einen leichten Muskelschmerz an der Einstichstelle verspürt - ähnlich wie bei einer Tetanus-Impfung. Sonst habe sie sich wohlgefühlt.

Auch Sophie Beucke habe zu den ersten Freiwilligen gehört. „Die Auszubildende ist für die zweite Impfung in Zivil in die Klinik gekommen“, informiert Rebecca Jahn. Eigentlich sei Sophie Beucke derzeit in der Schule und nicht in der Klinik. Doch für die Impfung sei sie gern in das Krankenhaus gekommen.

Nach der Impfung der Mitarbeiter in den Risikobereichen könnten alle weiteren Mitarbeiter der Klinik geimpft werden, wenn diese das wollten, so Rebecca Jahn. In diesem Zusammenhang wird noch einmal Klinikgeschäftsführer Michael Lange zitiert: „Als regionales Krankenhaus haben wir eine besondere Verantwortung bei der medizinischen Versorgung der Menschen, dieser können wir noch besser nachkommen, wenn unsere Mitarbeiter, die täglich viele Patienten versorgen und pflegen, noch besser geschützt sind“. Eine Impfpflicht bestehe nicht. Vielmehr setze die Bördeklinik auf eine gute Aufklärung und Freiwilligkeit.