Bauarbeiten

Kunstrasenplatz im Oschersleber Jahnstadion nimmt Gestalt an

Von André Ziegenmeyer
Im Jahnstadion sind die Arbeiten am Kunstrasenplatz in vollem Gange. Foto: André Ziegenmeyer

Oschersleben. Von Grün ist auf der Fläche noch nichts zu sehen. Die Reifen der Baufahrzeuge wirbeln Staub auf. An mehreren Stellen zeigen sich Gräben für die Drainage. Trotzdem zeigt sich Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer zufrieden: „Wir haben den Bau des Kunstrasenplatzes sehr lange und intensiv vorbereitet, dafür geht es jetzt umso leichter.“

Wie Reinhard Schäfer von der ausführenden Baufirma Keller Tersch erklärt, haben die Erdarbeiten am 8. April begonnen. Der größte Teil sei mittlerweile geschafft. Bisher habe man auf dem Gelände des Jahnstadions rund 1000 Kubikmeter Erde bewegt. Zur Stabilisierung des Bodens seien etwa 250 Tonnen Zement-Kalk-Gemisch eingebracht worden. Von den 1100 Metern Drainage seien 900 bereits verlegt. „Wir liegen gut im Plan“, fasst Reinhard Schäfer zusammen. „Ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf und hoffe, dass es so weitergeht“, stimmt Benjamin Kanngießer zu.

Insgesamt werden auf dem Gelände des Jahnstadions 2,1 Millionen Euro investiert. Davon wird nicht nur der Kunstrasenplatz angelegt. Auch die Laufbahn wird neu aufgebaut. Eine Flutlichtanlage wird installiert. Der Sozialtrakt soll erweitert werden. Laut Bürgermeister Kanngießer hat die Planung für Letzteres mittlerweile begonnen.

Gesamtkosten liegen bei 2,1 Millionen Euro

Den größten Teil der Kosten trägt die Stadt Oschersleben. Finanzielle Unterstützung gibt seitens des Landes Sachsen-Anhalt durch eine Förderung in Höhe von 660 000 Euro. Die Lotto-Toto GmbH steuert 53 000 Euro bei.

Wie Gunnar Wendt vom Sachbereich Tiefbau der Stadt mitteilt, bewegen sich die Arbeiten im geplanten Kostenrahmen. Dabei wirke es sich positiv aus, dass das ausgehobene Erdreich nicht auf einer Deponie entsorgt werden müsse. Stattdessen wurde es teilweise zur weiteren Gestaltung des Jahnstadions genutzt.

„Es wurde ein Wall auf der Seite zur benachbarten Gartenanlage angelegt. Dadurch haben wir zum einen mehr Tribünenfläche, zum anderen trägt es zum Lärmschutz bei“, führt Joachim Kunkel aus. Er ist der erste Vorsitzende des Oschersleber Sportclubs (OSC). Der Verein hat das Gelände des Jahnstadions von der Stadt gepachtet.

Fertigstellung bis Ende des Jahres geplant

Ein weiterer Teil des Erdreichs soll bei der Gestaltung der Grünachse auf dem Areal der ehemaligen Bahntrasse Richtung Braunschweig genutzt werden, informiert Gunnar Wendt weiter.

Planer Hartwig Borrmann ergänzt, dass die Mitglieder des OSC bei der Bauvorbereitung und bei Rückbaumaßnahmen viel in Eigenregie geleistet hätten. Auch das habe dazu beigetragen, den Kostenrahmen einzuhalten. Laut Benjamin Kanngießer gab es darüber hinaus Unterstützung durch den städtischen Bauhof.

Sören Lauterbach ist Gebietsleiter der Firma Polytan. Die wird den Kunstrasen herstellen und installieren. Durch die Arbeiten erhalte das Jahnstadion einen „Kunstrasenplatz der neuesten Generation“, verspricht er. Auf diese Weise sollen Spielfreude und Spielzeiten erhöht werden. Laut Lauterbachs Prognose wird der Kunstrasen 15 bis 20 Jahre halten.

Wie Benjamin Kanngießer ausführt, soll das Jahnstadion auf diese Weise zu einer zentralen und hochmodernen Sportstätte für die Stadt werden, die ganz unterschiedliche Sportler anlocke.

Jahnstadion soll zentrale Sportstätte werden

Dieser Punkt liegt auch Joachim Kunkel am Herzen. „Es ist viel Geld, das wir hier verbauen“, hält er fest. Natürlich werde der OSC als Pächter des Jahnstadions von der Investition profitieren. Gleichzeitig betont der Vorsitzende, dass die Anlage aber auch von anderen Vereinen sowie von den Schulen genutzt werde. In diesem Zusammenhang verweist er darauf, dass die Planung für einen Kunstrasenplatz in Oschersleben schon sehr lange laufe. Dabei seien auch andere Standorte im Gespräch gewesen. Wichtig sei, dass die Stadt eine solche zentrale Sportstätte bekomme.

Gerade im Bereich der Nachwuchsarbeit werde die neue Anlage gute Chancen bieten, merkt Joachim Kunkel an. Denn mit ihr gebe es endlich einen witterungsunabhängigen Platz. Aus diesem Grund möchte sich der Vorsitzende des OSC bei den Mitgliedern des Stadtrates und allen weiteren Beteiligten bedanken.

Wie Benjamin Kanngießer ergänzt, sei die neue Laufbahn ein echter Mehrwert für die Leichtathleten der Stadt. Viele von ihnen würden derzeit noch zum Training nach Wanzleben fahren. Nach Abschluss der Arbeiten verfüge die Stadt mit ihren Ortsteilen dann selbst über eine entsprechende Anlage.

Diese Luftaufnahme verdeutlicht das Ausmaß der aktuellen Arbeiten.
Foto: Keller Tersch GmbH