Oschersleben l Das Thema Lärm soll in Oschersleben in die dritte Runde gehen. Das heißt konkret, dass der Stadtrat noch in diesem Jahr über einen Lärmaktionsplan beschließen soll. Über erste konkrete Maßnahmen diskutierte jüngst der Bauausschuss. Andererseits wurde damit ein Thema aus der „Versenkung“ geholt, dass bereits vor Jahren zur Debatte stand, aktuell mit zunehmendem Verkehr und damit mit gewachsenem Verkehrslärm eine neue Dimension bekommt. Das machte Amtsleiter Steffen Czerwienski in seinen Erläuterungen zum Lärmaktionsplan den Mitgliedern des Bauausschusses deutlich.

Lärmaktionspläne gefordert

Bereits im Jahr 2002 trat die EU-Umgebungslärmrichtlinie in Kraft. Diese führte 2005 zu Änderungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Mit dieser Änderung ging die Forderung einher, dass Lärm-aktionspläne aufzustellen sind. In diesen Plänen werden Lärmprobleme festgestellt und Lärmauswirkungen geregelt. Zugleich steht die Aufgabe, Lärmaktionspläne alle fünf Jahre zu überprüfen und, falls erforderlich, zu überarbeiten.

Die Kommunen waren verpflichtet, die zweite Stufe der Lärmkartierung durchzuführen, Stichtag war der 30. Juni 2012. Auf der Grundlage dieser Kartierung wurde bis März 2013 die Lärmaktionsplanung erarbeitet. Für die Stadt Oschersleben übernahm die Kartierung und die Lärmaktionsplanung die Firma öko-control. Die Anderslebener Straße, die Friedrichstraße, die Schermcker Straße und die Magdeburger Straße sind die von Lärm am meistern betroffenen Straßen. Die erste Lärmaktionsplanung lag Anfang 2013 für die Bürger öffentlich aus. Der Stadtrat hat dann im Juni 2013 die Lärmkartierung und die Aktionsplanung beschlossen.

Es ist Zeit für Stufe 3

Seitdem sind mehr als sechs Jahre ins Land gegangen, es ist also Zeit für Stufe 3. Zumal es in der Zwischenzeit neue Berechnungen und Statistiken gibt. Wobei die Mitglieder des Bauausschusses anmerkten, dass die jetzt zugrunde liegenden Zahlen aus dem Jahr 2017 stammen und damit auch schon wieder alt sind.

Im nun vorliegenden Beschlussentwurf für die Stadtratssitzung kann nachgelesen werden, dass sich im Vergleich zu 2012 die Situation für einige Bewohner verbessert habe. Während 2012 noch 222 Personen ganztags mit einem Schallpegel von über 65 bis 70 dB/(A) an der Fassade betroffen waren, sind es aus dem Bericht über die Lärmkartierung von 2017 noch 60 Personen. 2012 waren 53 Personen nachts mit einem Schallpegel von über 60 bis 65 dB(A) an der Fassade betroffen, 2017 waren es noch 27 Personen.

Asphalt mit Flüsterlautstärke

Um die Wohnsituation für betroffene Bewohner zu verbessern und die Lärmgeräuschpegel zu senken, solle die Stadtverwaltung nach Beschluss des Stadtrates beauftragt werden, mit der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Maßnahmen zur Senkung des Verkehrslärmes an den eingangs erwähnten Straßen abzustimmen. Eine solche Maßnahme könnte die Herabsetzung der Geschwindigkeit des Lkw- und Pkw-Verkehrs nachts auf 30 Kilometer pro Stunde sein. Der Straßenbelag solle für eine Geschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde optimiert, das heißt, ein sogenannter Flüsterasphalt solle eingebaut werden. Zugleich solle der Bau eines Kreisverkehrs (Schermcker Straße/Friedrichstraße/Magdeburger Straße geprüft werden. Nach der Diskussion im Bauausschuss einigten sich die Mitglieder, die vorgeschlagenen Maßnahmen für die Kernstadt bis auf die Ortsteile auszudehnen.