Neindorf (vs) l Andreas Lehnert erlebt seinen „zweiten Frühling“ nach einem Besuch der Bördeklinik in Neindorf. Lange Zeit hatte er sich mit einem Problem rumplagen müssen, welches sein Leben massiv beeinträchtigte. Wie das Klinikum mitteilte, habe eine Operation einen neuen Lebensabschnitt für den Niederländer eingeläutet.

„Wie wichtig meine linke Hand ist, merkte ich erst, als ich sie nur noch unter Schmerzen benutzen konnte“, wird Andreas Lehnert in einer Mitteilung zitiert. Mal eben, wie sonst gewohnt, die Tür schnell öffnen oder ans Telefon gehen, sei plötzlich ein Ding der Unmöglichkeit und nur noch mit den bereits erwähnten Schmerzen möglich gewesen. Selbst das Schließen einer Flasche Wasser sei für den 56-Jährigen zur Tortur geworden. Die Krankheit, unter der Lehnert leidet, ist keine unbekannte. Viele ältere Menschen bekommen die Diagnose Knochenverschleiß, so Dr. Hans-Georg Damert, Chefarzt für plastische, ästhetische und Handchirurgie am Klinikum Neindorf. „Die Athrose der Hand- und Fingergelenke ist tatsächlich ein sehr häufiges Krankheitsbild“, ist in der Mitteilung der Klinik zu lesen.

Im Februar 2020 hatte Andreas Lehnert die entsprechende Diagnose erhalten und sich daraufhin in den Niederlanden operieren lassen, berichtete das Krankenhaus. Danach sei auch eine deutliche Besserung eingetreten, jedoch nur für kurze Zeit. Mit Beginn der Corona-Pandemie verrutschte die eingesetzte Endoprothese. Daraufhin wandte sich der Niederländer erneut an Handspezialisten, welche ihm schockierende Ergebnisse präsentieren. „Die Spezialisten in Deutschland und den Niederlanden empfahlen mir eine Versteifung der Hand. Das sei so üblich.“ Mit dem drohenden Schicksal wollte er sich aber nicht zufriedengeben. Ihm drohte eine starke Einschränkung seiner Lebensqualität. „Durch die Versteifung hätte ich nie wieder mit meinem Sohn Rad fahren können.“ Auch das große Hobby, das Segeln, wäre dann nicht mehr möglich.“ Seinen Beruf in Den Haag hätte er dann ebenfalls nicht mehr ausüben können. Ein Unding für den Niederländer. Auf seiner Suche nach einer alternativen Behandlung stößt er im Juni 2020 auf das Klinikum in Neindorf.

Dr. Hans-Georg Damert hatte bereits ähnlich gelagerte Fälle in der Bördeklinik behandelt und machte Andreas Lehnert Hoffnung. Der Chefarzt gelte als einer der wenigen Spezialisten in der Handgelenkswechselendoprothetik in Deutschland, so das Klinikum. „Bereits nach meinem ersten Telefonat mit dem Arzt war klar, dass ich nach Neindorf kommen werde“, erzählt Lehnert weiter. Er war sich bewusst, dass dies unweigerlich zu einer erneuten Operation des Handgelenks führen wird. „Aber für mein Ziel, wieder vollkommen fit zu sein, habe ich das gerne in Kauf genommen.“

Nach einer vierstündigen Reise kam der Niederländer Mitte September unter das Messer. Zunächst musste die alte Prothese aus dem Handgelenkt entfernt werden, bevor eine neue Prothese eingesetzt werden konnte. Nach der dreistündigen Operation konnte das Handgelenk schon in Maßen bewegt werden. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, resümiert Chefarzt Damert. Auch sein Patient zeigt sich zufrieden. „Der Wahnsinn. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich so schnell wieder mein Handgelenk bewegen kann.“ Andreas Lehnert ist sehr glücklich über die zurückgewonne Lebensqualität.