Oschersleben l Einen Trabant mit 140 PS sieht man nicht alle Tage. Einen für Rennen aufgemotzten Mini Cooper oder einen Lotus Elite aus den 60er Jahren ebenso wenig. Zusammen mit knapp 60 weiteren Fahrzeugen waren sie am Sonnabend in der Motorsport Arena unterwegs. Den Anlass dafür bot ein sogenannter „Oldtimer Trackday“. Dabei war die Strecke ausschließlich für Youngtimer, Oldtimer und Rennwagen reserviert. Sie konnten dabei zum Beispiel Testfahrten absolvieren.

Veranstalter der Aktion waren Andreas Kasper Kuhn und Dennis Mühe. Beide haben bereits an Veranstaltungen in Oschersleben teilgenommen. Doch für die von ihnen organisierten „Oldtimer Trackdays“ war es eine Premiere. Den Gedanken hinter der Veranstaltung beschreibt Andreas Kasper Kuhn so: „Hier sind heute Autos mit einem Wert von mehr als 200 000 Euro mit dabei - ohne ABS oder Ähnliches.“ Bei Normalen Trackdays müssten sie sich die Fahrbahn mit modernen, hochgerüsteten Fahrzeugen teilen. Das harmoniere nicht gut.

Deshalb riefen Andreas Kasper Kuhn und Dennis Mühe 2018 die „Oldtimer Trackdays“ als separate Veranstaltung ins Leben. „Wir haben auf ganz kleinen Rennstrecken und mit ungefähr 20 Autos angefangen“, blickt Andreas Kasper Kuhn zurück. Mittlerweile habe sich aber ein Interessentenkreis aus rund 400 Fahrern gebildet. Am Sonnabend gingen rund 60 Teilnehmer aus ganz Deutschland an den Start. Sie fuhren in zwei Gruppen. Zunächst waren die Youngtimer, als Autos mit einem Mindestalter von 20 Jahren, an den Start. Anschließend waren die Oldtimer und Rennwagen an der Reihe.

Bilder

Verschoben vom März

„Das ist die größte Veranstaltung, die wir bisher organisiert haben“, sagt Andreas Kasper Kuhn. Eigentlich hätte sie schon am 30. März stattfinden sollen. Doch dann kam Corona dazwischen. Aus heutiger Sicht war für den „Oldtimer Trackday“ bei der Verschiebung sogar ein bisschen Glück dabei. Denn am 30. März habe es in Oschersleben geschneit. Das Wetter am Sonnabend sei dagegen perfekt gewesen, so Andreas Kasper Kuhn. Er selbst fuhr mit einem Formel Ford Van Diemen. „Das ist das gleiche Modell, mit dem Michael Schumacher damals seine Karriere begonnen hat“, erklärt Kuhn.

Nicht zuletzt gab es einen Porsche 993, der als Renn-Taxi unterwegs war. Gegen einen gewissen Obolus konnten Interessenten als Beifahrer einsteigen und mitfahren. Der Erlös geht laut Dennis Mühe an ein Hilfsprojekt in Kambodscha. Auf diese Weise soll Menschen, die am grauen Star erkrankt sind, ihr Augenlicht wiedergegeben werden.

Die beiden Veranstalter bedauerten, dass der „Oldtimer Trackday“ durch Corona weitgehend ohne Zuschauer stattfand. „Aber wir wollen nächstes Jahr zweimal wiederkommen“, kündigte Andreas Kasper Kuhn an. Wie Dennis Mühe ergänzte, soll es dann ein deutlich umfangreicheres Programm mit mehreren Serien geben, um dem Publikum etwas zu bieten.

Zusätzlich zum „Oldtimer Trackday“ fand am Sonnabend noch eine deutlich reduzierte Variante des traditionellen Herbstglühens statt. „Die Teilnehmer konnten ebenfalls mit Oldtimern anreisen, diese im Fahrerlager ausstellen und einen Blick auf den Trackday werfen“, erklärt Alexandra Werner. Sie arbeitet als Veranstaltungskoordinatorin in der Motorsport Arena. Am Nachmittag begann dann im Diner eine Oktoberfest-Party - inklusive Fassanstich, Masskrug-Stemmen und der Kür des schönsten Outfits. Wie Alexandra Werner informiert, handelte es sich dabei um eine Art Probelauf. Denn ab kommendem Jahr solle das Diner häufiger für Veranstaltungen genutzt werden.