Oschersleben l Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der langjährige Vereinsvorsitzende, Jörg Bischoff, die mehr als 100 geladenen Gäste. Dazu zählten neben Vertretern und Betreuten der Claudius-Haus-Stiftung sowie des Kardinal-Jäger-Hauses unter anderem Sachsen-Anhalts Justizministerin Anna-Marie Keding (CDU), Ex-Landrat Burkhard Kanngießer (SPD), Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer (parteilos), Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU) sowie die Bundestagsabgeordnete Silke Schindler (SPD).

Anschließend übernahm Vereinsgeschäftsführer Stephan Sigusch das Wort. Er forderte von der Politik einen Reformkurs, insbesondere hinsichtlich der Bezahlung von Betreuern.

Vereinsarbeit ist wichtig

Danach berichtete Hans Walker von den Anfängen des Betreuungsvereins. „Das Schicksal nahm einen erfolgreichen Lauf“, beschied der Landrat den Vereinsmitgliedern und Mitarbeitern. Außerdem sagte er: „Sollte es den Betreuungsverein nicht mehr geben, würden die Aufgaben an den Landkreis fallen.“ Leider stehe das Thema Betreuung nicht oben auf den Listen der kommunalen Haushaltspläne. „Brennend wichtig“ sei daher die Arbeit des Vereins. Zugleich forderte er die Unterstützung des Landes und aller zuständigen Ministerien. Anschließend überreichte Hans Walker eine Ehrenurkunde an den Geschäftsführer des Betreuungsvereins.

Bilder

„Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun, als ihre Pflicht.“ Mit diesen einleitenden Worten bedankte sich auch Justizministerin Anna-Marie Keding für die geleistete Arbeit der vergangenen 25 Jahre. Vor dem Jahr 1992 sei Betreuung reine Familiensache gewesen. Im Jahr 2000 seien diese Arbeiten zu 70 Prozent von Ehrenamtlichen geleistet worden. Im Jahr 2015 sei der Satz auf nur noch 50 Prozent gesunken. Deshalb forderte sie verlässlich planbare Finanzierungsmodelle für die Betreuungsvereine im Land. „25 Jahre Betreuungsverein Oschersleben ist eine Erfolgsgeschichte. Diese sollte fortgeführt werden, nur die Rahmenbedingungen müssen stimmen“, sagte die Ministerin und fügte hinzu: „Wir sind uns bewusst, dass es Sachen zu optimieren gibt.“

Anschließend wurden die Gäste an ein Buffet geladen. Für gute Stimmung sorgten die Künstler Phil Hubbe und Lars Johansen. Kabarettistisch nahmen sie die Arbeit und die Probleme in der Betreuungsbranche aufs Korn.

Standort auch in Haldensleben

Der Betreuungsverein Oschersleben ist mit der Einführung des Betreuungsrechtes im Jahr 1992 gegründet worden. Die unabhängige Organisation ist im Betreuungsgerichtstag, der Landesarbeitsgemeinschaft der Betreuungsvereine Sachsen-Anhalt und der Bundeskonferenz der Betreuungsvereine organisiert.

Der Betreuungsverein Oschersleben berät und unterstützt an den Standorten Oschersleben und Haldensleben interessierte und engagierte Bürger, die freiwillig und ehrenamtlich Betreuungsaufgaben übernehmen wollen. Die Beratung zu allen Vorsorgemöglichkeiten wie Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung erweitern das Angebot zusammen mit der Beratung von Bevollmächtigten. Die Entwicklung von Arbeitshilfen und Beratungsführern runden die Tätigkeit ab.