Hötensleben l In Zeitraum 1924/25 erfolgte in Hötensleben der Umbau des ehemaligen Hospitals zum Rathaus. Die Baumaßnahmen umfassten die Schaffung geeigneter Räumlichkeiten für Sitzungen, für den Bürgermeister, für das Sekretariat, für die Kasse, für das Meldeamt, für die Kanzlei und für die Polizeistation.

Chronistische Unterlagen geben heute Auskunft über die am 26. September 1925 stattgefundene Einweihung des Objekts. Die „Schöninger Zeitung“ berichtete drei Tage später in einem Beitrag von diesem Ereignis. Darin heißt es unter anderem: „Zu der Feierlichkeit, die um 3 Uhr begann, waren die Gemeindevertretung, der Landrat, der Kreisausschussbürodirektor Wulkau, Kreisinspektor Stock, der Graf v. d. Schulenburg und sein Genraldirektor, Amtsgerichtsrat Aden, die Rektoren der hiesigen Schulen, Prokurist Deicke als ehemaliger Hospitalverwalter und die im Rathaus tätigen Beamten geladen. Der Graf v. d. Schulenburg, sein Generaldirektor und der Amtsgerichtsdirektor Aden hatten ihr Erscheinen abgesagt.“

Dem Text ist weiter zu entnehmen, dass die Feier im festlich geschmückten Sitzungssaal des Rathauses stattfand und durch Postmeister Schierarndt eröffnet wurde. Die Festrede hielt Gemeindevorsteher Finke, der dieses Amt seit 1911 bekleidete. Dieser verwies auf die Entstehung und frühere Bedeutung des Hauses und verband seine Ausführungen mit dem Wunsch, „dass in dem Rathaus nunmehr jederzeit zum Segen der Gemeinde Hötensleben gearbeitet werden möge“.

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Landrat Hähnsen, Vorsitzender des Kreisausschusses und Vertreter der Regierung, gab seiner Freude Ausdruck, dass sich die Gemeinde trotz vieler Sorgen und Mühen in schwerer Zeit das Rathaus eingerichtet habe. Die Arbeit, die im Rathaus jetzt und in Zukunft geleistet werde, soll der Gemeinde, dem Kreise und letzten Endes dem Staat nutzen. In diesem Zusammenhang dankte der Landrat auch dem Gemeindevorsteher Finke für seine treuen Dienste im Interesse der Gemeinde Hötensleben, die zu erfüllen in der Kriegs- und Nachkriegszeit besonders schwer war. In seinen ehrenden Worten brachte er zum Ausdruck, dass Finke noch lange zum Segen der Gemeinde im Amt verbleiben möge.

Es zogen dann gut acht Dekaden vorüber, in denen das Rathaus – unter wechselndem politischem Umfeld – seine Bestimmung erfüllte. Der 16. Januar 2006 schließlich war der letzte Arbeitstag für die noch im Rathaus beschäftigen Mitarbeiter der Gemeinde und der bis zu diesem Zeitpunkt bestehenden Verwaltungsgemeinschaft „Hötensleber Winkel“. Die Verwaltung wurde ab dem 19. Juni dann in Eilsleben sesshaft.

In der Folge entschied sich die Gemeinde Hötensleben, ihr historisches Hospital/Rathaus weiterhin öffentlich zu nutzen. Für rund 600.000 Euro ließ man das Objekt sanieren und modernisieren. Im September 2011 wurde es als Dorfgemeinschaftshaus feierlich eingeweiht.