Hadmersleben l Am 2. September 1999 startete im einstigen Kloster Hadmersleben ein für die Region bislang einmaliges Modell: Mit 53 Schülern, darunter waren lediglich vier Internatsschüler, eröffnete die Internatsschule Hadmersleben den Schulbetrieb, schlugen die Gründer und Leiter, Astrid von Smuda und Frank Melsbach, ein neues Kapitel in der Schullandschaft auf. Mit einem Tag der offenen Tür am 1. September 1999 hatte sich die Internatsschule Hadmersleben der Öffentlichkeit vorgestellt. Anlässlich der Schulgründung wurde zudem im Klosterpark ein kleiner Trompetenbaum gepflanzt. Verteilt waren die ersten 53 Schüler damals auf sieben Klassen.

20 Jahre später, am 2. September 2019, lernen in der Internatsschule Hadmersleben knapp 200 Schüler, knapp ein Drittel von ihnen wohnen im Internat. Die Kinder und Jugendlichen der Klassen 5 bis 12 werden von über 40 Lehrern, Pädagogen und weiteren Mitarbeitern betreut. „Was vor 20 Jahren als ein Stück Pionierarbeit in der Magdeburger Börde begann, ist inzwischen längst zu einer Erfolgsgeschichte geworden“, sind Astrid von Smuda und Frank Melsbach überzeugt. Das Schulbäumchen im Park ist längst zu einem stattlichen Baum herangewachsen.

Der 20. Geburtstag wird gebührend gefeiert. So gab es zum Auftakt der Feierlichkeiten ein Fußballturnier, verbunden mit einem Picknick im Park.

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Tag der offenen Tür

Im Zeichen des Schuljubiläums stand auch der Tag der offenen Tür. Zahlreiche Interessierte schauten sich in Klassenräumen oder im Internat um. Die Schüler der 12. Klassen führten die Gäste durch das altehrwürdige Haus. Dabei berichteten sie vom Tagesablauf und den Besonderheiten dieser Schule. Viele Fragen an Schulleitung und Lehrer hatten vor allem jene Eltern mit ihren Kindern, die möglicherweise mit der 5. Klasse im August 2020 an die Schule wechseln möchten.

In wenigen Wochen, am 26. Oktober, gibt es zum 20. Geburtstag der Internatsschule ein Ehemaligentreffen.

Menschen, die die Internatsschule Hadmersleben in den vergangenen 20 Jahren in den verschiedenen Bereichen unterstützt und begleitet haben, kamen am Freitag auf Einladung der Schulleitung im Tapetensaal des alten Klosters zu einer Feierstunde zusammen. „Unser Konzept hat sich in den vergangenen 20 Jahren nicht verändert“, sagte Astrid von Smuda in ihrer Ansprache an die Gäste. Es sei an dieser konservativen Schule unter anderem von Toleranz und der Fähigkeit, mit Konflikten umzugehen, geprägt. Sehr wohl habe sich jedoch die Erziehung der Schüler im methodisch-didaktischen Bereich verändert. Der wohl dosierte Frontalunterricht gehöre nach Ansicht von Astrid von Smuda weiterhin zu einer modernen Schule. Die Internatsschule habe in ihrer Entwicklung Partner gefunden, so dass ein Netzwerk von unschätzbarem Wert entstanden sei. Möglich sei der Erfolg der Schule nur durch die unbedingte Unterstützung ihrer beiden Familien geworden, betonten Astrid von Smuda und Frank Melsbach.

Eine lebendige Internatsschule

„Es ist eine lebendige, geistige Internatsschule hinter Klostermauern. Das macht das Besondere der Internatsschule Hadmersleben aus“, sagte Eva Feußner (CDU), Staatssekretärin im Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt.

Als „Schüler der ersten Stunde“ nahm der frühere Oschersleber Philipp Gebhardt (34) an der Feierstunde teil. Heute ist er promovierter Zahnarzt, Inhaber einer Praxis für Kiefernorthopädie in Berlin und weltweit gefragter Experte auf seinem Gebiet. „Es war hier eine grandiose Schulzeit, die mir geholfen hat, selbstbewusst zu werden“, berichtete Gebhardt. Als 15-Jähriger begann er in der 9. Klasse seinen Weg an der Internatsschule Hadmersleben. Und schloss ihn mit dem Abitur ab. Durchschnitt 1,2.