Oschersleben l Derzeit installieren Arbeiter in den neuen Räumen die Fußbodenheizung. Außerdem verlegen sie unter anderem Strom- und Wasserleitungen. In der zweiten Januarhälfte soll der Estrich gegossen werden. Die Kita „Wawuschel“ der Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat in den letzten Monaten eine deutliche Veränderung erfahren.

Wie Andreas Schmidtgen vom Kreisverband Börde der Arbeiterwohlfahrt mitteilt, geht es um drei Ziele auf einmal. Zunächst einmal soll die Raumstruktur verbessert werden. Dabei geht es nicht zuletzt um das Thema Behindertengerechtheit. Zum Beispiel wurden Türdurchlässe verbreitert und Waschräume neu gestaltet. Denn bei „Wawuschel“ handelt es sich um eine integrative Kita. Dort werden Kinder mit und ohne Behinderung betreut.

Darüber hinaus wurden die Räumlichkeiten für eine Gruppe vergrößert. Drittens entsteht ein Erweiterungsbau, der Raum für eine komplett neue Krippen-Gruppe mit 15 Plätzen bietet. Alles in allem entstehen durch die Arbeiten laut Andreas Schmidtgen bis zu 30 neue Betreuungsplätze. Sie werden dringend benötigt, denn in Oschersleben ist die Nachfrage nach Kita- und insbesondere nach Krippen-Plätzen hoch.

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Der Um- und Ausbau sollte eigentlich im März und April dieses Jahres beginnen. Doch die Awo erlebte einige Überraschungen. „Der Baugrund hat sich als sehr schlecht erwiesen“, berichtet Andreas Schmidtgen. Als Konsequenz daraus wollte man mit der Gründung des Erweiterungsbaus tiefer gehen. Dass allerdings förderte gleich das zweite Problem zutage: Denn im Erdreich wurde ein umfangreiches Gräberfeld aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckt. Das führte zu einem vorübergehenden Baustopp und zu einer Untersuchung durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie.

Letztlich wurde eine komplett neue Bauablaufplanung nötig, denn nach den Vorgaben des Landes durften die Gräber durch die Arbeiten nicht berührt werden. So kam es, dass der Ausbau der Kita erst in der zweiten Jahreshälfte 2020 voll in Gang kam. Nun geht Andreas Schmidtgen davon aus, dass die Einrichtung ihren erweiterten Betrieb zum 1. Juni 2021 voll aufnimmt. Allerdings sei der Ablaufplan weiterhin eng getaktet.

Die Gesamtkosten für den Um- und Ausbau beziffert Andreas Schmidtgen mit rund 900 000 Euro. Eine Hälfte des Geldes kommt aus dem Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2017-2020“ des Bundes. Die andere Hälfte trägt die Stadt Oschersleben.

Auch der Spielplatz auf dem Außengelände soll neu gestaltet werden. Einige Geräte mussten für die Bauarbeiten weichen. Darüber hinaus hat sich der Zuschnitt des Geländes geändert. Unter anderem musste ein weiteres Grundstück erworben werden, um für den Um- und Ausbau ausreichend Platz zu haben. Nicht zuletzt muss der Spielplatz künftig auch anderen Anforderungen gerecht werden. Denn, wie Andreas Schmidtgen erinnert, gibt es durch die neue Gruppe künftig mehr jüngere Kinder in der Einrichtung.

Ausdrücklich bedanken möchte sich der Awo-Chef bei der Oschersleber Stadtverwaltung für deren Unterstützung - und zwar „nicht nur finanziell, sondern auf allen Ebenen“, wie Andreas Schmidtgen betont. Nur die hoch qualifizierte und engagierte Arbeit habe es ermöglicht, trotz aller Schwierigkeiten mit dem Um- und Ausbau schon so weit zu sein. „Ohne die Stadt wäre das ganze Projekt nicht möglich“, so Andreas Schmidtgen.

Scheck von der ÖSA

Und noch einen Grund zur Freude gab es. Klaus Büchner von der Oschersleber Vertretung der Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt (ÖSA) überreichte im Rahmen eines Sponsorings einen Scheck über 500 Euro. Dieser dient zur anteiligen Finanzierung eines neuen Krippenwagens. Denn wo es bald eine weitere Gruppe gibt, braucht es auch einen zusätzlichen Wagen, erläuterte Andreas Schmidtgen. Die Kinder freuten sich sichtlich über das Geschenk. Wie Klaus Büchner ausführte, hat sich die ÖSA schon bei ihrer Gründung dem Gemeinwohl verpflichtet. Man wolle nicht nur Versicherungsschutz bieten, sondern auch das gesellschaftliche Leben und gemeinnützige Projekte unterstützen.