Oschersleben l Wo die Straßen Am Pfefferbach und Am Pappelwald an der nordöstlichen Stadtgrenze aufeinandertreffen, verweist ein Hinweisschild Wanderer und Radler darauf, dass es rechts entlang nach Peseckendorf geht. Tatsächlich bietet sich den Nutzern der Wanderoute ein eindrucksvolles Bild über Feld und Flur bis in die Sieben Berge und das Hohe Holz. Eineinhalb Kilometer weiter, am Ende des Areals der Motorsportarena, ist in südlicher Richtung der Hakel zu sehen. Doch wer seinen Blick nur wenige Meter nach links und rechts des Betonweges schweifen lässt, durfte mehr als nur enttäuscht sein.

Mehrere Müllansammlungen, von kleinen Häuflein bis hin zu recht großen Bergen, säumen die eigentlich recht idyllische Wanderroute und trüben den Erholungswert. Dabei reicht der Unrat von alten Topfpflanzen über Flaschen und Gläser bis hin zu Bauschutt. Die absolute Krönung bildet dabei ein unübersehbarer Haufen an stark gesundheitsgefährdendem Asbest, dessen Verwendung bereits seit Jahren streng verboten ist und deshalb meist von speziellen Unternehmen entsorgt werden muss.

Marcel Orban ärgern die illegalen Müllhaufen. „Die Leute schaffen offenbar nicht einmal den Weg zum Wertstoffhof“, sagt der Pressesprecher der Motorsportarena auf Volksstimme-Nachfrage. „Obwohl das Gelände vor dem Zaun nicht zu unserem Areal gehört, streifen unsere Mitarbeiter dort in regelmäßigen Abständen ab“, erklärt er weiter. Kleinteiliger Müll werde selbstverständlich beräumt. „Geht es um größere Mengen wie illegal abgelagerten Bauschutt oder gar diese Asbestteile, nehmen wir umgehend Kontakt mit dem Oschersleber Ordnungsamt auf. Unseres Wissens nach melden die Amtsmitarbeiter die Fälle dem Landkreis weiter, der ist dafür zuständig“, führt Orban weiter aus.

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So sieht das auch Oscherslebens Pressesprecher Mathias Schulte. „Illegal in der Natur seinen Müll zu entsorgen, das geht natürlich gar nicht“, schimpft Schulte und fügt hinzu: „Asbest, alte Tuben mit Motoröl und selbst privater Grünschnitt haben hier überhaupt nichts verloren. Alle reden aktuell von Mikroplastik, dass wir teilweise über die Nahrung aufnehmen. Und dann gibt es unverantwortliche Menschen, die ihren Müll in der Natur entsorgen.“

Auch er weist darauf hin, dass hier der Landkreis tätig werden muss. „Das betreffende Gelände befindet sich außerhalb der Stadtgrenzen Oscherslebens. Deshalb liegt die Verantwortung für Beräumung und eventuelle Strafanträge beim Umweltamt in Haldensleben“, betont der Sprecher. Nur kann dort nicht gehandelt werden, wenn die Vermüllung nicht weitergeleitet wird. So sei er den Volksstimme-Lesern dankbar für die Hinweise, die spätestens in der kommenden Woche an die betreffende Stelle beim Landkreis ankommen werden. „Das machen wir in ganz regelmäßigen Abständen. Mittels eines Geo-Informationssystems können sogar genau jene Stellen markiert werden, an denen der Müll aufgefunden wurde“, erklärt Mathias Schulte.

Erfahrungen auf diesem Gebiet gebe es leider schon zur genüge. Denn neben dem Areal nördlich der Motorsportarena seien weitere Problemzonen bekannt. Immer wieder würden sich Müllhaufen beispielsweise links und rechts des Verbindungsweges nach Altbrandsleben finden, also entlang der Verlängerung der Breitscheidstraße. Auch an der Weiterführung des Seehäuser Wegs in Richtung Emmeringen würde immer wieder Müll illegal entsorgt. Stets müsste der Landkreis informiert werden, „leider in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen“, betont Mathias Schulte. Die Mitarbeiter kämen kaum mit der Beräumung hinterher, „kein Wunder, wenn man bedenkt, welch riesige Fläche in der Verantwortung der Kreisverwaltung liegt.“

So bleibt dem Stadtsprecher nunmehr nichts weiter übrig, als an die Vernunft der Oschersleber zu appellieren, keinen Müll oder Bauschutt in Feld und Flur zu schütten. „Das trifft übrigens auch auf Topfpflanzen und Grünschnitt zu. Selbst das Entsorgen von Laub ist verboten, wenngleich dieser Verstoß nicht so schwerwiegend ist“, betont der Pressesprecher.