Wulferstedt l Einen beschlossenen Haushalt hat die Gemeinde Am Großen Bruch noch nicht, aber der größte Brocken im Etat steht schon länger fest: Im Herbst des vergangenen Jahres wurden die beantragten Fördermittel für die Oberflächenentwässerung genehmigt, damit kann das Vorhaben in diesem Jahr starten. Auf dem Fördermittelbescheid steht eine Summe von 854 000 Euro. Ingesamt wird die Entwässerung des Dorfes mehr als 1,379 Millionen Euro kosten.

Bereits seit 2014/15 wird die schwierige Regenwasserentwässerung in Wulferstedt geplant. Das Problem ist, dass es in dem Dorf keinen Regenwasserkanal gibt. Das Oberflächenwasser sucht sich nach Regengüssen oder jetzt bei Tauwetter seinen Weg über die Straßen und Plätze, macht auch vor privaten Grundstücken und Höfen nicht Halt. „Das ist gesetzlich nicht zulässig“, erklärt Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz.

Das Magdeburger Planungsbüro Muting hat inzwischen die entsprechenden Unterlagen samt Ausführungsplanung erstellt. Damit kann die Ausschreibung starten. Aufgabe des Planungsbüros wird es jetzt sein, das Leistungsverzeichnis für die Arbeiten zu erstellen. Vor einigen Tagen gab es vor Ort letzte Absprachen. „Wir werden für die Ausschreibung die Corona-Sonderregeln nutzen. Laut einem Erlass des Landes ist uns so eine freihändige und damit deutlich schnellere Ausschreibung und Vergabe möglich“, erklärt der Bürgermeister zu diesem Thema. Konkret heißt das, dass die Kommune sich fünf Anbieter aussucht und dort anfragt, ob sie freie Kapazitäten haben.

Schlussendlich ist wichtig, dass der Gemeinde drei Angebote vorliegen. „Die Bauarbeiten sollen im zweiten Quartal beginnen. Heute steht auch schon fest, dass die Baustelle über die kalte Jahreszeit winterfest gemacht wird. Die Arbeiten werden erst 2022 beendet werden können. Ende 2022 müssen die Fördermittel abgerechnet werden“, so Stankewitz.

Der künftige Regenwasserkanal verläuft über den Krottorfer Weg, Grüne Straße, die Große Twete bis zum Sportplatz. Der Kanal ist wichtig für weitere Straßensanierungen wie der Krottorfer Weg, der eine Kreisstraße ist. Der Bau eines Regenwasserkanals beginnt immer an der tiefsten Stelle, das ist in Wulferstedt der Sportplatz. Zunächst aber werde ein altes und nicht mehr benötigtes Klärbecken des Trink- und Abwasserverbandes (TAV) Börde zum Regenwasserspeicherbecken ertüchtigt. Von dort aus könne dann das Oberflächenwasser „dosiert“ in das Große Bruch abgelassen werden. Der Bau des Regenwasserkanals in Wulferstedt zieht keinen grundhaften Ausbau der Straßen nach sich. Es werden die erforderlichen Schächte gegraben und nach Verlegen des Regenwasserkanals anschließend wieder verschlossen. Möglicherweise müsse etwas an den Borden verändert werden, um zusätzliche Möglichkeiten des Wasserablaufs zu schaffen. Einzig die Große Twete werde auch hinsichtlich des Straßenbaus verändert werden müssen. Die Straße ist so schmal, dass nach Aufreißen des Schachtes vom eigentlichen Straßenbett kaum etwas übrig bleibt.