Oschersleben l Rüdiger Breier, 2. Vorsitzender des Oscherslebener Sportclubs (OSC), ist begeistert. Mit den vom Sportverein bei Lotto-Toto beantragten Fördermitteln kann der Sportverein den Haushalt der Stadt entlasten. „Die Stadt allein kann die Kosten für den Bau einer neuen Laufbahn nicht stemmen“, meint das CDU-Stadtratmitglied. In diesen Tagen wurde bekannt gegeben, dass die Erneuerung der Laufbahn mit 53.000 Euro gefördert wird.

Die Laufbahn im Jahn-Stadion ist schon seit Jahren in einem sehr schlechten Zustand. Die Markierung der Bahnen ist kaum zu erkennen, vom Untergrund ganz schweigen. Ein Lauftraining kann hier schon lange nicht mehr stattfinden, erst recht keine Leichtathletikwettkämpfe.

Bessere Bedingungen für den Schulsport

„‚Wenn das Jahn-Stadion eine neue Tartan-Laufbahn, bisher war es eine Schlackebahn, bekommt, dann nicht nur, weil parallel ein Kunstrasenplatz entsteht. Die Erneuerung der Anlage ist wichtig für den Schulsport, für die Sportvereine, wie beispielsweise für die Leichtathletikabteilung von Lok Oschersleben, und Voraussetzung dafür, wieder Wettkämpfe veranstalten zu können“, macht Rüdiger Breier deutlich.

Viele Jahre hat der OSC um den Bau eines Kunstrasenplatzes gekämpft, wurden verschiedene Standorte in Erwägung gezogen, mussten die Finanzen aufgebracht werden. Ende 2018 hatte der Kampf ein Ende, stand mit dem Jahn-Stadion der Standort fest, waren die beantragten Fördermittel bestätigt. Im März dieses Jahres kam Sport- und Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) nach Oschersleben, um den „dicken“ Fördermittelbescheid in Höhe von 415.262 Euro zu übergeben. Im geförderten Vorhaben ist zwar der Kunst-rasenplatz, eine Flutlichtanlage und die Erweiterung des Sozialbaus enthalten, aber nicht die Erneuerung der Leichtathletikanlage. Noch vor der Fördermittelübergabe hatte sich der „alte Stadtrat“ deshalb noch einmal intensiv mit dem Thema Kunstrasenplatz und dem Zustand des Jahn-Stadions auch unter dem Gesichtspunkt beschäftigt, dass es kostengünstiger wäre, beide Baumaßnahmen, also Bau der Laufbahn und des Kunstrasenplatzes, zeitgleich laufen zu lassen. Aber das hieß auch, rund 385.000 Euro zusätzlich aufzubringen. Aus diesem Grund stellte der OSC den Antrag auf Fördermittel bei Lotto-Toto. Beantragt waren 75.000 Euro, bestätigt sind die bereits genannten 53.000 Euro.

Der Zeitplan sah einmal vor, dass zumindest der Kunstrasenplatz laut Fördermittelbescheid Ende Juni 2020 fertig sein sollte. Aber eine Entscheidung der Europäischen Chemiekalienagentur, die fordert, dass Kunststoffgranulat als Füllstoff für Kunstrasenplätze nicht mehr verwendet werden darf, hat den Zeitplan vor allem hinsichtlich der zu erarbeitenden Leitungsbeschreibung erst einmal durch einander gewirbelt. Als alternative Füllstoffe kämen Kork oder Quarzsand in Frage. „Welche Mehrkosten dabei entstehen, ist noch nicht bekannt, wie auch die Tatsache, wer die zusätzlichen Kosten trägt. Anderseits können wir ja noch von Glück reden, dass wir hinsichtlich der Ausschreibungen noch nicht weiter waren. So werden die geänderten Bedingungen berücksichtigt und wir schaffen etwas Nachhaltiges“, meint Stadtsprecher Mathias Schulte.

Die Ausschreibung zum Bau des Kunstrasenplatzes solle noch 2019 veröffentlicht werden. Als Baubeginn werde Anfang 2020 anvisiert.