Altbrandsleben l Die Bauarbeiten am neuen Feuerwehrgerätehaus in Altbrandsleben gehen voran. „Wir sind zwar eine Woche im Verzug, sollten das Projekt aber wie geplant über die Bühne bekommen“, sagte Oscherslebens Stadtsprecher Mathias Schulte auf Volksstimme-Nachfrage. So ist die Hülle so gut wie fertiggestellt, nur einige Arbeiten an der Außenwand stünden noch aus. Nun geht es im Inneren weiter

Bereits im Jahr 2014 hatte der damalige Bürgermeister Dieter Klenke versprochen, dass der Bau höchste Priorität genieße. Doch dieses Versprechen konnte nicht eingehalten werden. Bis das neue Haus fertiggestellt ist, haben die Altbrandsleber Kameraden ihr Domizil in einem Feuerwehrgerätehaus, das den Namen eigentlich nicht verdient. In dem Gebäude – ähnlich einer kleinen Scheune – bröckelt der Putz von den Wänden. Die Kameraden, darunter auch Frauen, müssen sich neben den Einsatzfahrzeugen umziehen. Zudem befinden sich die Toiletten über dem Hof, das Gebäude musste von dem Kameraden selbst beheizt werden.

Langes Hin und Her

Doch während der Vorberatungen zum Haushalt 2015 war in den Ausschüssen beschlossen worden, den Bau des Feuerwehrgerätehauses wiederum mit einem Sperrvermerk zu versehen. Erst eine Brandrede des Ortswehrleiters Steffen Reinsch vor den Mitgliedern des Stadtrates in der Mai-Sitzung des Jahres 2015 brachte die Wende.

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„Die Kameraden sind nicht gewillt, freiwillig ihren Dienst zu leisten. Wenn das so bleibt, wird die Ortswehr geschlossen zurücktreten“, drohte er. Nach weiteren eindringlichen Worten von Stadtwehrleiter Sven Könnecke, Ordnungsamtschef Gerd Ludwig sowie Bürgermeister Dieter Klenke stimmten die Räte mehrheitlich für die Streichung des Sperrvermerks. Im städtischen Haushalt 2016 wurden dann 160.000 Euro für die Umsetzung des Projektes eingestellt und weitere 200.000 Euro in den Etat von 2017. Damals sollte das Feuerwehrgerätehaus bereits stehen.

Drohung mit Rücktritt aller Kameraden

Ein Grundstück hatte sich die Stadt für das Vorhaben schon Jahre zuvor gesichert. Doch im März 2017 riss dem Ortswehrleiter wieder der Geduldsfaden und drohte einmal mehr während einer Stadtratssitzung mit dem Rücktritt aller Altbrandsleber Kameraden. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass das vorgesehene Grundstück in der Schmiedebreite in Altbrandsleben in das Landschaftsschutzgebiet „Hohes Holz, Saures Holz“ hineinragt.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Kosten für den Bau des Feuerwehrgerätehauses bereits auf eine halbe Million Euro gestiegen. Nach Vor-Ort-Terminen und ewigem Hin und Her mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises wurde nach Lösungsmöglichkeiten gesucht und schließlich gefunden. Der Bau konnte starten.

Für nunmehr eine Million Euro entsteht für die Altbrandsleber Kameraden auf einer Grundfläche von rund 320 Quadratmetern ein eingeschossiges Feuerwehrgerätehaus mit zwei Stellplätzen für die Einsatzfahrzeuge. Inbegriffen sind moderne Sanitäranlagen und Umkleidebereiche - für Frauen und Männer getrennt.