Oschersleben l Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer hat als Kind gern die Geschichten von Alfons Zitterbacke, Mosaik-Comics oder auch solche Bücher wie „Die Reise nach Sundevit“ und „Die Schatzinsel“ gelesen. Auch heute nimmt er noch gern das eine oder andere Buch zur Hand. Das und noch einiges mehr verrät Kanngießer der 3. Klasse, die er in seinem Dienstzimmer zu Besuch hat. Während sich zeitgleich die Mädchen und Jungen der 2. Klasse mit dem Leipziger Schriftsteller Frank Kreisler vor allem über Gespenster unterhalten. Aber auch bei den jüngsten und bei den ältesten Mädchen und Jungen der Oschersleber Goethe-Grundschule dreht sich an diesem Vormittag alles um Literatur und Lesen.

Aber was sagt ich da „an diesem Vormittag“. Die gesamte Woche über geht es bei den Goethe-Schülern um dieses Thema. Denn am Montag hat unter dem Motto „Lesen öffnet mir meine Welt“ eine Literaturwoche begonnen, die am heutigen Freitag endet. Und zwar mit einer Präsentation der Projektergebnisse, zu der auch die Eltern eingeladen sind.

Lesewettbewerbe in den Klassen

Und die werden dann unter anderem erfahren, wer die Lesewettbewerbe in den einzelnen Klassenstufen gewonnen, was ihren Kinder in der Stadtbibliothek besonders gefallen oder auch, ob die selbstgekochte Buchstabensuppe geschmeckt hat. Erfahren werden die Eltern außerdem, dass ihre Sprösslinge womöglich ihre ersten Liebesbriefe geschrieben, dazu auch gleich die Briefumschläge selbst gebastelt, sich gegenseitig ihre Lieblingsbücher vorgestellt, sich täglich mit der Volksstimme beschäftigt, eine Literaturverfilmung angesehen oder sich zeitweise in Lesezelte zurückgezogen haben. Und auch über einen Buchstabierwettbewerb und ein Rollenspiel werden die Schüler berichten, wie zudem über ihren Besuch in der benachbarten Kindertagesstätte, wo einige von ihnen den Kita-Kindern etwas vorgelesen haben.

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„Es ist insgesamt ein sehr umfangreiches Programm, das seit August, also seit Anfang dieses Schuljahres vor allem von drei Lehrern unserer Schule vorbereitet worden ist“, sagt Schulleiterin Petra Buchholz und betont, dass Lesen sehr wichtig für die Entwicklung der Mädchen und Jungen sei und deshalb Mittelpunkt einer ganzen Projektwoche geworden ist: „Lesen zu können ist ein wichtiger Bestandteil in unserem Leben. Wer einmal den Zugang zum Lesen gefunden hat, wird mit Freude ein Buch zur Hand nehmen und das Schmökern wird zum Vergnügen. Mit diesem Projekt möchten wir ein intensives Auseinandersetzen mit Literatur ermöglichen und hoffen, damit auch die Freude am Lesen nachhaltig positiv zu beeinflussen.“

Ob und wie das gelungen ist, werden Petra Buchholz und ihre Kollegen sicherlich schon in Ansätzen während der Ergebnis-Präsentation erfahren, vor allem aber am Montag nächster Woche. Denn dann wollen die Schulleiterin und ihre Mitstreiter gemeinsam mit den 106 Schülern die Literaturwoche gründlich auswerten. „Wir möchten von den Schülern erfahren, was ihnen gut und was ihnen weniger gut gefallen hat, was wir also mit Blick auf weitere Projekte dieser Art verbessern können“, wie Petra Buchholz ankündigt.