Harbke l Eine ganze Hängerladung voller Abrissmaterial – Mauersteine, Dachziegel, Reste von Holzbalken, Stroh, Glas und Elektrokabel – verschandelt das Harbker Waldidyll etwas nördlich der Bahnstrecke im Bereich des Ortsteils Autobahn. Zu Füßen eines Jägerstands ist der Unrat abgekippt worden, und ein Jäger war es auch, der beim Streifzug Ende Juli auf den Schutthaufen stieß.

„Leider haben wir erst letzte Woche Kenntnis davon erhalten, sonst hätten wir schon etwas früher reagieren können, denn die illegale Entsorgung muss sich dem Jäger zufolge schon zwischen dem 16. und 29. Juli zugetragen haben“, sagt Andreas Binroth, Geschäftsführer der Ruheforst „Harbker Wald“ GmbH. Deren Inhaber, Harald Binroth, ist Eigentümer des betreffenden Areals. Sohn Andreas erklärt: „Der Schutt, etwa fünf Kubikmeter, scheint aus dem Abriss eines alten Gebäudes zu stammen. Da allerdings auch Teile von neuem Material in dem Schuttberg enthalten sind, wurde möglicherweise nicht nur abgerissen, sondern auch neu gebaut und der gesamte Abfall zusammen entsorgt.“

Illegal abgeladen

Binroths Hoffnung nun: „Vielleicht erkennt ja ein Leser etwas wieder oder kann sich erinnern, in dem fraglichen Zeitraum dort jemanden gesehen zu haben, der mit einem Baufahrzeug, großem Anhänger, einer Absetzmulde oder ähnlichem Transportgerät im Wald verschwunden ist. Oder jemand hat in seiner Nachbarschaft ein entsprechendes Bauprojekt mitbekommen und sich gewundert, wo auf einmal der ganze Müll geblieben ist. Da die Allgemeinheit für dieses asoziale Verhalten aufkommen muss, sind Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, im öffentlichen Interesse.“

Kein Einzelfall

Thomas Malcher, im Verwaltungsamt Obere Aller zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, bestätigt das: „Delikte dieser Art können mit empfindlichen Strafen belegt werden. Sachdienliche Hinweise können an unser Ordnungsamt übermittelt werden.“

Kein Einzelfall

Ein Einzelfall ist die Müll­entsorgung auf die heimliche und verbotene Weise im weitläufigen Lappwald nicht. Auch auf niedersächsischer Seite hat man jüngst und einmal mehr einen haarsträubenden Naturfrevel im großen Stil entdeckt, wie der Landkreis Helmstedt mitteilte. Demnach ist bei Heidwinkel im nördlichen Ausläufer des Lappwalds Anfang Juli Beton in enormem Ausmaß illegal abgelassen worden. Das noch flüssige Gemisch sei in einen Waldgraben geleitet worden – nach Helmstedter Angaben knapp zehn Kubikmeter. Der ausgehärtete Beton könne nur mit schwerem Gerät und entsprechend hohen Kosten zu Lasten der Allgemeinheit wieder aufgebrochen und anschließend entsorgt werden. Der Landkreis spricht in diesem Zusammenhang von einem „schwerwiegenden Vergehen, das angesichts der Menge nur mithilfe eines Betonmischer-LKW verübt werden konnte.“