Hornhausen l Der Oschersleber Stadtrat hat Anfang September mit einer großen Mehrheit beschlossen, aus dem europäischen Förderprogramm Stark III Geld für die Sanierung der Hornhäuser Kindertagesstätte „Anne Frank“ zu beantragen. Zudem ist mit der selben Mehrheit beschlossen worden, beim Landkreis den Bedarf für einen Kita-Anbau anzumelden, um dafür Mittel aus einem neuen Bundes-Förderprogramm zu erhalten. Beides ist inzwischen passiert.

Allerdings ohne großen Beifall aus Hornhausen. Nachdem sich schon im August der Hornhäuser Ortschaftsrat mehrheitlich gegen diese Verfahrensweise ausgesprochen hat, sind auch in der besagten September-Stadtratssitzung aus Hornhausen Bedenken geäußert worden. Vor allem die, dass nach einer möglichen Sanierung des jetzigen Kita-Gebäudes, die mit einer Reduzierung der Plätze verbunden sein würde, der geplante Erweiterungsbau hinten runterfallen würde, da wohl kaum zu erwarten sei, für eine Einrichtung Geld aus zwei Förderprogrammen zu bekommen.

Größere Chancen

„Ganz im Gegenteil“, sagte nun Staatssekretärin Susi Möbbeck (SPD) Freitagnachmittag während eines Besuchs in Hornhausen. Wenn Fördermittelgeber sehen, dass sie in eine Substanz mit Perspektive investieren, die beispielsweise schon durch eine erste Förderung gegeben ist, „dann sind die Chancen sogar größer, auch noch Geld aus einem anderen Förderprogramm für die nächste Maßnahme zu bekommen“, so die Staatssekretärin.

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Wofür es von etlichen Eltern Applaus gab, die zu diesem Treffen auf das Kita-Gelände gekommen sind. Auch vom Elternrats-Vorsitzenden René Nawrot. Der der Gastgeber dieser Zusammenkunft und unter anderen überrascht war, dass es jenes neue Fördermittelprogramm des Bundes gibt, von dem die Hornhäuser Kindertagesstätte bei ihren Anbau-Plänen profitieren könnte und für die die Stadt Oschersleben bereits den Bedarf beim Landkreis angemeldet hat.

Wobei sowohl die Staatssekretärin als auch Bürgermeister Benjamin Kanngießer (SPD) sowie die Landtagsabgeordneten Gabriele Brakebusch (CDU) und Silke Schindler (SPD) bei dem Treffen in Hornhausen einräumten, dass solch ein Antrag beziehungsweise eine Bedarfsmeldung das eine sind, die Befürwortung das andere ist.

Niemand kann die Aufnahme garantieren

Niemand könne garantieren, dass die Kita Hornhausen in diese Förderprogramme aufgenommen wird. Denn die Entscheidungskriterien wurden in Brüssel beziehungsweise Berlin festgelegt. Und auch könne jetzt noch kein zeitlicher Ablauf vorhergesagt werden. Doch sollte der Weg kontinuierlich und von allen Beteiligten gemeinsam weitergegangen werden, den der Oschersleber Stadtrat mit seinem Beschluss vorgegeben hat, legte die Staatssekretärin den anwesenden Politikern und Eltern ans Herz. Nur so gebe es die Chance, die Mittel zu bekommen. Zumal diese Förderprogramme zeitlich begrenzt sind und niemand wisse, wann es die nächsten Förderprogramme dieser Art gibt.

Diese Meinung haben auch Gabriele Brakebusch und Silke Schindler vertreten, die zudem ihre Unterstützung zusagten. „Das ist hier mein Wahlkreis und so werde ich mich für diese Vorhaben in der Hornhäuser Kita einsetzen“, sagte Gabriele Brakebusch, dem sich Silke Schindler anschloss.