Hadmersleben l Still ist es auf der Baustelle für die Sporthalle in Hadmersleben. Ein riesiges Stahlgerüst reckt sich dem Himmel entgegen, die großen Dachpfetten und Sparren aus Metall reflektieren das Sonnenlicht.

Bis Ende vergangener Woche waren die Monteure fast täglich im Einsatz. Mit einem großen Kran wurden die angelieferten, teils mehrere Tonnen schweren Stahlteile an Ort und Stelle gehievt und mit anderen, bereits aufgestellten Stahlteilen verbunden.

„Bisher läuft alles ohne große Komplikationen. Wenn es doch irgendwo mal klemmt, wird sich ohne Probleme untereinander abgestimmt“, sagt Matthias Schuffert. Er ist der Vorsitzende des TSV Hadmersleben. Im Auftrag seines Vereins entsteht die neue Sporthalle. Baustart war im Dezember vergangenen Jahres, mit der Bodenvorbereitung war bereits im Jahr 2017 begonnen worden.

Mehr als fünf Jahre ist es nun her, als die Planungen für den Mega-Bau starteten. Etliche Papiere mussten gewälzt, Fördermittelanträge ausgefüllt, teils wieder verworfen und neu gestellt werden. Viele Unwegsamkeiten galt es also aus dem Weg zu räumen. Und die Ehrenamtler mussten erst einmal in die Rolle eines Bauherren hineinwachsen.

Doch nun scheint sich das Projekt langsam aber sicher seiner Fertigstellung zu nähern. Sollte alles weiter so laufen, wie bisher, könnte die Halle Ende des Jahres fertig sein, „wenn nicht noch etwas dazwischen kommt, es muss alles passen“, sagt der Vereinschef.

Guter Dinge sind auch die Verantwortlichen der bauausführenden Stahlbaufirma. „Wir sind sehr zufrieden. Kleinere Probleme konnten bisher gemeinsam gelöst werden“, ist aus der Unternehmenszentrale in Staßfurt auf Volksstimme-Nachfrage zu erfahren. Der große Kran wird für den morgigen Mittwoch wieder erwartet, um weitere Stahlteile montieren zu können. Vor allem gelte es, weitere Pfetten im Dachbereich zu installieren sowie sogenannte Wandriegel zur seitlichen Verstärkung. Die Arbeiten sollen am Freitag beendet sein und der Kran wieder abtransportiert werden.

Sportausstattung folgt zum Schluss

„Ab Montag werden dann die Anbauten folgen, also der Sozialtrakt und die Geräteräume“, heißt es weiter. Auch diese werden in Stahlbaukonstruktion errichtet. Parallel dazu folgen die Außenwände in Sandwichbauweise. Diese Teile werden ebenfalls vorgefertigt, bestehen außen aus Stahlblech und innen aus Hartschaum mit dämmenden Eigenschaften. Ist das geschafft, folgen Fenster und Türen. Damit wäre der erste Teil, das sogenannte Los 1, geschafft.

In einem weiteren Bauabschnitt, dem Los 2, soll dann die Installation der Haustechnik erfolgen – ebenfalls durch das Staßfurter Stahlbauunternehmen. Der dritte Bauabschnitt umfasst dann den Ausbau mit Fliesen und Trockenbau. Den Part für die sportliche Ausstattung übernimmt dann ein Fach-Unternehmen aus Oberbayern. Dazu gehören beispielsweise der Hallenboden, die Prallwände, die Verankerung für Tore und Netze für Badminton und Volleyball.

„Wir freuen uns, dass die Halle wächst und nach der langen Vorbereitung nun endlich etwas zu sehen ist“, sagt Matthias Schuffert. Er erinnert daran, dass nicht nur die rund 250 Vereinsmitglieder in den Genuss der neuen Halle kommen werden. Allein zehn Fußballmannschaften sowie Tischtennis-Spieler, Volleyballer, Leichtathleten, Gymnastikfrauen und die Kindersportler sollen hier trainieren. Aber auch die Handballer des LSV 90 Klein Oschersleben sollen hier ihre Heimstatt finden, und zwar nicht nur um zu trainieren, sondern auch Ligaspiele bestreiten zu können. Und um die Halle wettkampftauglich zu bekommen, soll auch eine große Tribüne eingebaut werden.

Die Kosten für den Bau werden mit rund 2,6 Millionen Euro angegeben, wovon das Land rund 80 Prozent fördert. Oschersleben will jährlich einen Betriebskostenzuschuss von 40.000 Euro beisteuern.