Kroppenstedt l Der Festvortrag am Sonnabend, 30. September, um 15 Uhr in der Martinikirche widmet sich Esaias Compe- nius. „Der Erbauer der Kroppenstedter Orgel war ein genialer Künstler, dessen Werke heute noch die Bewunderung berühmter Organisten wie begeisterter Hörer erregen“, sagt Beate Könnecke von der evangelischen Kirchengemeinde. „Er wird daher im Zentrum des Vortrags stehen. Er verstarb 1617 an bisher unbekanntem Ort auf dem Rückweg von Dänemark.“

Aber auch über andere Familienmitglieder, wie seinen Bruder Heinrich Compenius junior, der 1604 die spektakuläre Magdeburger Domorgel erbaute, wird von Professor Dr. Gerhard Aumüller berichtet werden. Von der Domorgel ist nur ein hölzerner Hahn übrig geblieben ist, der mit den Flügeln schlagen und krähen konnte. Über vier Generationen der ursprünglich in Eisleben und Nordhausen ansässigen Familie haben zwischen Bremen und Breslau, zwischen Staffelstein in Oberfranken und dem dänischen Schloss Frederiksborg als Orgel- und Instrumentenbauer gearbeitet.

Orgel klingt seit zwei Jahren wieder

Der Vortragende, einst Professor für Anatomie an der Universität Marburg, hat sich seit seiner Emeritierung 2008 jahrelang mit den Orgelbauerfamilien Compenius und Beck in Halberstadt und Halle und dem mit ihnen in Verbindung stehenden Wolfenbütteler Hofkapellmeister Michael Prae-torius befasst, der mit seinen Orgelkompositionen die den Instrumenten angemessene Musik geschrieben hat.

Musikbeispiele werden durch die 400 Jahre alten Orgelpfeifen aus der Erbauungszeit (1603-1613) der Compeniusorgel zu hören sein. „Seit zwei Jahren erklingen sie wieder in historischer mitteltöniger Stimmung und lassen die Zuhörenden den Zeitgeist vergangener Musikepochen ohrennah erleben“, sagt Beate Könnecke. „Es spielt Domkantor Markus Kaufmann. Die Kirchengemeinde Kroppenstedt heißt alle Interessierten zu dem besonderen Festvortrag willkommen.“