Oschersleben l Die Aufregung ist Lena Brunner noch immer anzumerken. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so weit komme“, sagt die 20-Jährige. Es sei schon ein großer Schritt gewesen, überhaupt eine Bewerbung abzugeben. Mittlerweile hat es die Günthersdorferin bei mehr als 15 000 Teilnehmerinnen unter die ersten 80 Kandidatinnen geschafft.

Die jüngste Station war ein sogenanntes Online Voting. Unter www.missgermany.de waren Profile der zehn besten Teilnehmerinnen jedes Bundeslandes zu sehen. Neben Fotos gab es auch Texte über den bisherigen Lebensweg und die persönlichen Ziele. Die Nutzer konnten darüber abstimmen. Wie Andre Padecken von der Miss Germany Corporation (MGC) mitteilt, haben mehr als 500 000 Menschen mitgemacht. Außerdem vergab die Jury zwei Wild Cards.

Kräftig mitgefiebert

Die Zeit des Votings war für Lena Brunner nicht immer leicht, denn sie fieberte kräftig mit. „Zwischendrin war ich auch niedergeschlagen. Ich habe mich gefragt, was passiert, wenn der Wettbewerb jetzt für mich zu Ende geht.“ Doch dem war nicht so. Am vergangenen Freitag wurden die Ergebnisse bekanntgegeben. Die Uhrzeiten waren unterschiedlich, je nachdem, aus welchem Bundesland die jeweilige Kandidatin stammt. Lena Brunner musste sich in Geduld fassen, denn Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Hamburg waren zuletzt an der Reihe.

Um 21 Uhr ging eine E-Mail ein. Gleichzeitig wurden die Ergebnisse auf Instagram online gestellt. „Ich war so aufgeregt, dass ich mich gar nicht getraut habe, die Mail zu öffnen“, verrät Lena Brunner. Am Ende habe diese Aufgabe die Freundin ihres Bruders übernommen. Lena Brunner beobachtete ihr Gesicht und wartete gebannt, ob sie lachen oder traurig aussehen würde. „Dann hat sie gesagt, dass ich es geschafft habe und unter den Top 5 aus Sachsen-Anhalt bin“, berichtet die 20-Jährige. Ihre Eltern waren zu diesem Zeitpunkt nicht im Zimmer. Eigentlich hätten sie ihnen ein Streich spielen und die gute Nachricht verheimlichen wollen. Doch die Freude war zu offensichtlich.

Wie Lena Brunner berichtet, hat sie sehr viel Unterstützung erfahren. Es liege ihr am Herzen, sich dafür zu bedanken. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen hinter mir stehen. Ich war total überrascht“, erklärt sie. Fremde hätten ihr Nachrichten geschrieben, um sie aufzubauen und ihr mitzuteilen, dass sie für sie gestimmt hätten.“

Über 500 000 Menschen haben abgestimmt

Auch die Kandidatinnen hätten miteinander Kontakt gehabt und sich gegenseitig aufgerichtet. „Niemand hat die Ellenbogen ausgefahren“, betont Lena Brunner. Auch das Team hinter der Wahl zur Miss Germany habe bei Problemen als Ansprechpartner zur Seite gestanden.

Vor Kurzem war die 20-Jährige zu einer Veranstaltung im Rahmen des Wettbewerbs in Hamburg. Dort wurden die Kandidatinnen in Vierer-Teams eingeteilt. Nun sei es schade, dass es keine der anderem aus ihrer Gruppe geschafft habe, so Lena Brunner.

Vor der 20-Jährigen liegen weitere spannende Wochen. Der nächste Schritt der Miss-Germany-Wahl ist nun eine sogenannte „digitale Challenge“. Dabei müssen die Teilnehmerinnen verschiedene Aufgaben erfüllen. Wie Lena Brunner berichtet, geht es in dieser Woche darum, verschiedene Fragen zu beantworten. So soll sie beispielsweise angeben, welche Power-Frau sie inspiriert und welche Überschrift sie sich wünschen würde, falls in der Cosmopolitan ein Artikel über sie erscheint.

32 Kandidatinnen eingeladen

„Ab dem 23. Oktober sollen wir anhand von Bildern, die wir von uns machen, unsere Persönlichkeit und unsere Visionen vorstellen“, verrät Lena Brunner. Spätestens bis zum 30. Oktober entscheide sich dann, welche beiden Frauen pro Bundesland weiterkommen. Dazu informiert Andre Padecken: „Zum Empowerment Day, der am 21. November stattfindet, werden insgesamt 32 Kandidatinnen - je zwei pro Bundesland - eingeladen.“ Dieser Tag werde in der Zentrale der Modemarke Tamaris in Detmold veranstaltet. Dabei handelt es sich um einen der Partner des Wettbewerbs. Weiter führt Andre Padecke aus: „Die Persönlichkeiten und Visionen der Frauen werden in individuellen Coachings und weiteren verschiedenen Content-Produktionen noch stärker herausgearbeitet.“ Anschließend wird die Gewinnerin des jeweiligen Bundeslandes gewählt. Diese 16 Frauen nehmen dann am Finale der Miss-Germany-Wahl teil. Das findet am 27. Februar 2021 im Europa-Park in Rust statt.

Auch sonst hat Lena Brunner derzeit einiges um die Ohren. Die Günthersdorferin nimmt mit Beginn dieses Semesters ein Studium in Magdeburg auf. Außerdem steht die Prüfung für ihre Lizenz als Personal Trainerin an. Nicht zuletzt gibt es Aufträge von ihrem ersten Sponsor Schubert Motors. Unter anderem soll Lena Brunner an einem Video über ein neues BMW-Modell mitwirken.

Wer sich für den Wettbewerb interessiert, kann sich den YouTube-Kanal der Miss-Germany-Wahl ansehen. Dort sind bereits zahlreiche Videos erschienen. Jeden Sonntag um 17 Uhr kommt eine weitere Folge dazu.