Vier neue Bauwerke wurde in den letzten Tagen im Peseckendorfer Schlosspark aufgebaut

Neue Brücken überspannen Wasserläufe

Von Yvonne Heyer

Mit vier neuen Brücken, historisch nachempfunden, ist ein weiterer Schritt bei der Sanierung des Peseckendorfer Schlossparks getan. Gestern wurden für die letzten Brücke die Bohlen aus Hartholz verschraubt.

Peseckendorf l Noch gerade rechtzeitig, kurz bevor sich das Jahr 2013 endgültig verabschiedet, fand ein Projekt bei der Sanierung des Peseckendorfer Schlossparks doch noch sein Ende. In der vergangenen Woche wurden vier neue Brücken, die Herstellung hatte sich verzögert, angeliefert. Auf die aus feuerverzinktem Stahl gefertigen Träger haben inzwischen Mitarbeiter einer Fachfirma aus dem Emsland Bohlen aus Hartholz verschraubt. Während drei Brücken Geländer "nach Standard" bekommen haben, wie es Baubetriebsamtschef Steffen Czerwienski nennt, erhält eine andere Brücke ein Geländer mit "Füllung" und besonderen Verzierungen. "Für diese eine Brücke ist an dieser Stelle historisch verbrieft, dass sie so ein Geländer hatte. Für die anderen Brücken gibt es keine Vorlagen, darum haben wir uns für die einfache Variante entschieden", so Steffen Czerwienski.

Da die Wege zu den Brücken noch nicht angepasst sind, sind die vier neuen Übergänge über die Wasserläufe des Parks noch gesperrt. "Erklärtes Ziel für diese Woche sollte es aber noch sein, dass zumindest an einer Brücke der Weg angepflastert wird, damit die Bürger über Weihnachten Gelegenheit haben, einen Spaziergang im Peseckendorfer Schlosspark zu starten", meint der Leiter des Baubetriebsamtes. Allerdings seien die Bürgerarbeiter für den Wegebau im Peseckendorfer Schlosspark nur noch bis Donnerstag da. Stadt und Kommunale Sanierungsgesellschaft (KSG) kamen nun überein, dass mit Unterstützung des Bauhofes die Übergänge zu den Brücken noch geschaffen werden.

Der Wegebau im Peseckendorfer Park war einer der letzten großen Schwerpunkte, die es im Rahmen der Bürgerarbeit, Träger ist die KSG, zu erledigen galt. Mit den Verzögerungen beim Brückenbau um knapp acht Wochen hat sich auch der Wegebau nach hinten verschoben. In den vergangenen Wochen und Monaten haben die Männer und Frauen die Kanten der Wege neu abgesteckt und eine grobe Schotterschicht aufgebracht. Auf diese grobe Schicht kam eine Schicht Feinsplitt. Das geschah zunächst nur auf den Wegen, die nicht vom Brückenbau betroffen waren. Damit die Baufahrzeuge die neuen Wege nicht gleich wieder kaputt fahren.

Wenn die Männer und Frauen des Projektes Bürgerarbeit am 13. Januar 2014 ihre Arbeit fortsetzen, soll der Wegebau abgeschlossen werden. Noch bis Ende Februar läuft das Projekt, dann ist für die rund 20 Männer und Frauen Schluss.

Rund 57 000 Euro waren im Haushalt der Stadt Oschersleben in diesem Jahr allein für den Brückenbau im Peseckendorfer Schlosspark eingestellt worden. Um das Stadtsäckel zu entlasten, waren Fördermittel aus dem Programm "Förderung der regionalen ländlichen Entwicklung" beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) in Höhe von insgesamt 75 Prozent beantragt und auch gezahlt worden. Insgesamt sind Fördermittel in Höhe von 34800 Euro geflossen. Damit blieb für die Stadt ein Eigenanteil von rund 22000 Euro.

Aber nicht nur dem Wegebau haben sich die Bürgerarbeiter gewidmet. Sie setzten die umfassenden Pflegemaßnahmen im gesamten Park fort. So waren in den vergangenen Monaten im Park zahlreiche Büsche und Bäume neu gepflanzt worden.

Die Rekonstruktion des Peseckendorfer Schlossparks im Rahmen der Bürgerarbeit ist 2011 gestartet. Vor allem im ersten Jahr wurde das dichte Unterholz entfernt und wurden Bäume abgeholzt. Heute sind erste Strukturen und Sichtachsen wieder erkennbar. Das Jahr 2012 stand ganz im Zeichen der Teichsanierung. Vor allem der Peseckendorfer Kultur- und Heimatverein hat die Sanierung des Parks nach historischem Vorbild vorangetrieben. Doch nur mit der Bürgerarbeit wurde es tatsächlich möglich, das Ziel so schnell mit Leben zu erfüllen. Sämtliche Arbeiten, vor allem das Abholzen von Bäumen oder das Entfernen des enormen Wildwuchses, wurden stets mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und dem Denkmalschutz des Landes abgestimmt.

Wenn das Projekt Bürgerarbeit Ende Februar 2014 endet, sollen neue Wege gefunden werden, die Pflege des dann umfassend sanierten Parks zu sichern.