Oschersleben l Es ist vollbracht. In der Puschkin-Sekundarschule wurde am Sonntag das neue Oschersleber Schulmuseum nach Monaten der intensiven Arbeit eröffnet. „Wir reihen uns damit ein in viele tolle Veranstaltungen, die bereits im Jubiläumsjahr von Oschersleben stattfanden“, sagte Gunhild Dannenberg zur Eröffnung des Museum. Die Lehrerin und Vorsitzende des Fördervereins Schulmuseum Oschersleben verwies zugleich darauf, dass sich das Museum sozusagen an historischer Stätte befindet, nämlich im „alten“, unter Denkmalschutz stehenden Teil des Schulgebäudes, der 123 Jahre alt ist. Wenn diese mehr als 100 Jahre alten Kellerwände erzählen könnten, würden sie berichten, dass hier Tonnen von Kohlen gebunkert waren, es hier von 1986 bis 2013 schon einmal ein Schulmuseum gab. Dieses aber mit Sanierung des Schulgebäudes weichen musste.

Erinnerungen zum Brücken bauen

„André Malraux sagte, wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern. Wir alle sind in unserem Leben zur Schule gegangen. Alle haben Erinnerungen an die Schulzeit, positive wie negative“, sagte Gunhild Dannenberg zur Eröffnung des Schulmuseums. Dieses solle Brücken bauen zwischen den Generationen. Denn einerseits erzählt das Museum wie Schüler vor 70 Jahren oder zu DDR-Zeiten lernten. „Was aber macht Schule heute aus? Wie funktioniert Schule heute? Auch diese Fragen wollen wir im Schulmuseum beantworten und es stetig weiter entwickeln“, so Gunhild Dannenberg. Schüler, die zu Museumlotsen ausgebildet werden, berichten bei der Führung durch das Museum aus dem Hier und Jetzt und erfahren andererseits von den Besuchern, welche Erinnerungen sie an ihre Schulzeit haben, wie die ältere Generation einst lernte.

Viel Schweiß und Nerven habe das neu entstehende Schulmuseum in den vergangenen Wochen und Monaten gekostet. Das gab Gunhild Dannenberg zur Eröffnung unumwunden zu. Doch mit Hans-Georg Hahn, ehemaliger Schüler, Lehrer und Direktor der Puschkinschule, und Lutz Bittner wusste sie zwei Männer an ihrer Seite, die schon am ersten Schulmuseum, dem sogenannten „Schulhistorischen Kabinett“, mitwirkten.

Bilder

Vorhandene Materialien präsentieren

Ziel des Schulmuseums sei es, vorhandene Zeugnisse der regionalen Schulgeschichte zu präsentieren, weitere Materialien zu sammeln, zu bewahren, zu dokumentieren und so einen Erlebnisort zum Anfassen und zum Begreifen zu schaffen. Das Schulmuseum werde sich stetig entwickeln, die Ausstellungsräume sich immer wieder verändern. Dafür sorgen nicht zuletzt Erinnerungsstücke, die noch am Tag der Eröffnung abgegeben wurden.

Rund 130 Gäste haben sich zur Eröffnung des Schulmuseums am Sonntag in der Aula der Puschkin-Sekundarschule versammelt. Sie alle haben ihren Anteil an der Entstehung des Museums: Sie haben ihre Erinnerungen an die Schulzeit aufgeschrieben, den alten Ranzen oder die Sani-Tasche vom Boden geholt, unzählige Klassenfotos, alte Schulbücher und vieles mehr beigesteuert. „Beeindruckt hat mich vor allem eine noch komplett gepackte Schultasche, die eine ehemalige Schülerin bei ihrer Mutti aufspürte. Der Schulranzen stand dort noch genauso, seit sie die 4. Klasse abgeschlossen hat. Nun hat die Schultasche ihren Platz im Schulmuseum eingenommen“, erzählt Gunhild Dannenberg.

Förderverein 2018 gegründet

„Bildung ist ein Lebensthema. Mit der Schulzeit sind viele Emotionen und Erinnerungen verbunden. Schule ist ein Ort des Lebens. Die Geschichte des Lehrens und Lernens, die vor 123 Jahren mit Fertigstellung dieses Gebäude begann, wird im Schulmuseum bewahrt“, sagte Astrid Ribke, Leiterin der Puschkin-Sekundarschule.

2017 ist der Beschluss zur Neueröffnung gefasst worden, am 30. Mai 2018 wurde der Förderverein gegründet. Zur Umsetzung dieses großartigen Projektes hätten viele Steine aus dem Weg geräumt werden müssen. Und so dankte die Schulleiterin vor allem Gunhild Danneberg, Hans-Georg Hahn und Lutz Bittner, ehe sie Gunhild Dannenberg symbolisch den Schlüssel für das Museum überreichte.

Die Schirmherrschaft für das Museum hat im Übrigen Sachsen-Anhalts Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU) übernommen.

Fotos finden besonderes Interesse

An dieser Stelle darf ein großes Stück Oschersleber Schulgeschichte nicht unerwähnt bleiben. Vor dem Schulmuseum musizierte der Spielmannszug. Seine Geschichte ist untrennbar mit der Puschkinschule verbunden.

Begeistert beendeten die ersten Besucher den Rundgang durch das Schulmuseum. Die zahlreichen Fotos von Klassen und Lehrern standen im besonderen Interesse, aber auch die vielen Schulutensilien aus längst vergessenen Tagen. Frauen und Männer testen die alten Schulbänke, probieren die Rechenschieber aus, um sich dann die Frage zu stellen: Wie hat das nur funktioniert?

Wer das Schulmuseum besuchen möchte, meldet sich unter 03949/2101 an.