Oschersleben l Fast beiläufig gibt Oscherslebens Wehrleiter Carsten Loof in seinem Bericht kund, dass er mit seinen Leuten im vergangenen Jahr 173 Mal alarmiert wurde. Dass also die Oschersleber Feuerwehr 2017 quasi jeden zweiten Tag ausgerückt ist. Um Brände zu löschen, um Menschen nach Verkehrsunfällen aus Autos zu holen, um von Stürmen umgeworfene Bäume beiseite zu räumen oder um andere Hilfeleistungen zu erledigen.

Dafür gibt es während der Jahresversammlung schonmal Zwischenapplaus. Denn nicht nur, dass diese 173 Einsätze für die Oschersleber Feuerwehrleute so viele waren, wie seit 1990 nicht mehr, sind sie zudem auch allesamt gemeistert, ist also die Aufgabe jedesmal so gut wie möglich erfüllt worden.

Alle Einsätze gemeistert

Und diese Aufgaben waren meistens sehr groß. Was jedem Zuhörer klar wird, als Carsten Loof an den einen oder anderen Einsatz erinnert. Beispielsweise an einen am 5. Januar, als nach einem Verkehrsunfall ein Mann zwischen Pkw und Hauswand eingeklemmt war, befreit und dann erfolgreich reanimiert worden ist. Auch das von einem Brandstifter verursachte Großfeuer am 7. Juni in der Magdeburger Straße gehörte zu den sehr schweren Einsätzen.

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Wie auch ein Verkehrsunfall am 1. Oktober zwischen Oschersleben und Großalsleben, ein Feuer in einer Werkstatt in der Magdeburger Straße am 25. November oder auch die Einsätze während der großen Stürme am 5. und 29. Oktober. Carsten Loof erinnerte zudem an einen Kellerbrand am 27. Februar in der Johann-Sebastian-Bach-Straße, bei dem ein Mann zwar zunächst gerettet wurde, dann aber im Krankenhaus an den Folgen einer Rauchvergiftung gestorben ist.

Viele schwere Einsätze

„Ich könnte jetzt noch 20, 30 oder auch 40 weitere größere Einsätze auswerten, aber das würde den Rahmen unserer Versammlung sprengen“, sagt Loof schließlich und verweist auf die Internetseite der Oschersleber Feuerwehr, „auf der unser Pressesprecher Andreas Ehrhardt über die meisten unserer Einsätze sehr ausführlich informiert“, so Loof.

Der Wehrleiter informiert in seinem Bericht hingegen zudem noch darüber, dass er derzeit 37 aktive Mitglieder zur Verfügung hat, von denen ein großer Teil auch tagsüber einsatzbereit und überdies der Ausbildungsstand dieser Feuerwehrleute sehr gut ist.

Loof erinnert auch daran, dass seine Wehr im Vorjahr ein neues Tanklöschfahrzeug sowie neue Spinde für die Einsatzkleidung bekommen hat und Mitglieder der Wehr in ihrer Freizeit den Klubraum erweitert und neu gestaltet haben. Nicht zuletzt lobt Loof den Förderverein sowie die Nachwuchsarbeit und erwähnt, dass die Oschersleber Feuerwehr in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen begeht.

Wehr wird 150 Jahre alt

„Dieses Jubiläum wird zum einen öffentlich im Rahmen des Bodefestes und dann auch nochmal intern gefeiert“, verrät Bürgermeister Benjamin Kanngießer, der während der Jahresversammlung genauso ein Grußwort an die Oschersleber Feuerwehrleute richtet, wie beispielsweise auch Landrat Hans Walker, Stadtwehrleiter Sven Könnecke, Bördekreis-Polizeichef Jörg Gebur, der stellvertretende Kreisbrandmeister Ralf Lange oder auch Harald Hinz im Namen des Feuerwehrverbandes.

Und sie alle sagen wörtlich beziehungsweise sinngemäß: „Ihr könnt auf das stolz sein, was ihr geleistet habt.“