Groß Germersleben l Die 13. Orgelvesper am Freitagabend im Kompetenzzentrum für Orgel und Harmonium des Kirchenkreises Egeln in Groß Germersleben war zugleich die erste in der neuen Veranstaltungsreihe des Jahrgangs 2018. „Nun, wir haben nicht jedes Jahr so ein Ereignis wie 500 Jahre Reformation im Jahr 2017. Doch nach dem Erfolg des Experiments Orgelvespern mit Reformationsliedern im vergangenen Jahr ließ uns nach einer Fortsetzung, nach einem neuen Thema suchen“, erklärte Pfarrer Peter Mücksch. 2018 erklingen in den Orgelvespern unter dem Titel „Bördeschätze“ Lieblingslieder der Kirchengemeinden. „Ich habe allein 200. Also war es wiederum nicht einfach für die folgenden elf Orgelvespern eine Auswahl an Lieblingsliedern zu treffen. Sie ist nun entsprechend des Verlaufs eines Kirchenjahres getroffen“, meinte der Hötensleber Pfarrer. Er hatte am Freitagabend die besondere Aufgabe, die Veranstaltungsreihe im alten Kantorat von Groß Germersleben, in dem sich das Kompetenzzentrum befindet, zu eröffnen. Gekommen waren Menschen aus verschiedenen Kirchengemeinden, aus Ausleben, Ummendorf, Wulferstedt, Bottmersdorf und natürlich Groß Germersleben. Und genau das sei das Ziel dieser besonderen Orgelvespern. Die Menschen reisen von Kirchengemeinde zu Kirchengemeinde, um zusammenzukommen, sich kennen zu lernen. Auch kommen so kleinere Gemeinden in den Genuss von Kirchenmusik.

„Im Frieden dein, o Herre mein“ ist der Titel des ersten Lieblingsliedes. Eigentlich passte an diesem Abend die Bezeichnung Orgelvesper nicht so ganz. Denn das Orgelduo „Doppelt klingt besser“ um Kantor Werner Jankowski und der Osterweddingerin Friedburg Unger spielte nicht auf der neuen Groß Germersleber Kirchenorgel, sondern auf einem Harmonium. Aber mit diesem hat es eine besondere Bewandnis: Das 1892 erbaute Druckluft Straube-Harmonium ist seit dieser Zeit im Besitz der hiesigen Kirchengemeinde und ist wohl in dem heutigen Gemeinderaum und einstigen Klassenraum der alten Kirchenschule für Generationen von Dorfbewohnern erklungen.

Mit Mozarts „Priestermarsch“ wurde die 13. Orgelvesper am Freitagabend eröffnet. Schließlich ließen Friedburg Unger und Kantor Werner Jankowski auch Variationen zum Themenlied des Abends erklingen, ehe die Gemeinde gebeten war, das Lied, dessen Geschichte bis in das Jahr 1530 zurückgeht, mitzusingen. Der Text hat seinen Ursprung im Lobgesang des Simeon im Lukas-Evangelium. 1898 bekam das Lied einen „aktualisierten“ Text.

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Zukunft und Hoffnung, das Dasein zwischen Leben und Tod, zwischen den Zeiten: Das mache das Lied aus. „Simeon war der Gedankengeber und über Generationen wurden diese weiter getragen“, fasste Pfarrer Peter Mücksch seine Gedanken zum ersten Lieblingslied zusammen.

Die nächste Orgelvesper der Reihe „Bördeschätze“ mit Lieblingsliedern der Kirchengemeinden macht am 9. März Station in der Ausleber Kirche. Das Themenlied des Abends ist dann „Das Kreuz ist aufgerichtet“. Pfarrer Theo Spielmann aus Hadmersleben wird diese Orgelvesper begleiten, während Kantor Werner Jankoswki an diesem Abend tatsächlich auf einer Orgel spielen wird.