Oschersleben l Ein ehemaliger Schüler der Berufsbildenden Schulen Oschersleben ist in den Sommerferien an Tuberkulose (Tbc) erkrankt. Diese Mitteilung gab gestern die Schulleitung heraus. Der betroffene Schüler war am 3. Juli zum letzten Mal in der Schule. Es bestehe keine Ansteckungsgefahr für Schüler anderer Klassen. Die Mitschüler der Klasse, die jetzt andere Bildungsgänge der Berufsschule besuchen, werden beurlaubt und dürfen die Schule erst mit einem ärztlichen Attest betreten, aus dem hervorgeht, dass sie nicht an Tbc erkrankt sind.

Vom Gesundheitsamt informiert

Toralf Schröder, stellvertretender Schulleiter, erklärt der Volksstimme, dass die Berufsschule vom Gesundheitsamt des Landkreises Börde von der Erkrankung erfahren habe. Die Information vom Montag lautete, dass keine Ansteckungsgefahr bestehe. Inzwischen wurde die Auffassung revidiert und erklärt, dass doch ein Restrisiko der Ansteckung bestehe.

Die Schulleitung habe die Kollegen zusammengenommen, Eltern angerufen und die Klassen aufgeklärt. „Da der Schüler am 3. Juli zum letzten Mal in der Schule war, eine Inkubationszeit von sechs bis acht Wochen besteht, ist davon auszugehen, dass da nichts mehr hinsichtlich einer Ansteckung zu erwarten ist. Um Ruhe in die Angelegenheit zu bringen, werden Tests veranlasst“, so Toralf Schröder.

Krankheit ist meldepflichtig

Sabine Grundler, Sachgebietsleiterin des amtsärztlichen Dienstes des Landkreises Börde erklärt auf Volksstimme-Nachfrage: „Bei der Tuberkulose handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung. Meldungen kommen von Krankenhäusern oder Laboren. In diesem besonderen Fall wissen wir seit dem 21. August, dass es sich um eine ansteckungsfähige Tuberkulose der Lunge handelt. Der betroffene Patient war uns aber bereits bekannt. Von einem Arzt und einem Labor haben wir vor Wochen die Meldung bekommen, dass es sich um eine geschlossene Tbc der Hirnhäute handelt. Da Hirnhäute nicht niesen oder husten, lag keine Ansteckungsgefahr vor“, erklärt Sabine Grundler.

Jedoch seien weitere Untersuchungen angeordnet und dafür Gewebe aus den Bronchien entnommen worden. Das Gewebe sei in einem Brutschrank angezüchtet worden. Nach vier bis acht Wochen liegt in der Regel ein Ergebnis vor. Das war der 21. August. Seit diesem Tag steht fest, dass nun doch eine ansteckungsfähige Lungen-Tuberkulose vorliege.

Das Gesundheitsamt des Landkreises ist aktuell dabei, Kontaktpersonen zu ermitteln und anzuschreiben, eine Liste von ehemaligen Mitschülern und Lehrern liegt vor.

Test soll Ansteckung ausschließen

Ein nächster Schritt sei nun eine Blutuntersuchung, um eine Ansteckung auszuschließen. Untersuchungstermine werden Schülern und Lehrern mitgeteilt. „Wir werden zudem Info-Blätter auslegen, bieten aber auch Beratungsgespräche per Telefon oder persönlich im Gesundheitsamt an“, berichtet Sabine Grundler. Sie betont zugleich, dass für die Tuberkulose längst nicht eine so hohe Ansteckungsgefahr bestehe, wie immer vermutet werde.

„Die Erkrankung ist in Deutschland selten. Dem Landkreis Börde wurden mit dem aktuellen Fall in diesem Jahr bislang 5 Fälle gemeldet, im vergangenen Jahr waren es 13 Fälle.“ Im aktuellen Fall ist ein Mensch mit Migrationshintergrund betroffen. Das hat laut Grundler aber nichts zu besagen. Deutsche seien genauso betroffen.