Oschersleben l Katrin Klenke vom Bündnis für Familie und Zukunft hat in diesen Tagen 60 Aufkleber unter der Händlern der Innenstadt verteilt. „Kauf in deiner Stadt, damit sie Zukunft hat“ – so die Aufschrift. Die Firma Lange Druck und damit auch ein Innenstadthändler hat die Aufkleber, die nun an vielen Schaufensterscheiben zu sehen sind, dem Bündnis gesponsert.

Bündnis für Familie und Zukunft

Floristin Tanja Brandt, Juwelierin Christine Kallensee-Franke, Buchhändlerin Ortrun Akolk und Juwelier Reginald Rudloff unterstützen die Aktion und beteiligen sich daran. „Sicher, hunderte Kunden mehr wird uns das nicht bringen, doch gar nichts tun, hilft uns auch nicht weiter“, sind sich die Innenstadthändler einig. „Was hier in Oschersleben fehlt, ist vor allem auch die Ansiedlung von Industrie, damit die Leute in Lohn und Brot kommen, mehr Geld im Portemonnaie haben. Unsere Stadt ist in der Arbeitslosenstatistik des Landkreises Börde wieder das Schlusslicht“, meint Ortrun Akolk.

Nein, um korrekt zu sein: Nicht alle 60 Aufkleber wurden an Innenstadthändler verteilt, ein Aufkleber wurde dem stellvertretenden Bürgermeister Gerd Ludwig mit der Bitte übergeben, diesen gut sichtbar für die Bürger am Rathaus anzubringen. „Jeder Euro, der in der Stadt bleibt, stärkt Händler und Stadt gleichermaßen. Die Aktion ist eine gute Sache“, meinte Gerd Ludwig.

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Ein Aufkleber für das Rathaus

In der Belebung der Innenstadt sieht der stellvertretende Bürgermeister eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Um diese zu meistern, seien auch die politischen Gremien gefragt. Die Änderung der Sondernutzungssatzung sei beispielsweise Sache des Stadtrates.

Die Stadträte Lilo Drohberg (Die Grünen) und René Herbert (Fraktion FUWG OC/OT) haben in diesen Tagen eine Händlerumfrage initiiert. Sie möchten damit von den unmittelbar Betroffenen, den Geschäftsinhabern und Händlern in der Innenstadt erfahren, wo der Schuh drückt, wo sie Lösungsansätze sehen und wie die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und der Politik verbessert werden könne. Ende nächster Woche sollen die Umfragezettel wieder abgeholt und dann zur nächsten Stadtratssitzung ausgewertet werden. Die Händler könnten die Fragen auch anonym beantworten.

Das 2017 verabschiedete Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) sieht die Etablierung eines Geschäftsstraßenmanagers vor. Um diese Möglichkeit zur Verbesserung der Innenstadtsituation voranzutreiben, hat Bürgermeister Benjamin Kanngießer (parteilos) den Citymanager der Stadt Aschersleben, Frank Fischer, sowie den Chef der dortigen Kaufmannsgilde, Martin Lampadius, eingeladen, um mit den Oschersleber Innenstadthändlern in den Dialog zu kommen und sich über die Erfahrungen in Aschersleben ein Bild zu machen. Dazu ist eine Gesprächsrunde im Rathaussaal vorgesehen, zu der alle Innenstadthändler Oscherslebens herzlich eingeladen sind.

Diskussion mit Händlern

Stadtsprecher Mathias Schulte macht nochmals deutlich, dass der Geschäftsstraßenmanager nicht auf Kosten der Händler arbeiten werde, sondern von Seiten der Stadtverwaltung, insbesondere der Wirtschaftsförderung, Maßnahmen koordinieren soll, um die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. Da der Geschäftsstraßenmanager Teil des ISEK ist, stehe der Beantragung von Fördermitteln zur Finanzierung durch die Stadt Oschersleben nichts im Wege.

Der rege Austausch mit den Händlern sei notwendig. Der Bürgermeister sehe den Wert des Managers auch darin, die Vernetzung unter den Händlern zu unterstützen: „Natürlich sehe ich, dass die selbständigen Unternehmer in unserer Innenstadt viel Zeit im Dienst der Kunden beziehungsweise für ihre Ladengeschäfte aufbringen. Darum werte ich es als Chance, durch die Einrichtung des Geschäftsstraßenmanagers einen Schritt auf die Händlern und Gewerbetreibenden zuzugehen", so Benjamin Kanngießer.

"Es muss schließlich gemeinsames Interesse der Stadt und der Händler sein, unsere schöne Innenstadt auch mit Leben zu erfüllen. Mit der beabsichtigten Beschäftigung des Geschäftsstraßenmanagers leisten wir als Verwaltung nach meiner Auffassung einen guten und zielführenden Beitrag. Nachdem wir uns ein möglichst umfassendes Bild von der Situation gemacht haben, können wir durch die Bündelung der Interessen und Ideen der Händler Strategien entwickeln, um diese zu verbessern“, meint Bürgermeister Benjamin Kanngießer.