Oschersleben l „Mit unserem ‚Sofa-Konzert‘ wollten wir das Kaufhaus O wieder in die Köpfe der Menschen bringen. 160 Leute haben gesehen, hier passiert was“, erklärt Dr. Thomas Harborth, Geschäftsführer der Oschersleber Bewos, nach dem Konzert.

Das Kaufhaus O liegt nun wieder verwaist da, doch der Dornröschenschlaf solle nicht Jahre dauern, erklärte Harborth während eines Rundganges durch das Haus. Seit zwei Monaten ist die Wohnungsbau- und -verwaltungsgesellschaft offizieller Besitzer des Kaufhauses inmitten der Stadt. Mit künftigen potenziellen Nutzern seien bereits Gespräche geführt worden.

Erste Anfragen liegen schon vor

„Für das Obergeschoss gibt es inzwischen Anfragen von vier Interessenten aus dem Verwaltungs- und Gesundheitsbereich. Innerhalb des nächsten Vierteljahres werden sich diese entscheiden und damit kann eine erste räumliche Planung begonnen werden. Vorstellbar wären im Obergeschoss auch Wohnungen“, berichtet der Geschäftsführer. Und erklärt zugleich, dass die verschiedenen Ebenen, also Erd-, Ober- und Dachgeschoss komplett getrennt werden. „Die Treppe, die bislang Erd- und Obergeschoss verbunden hat, wird verschwinden. Somit stehen im Erdgeschoss 550 Quadratmeter zur Verfügung. Nach einer ersten Diskussion in der Händler-Gilde zur künftigen Nutzung des Hauses war ja der Wunsch nach einem Lebensmittelhändler geäußert worden. Die ersten Anbieter haben wir inzwischen angefragt und auch erste Absagen erhalten“, weiß Dr. Thomas Harborth weiter zu berichten.

Bilder

Zugleich betont er, dass niemand unter Druck gesetzt werden solle. „Wir sind ja gerade zwei Monate Eigentümer“, meint Harborth. Vorstellbar wäre im Erdgeschoss auch ein Bürgerbüro oder Bürgertreff. Auch zwei Cafés hätten sich gemeldet sowie bekundeten Frisöre/Kosmetiker ihr Interesse. „Schön wäre es, wenn das Haus künftig möglichst viele Mitarbeiter beherbergt, die in der Mittagspause oder nach Feierabend in der Innenstadt einkaufen“, wünscht sich Thomas Harborth.

Auch Wohnungen möglich

Für das Dachgeschoss sieht ein erster Entwurf vor, dass auch hier Wohnungen entstehen könnten. „Nur Gewerbe im Haus zu integrieren, wird rein finanziell nicht funktionieren“, ist der Geschäftsführer überzeugt. Wie auch von der Tatsache, dass weiteres Geld in die Hand genommen werden müsse, beispielsweise für neue Fenster. Die aktuell verbauten Fenster können nicht geöffnet werden.

Zurück zum „Sofa-Konzert“. Dieses lockte nicht nur ein bunt gemischtes Publikum ins Haus, sondern es erfüllte zugleich einen guten Zweck. Die Eintrittsgelder in Höhe von insgesamt 760 Euro wurden komplett an die Oschersleber Ortsgruppe von „netzwerk leben“ weiter gereicht. Im Namen der Stiftung nahmen Ingeburg Gerke, Kathrin Böhm und Kristin Hohmann die Summe entgegen und können nun in der Weihnachtszeit Kinderwünsche erfüllen. Erst recht, da auch die Damen des Lionsclubs Oschersleben „Die Börde“, vertreten durch Vinny Zielske und Birgit Tiebe, 1.000 Euro überreichten.

Alte Fotos gezeigt

Für das Konzert hatte die Bewos die Hamburger Band „The Ghost & The Girl“ verpflichten können. Sie kam beim Publikum gut an. Vor allem Sängerin Dorothee Möller zog die Besucher in ihren Bann.

Für das Konzert war das Erdgeschoss mit alten Fotos geschmückt worden. Sie zeigen Straßen und Häuser von einst in unmittelbarer Nähe des heutigen Kaufhauses O. Am jetzigen Standort stand seinerzeit schon einmal ein Kaufhaus inmitten der Bodestadt.