Im Gespräch

Ortschef der Verbandsgemeinde Westliche Börde berichtet über seine Erfahrungen mit großen Projekten

Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz (SPD) hat sich längst ?häuslich? im neuen Büro eingerichtet. Fotos (4): Yvonne Heyer

Volksstimme: Der neue Verwaltungssitz ist bis auf die Außenanlagen fertig. Ist alles so geworden, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Fabian Stankewitz: Das neue Verwaltungsgebäude passt optisch in das Stadtbild und erfüllt nach den ersten Tagen des Arbeitens die Anforderungen der Verwaltung. Der Architekt Karsten Liebner hat nicht nur meine Ideen und Wünsche umgesetzt, sondern viele eigene Vorschläge eingebracht. Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit stimmt mich zufrieden.

Volksstimme: Zwischen Plänen oder Modellen und der Wirklichkeit liegen ja doch auch Unterschiede? Vor allem, weil doch auch große Einsparungen vorgenommen werden mussten. Welche Einsparung schmerzte am meisten?

Fabian Stankewitz: Der Kostendruck wurde mir bereits in den ersten Amtstagen deutlich gemacht. Daher haben meine Amtsleiter und ich bei den Flächenbedarfen kräftig reduziert. So sind alle Büroräume knapp über den gesetzlichen Mindestanforderungen vom Flächenangebot ausgelegt worden. Die nun vorgenommene Möblierung zeigt, dass alles passt, aber halt keine Reserven vorhanden sind. Die Einsparungen nach dem Wettbewerbsergebnis haben kaum Auswirkungen auf den Alltag im Verwaltungsgebäude. Daher wurden die Kürzungen auch so umgesetzt. Ich beantworte Ihre Fragen abschließend so: Es schmerzt nicht, und auch in den nächsten Jahren wird es nicht schmerzen. Daher meine ich auch, dass der Haushalt durch die Kürzungen nicht zusätzlich belastet wurde, um auch bei weiteren Vorhaben handlungsfähig zu sein.

Volksstimme: Es ist Ihr erstes großes Projekt, welches in Ihrer Amtszeit umgesetzt werden konnte. Sind Sie darauf nicht auch stolz?

Fabian Stankewitz: Der Ersatzneubau in der Marktstraße 7 hat mir persönlich viel Zeit und Anstrengungen gekostet. Daher bin ich natürlich stolz, dass ich ein überzeugendes Ergebnis abgeliefert habe. Oft wird in diesem Zusammenhang mein Alter angesprochen, was den einen oder anderen hat zweifeln lassen, ob ich das Projekt wirklich umgesetzt bekomme. Diese Skepsis scheint verflogen zu sein. Persönlich habe ich mit dem Neubau sehr viel Wissen sammeln können, welches ich in der verbleibenden Amtszeit bis Januar 2024 für die Verbandsgemeinde und deren Mitgliedsgemeinden einbringen werde.

Volksstimme: Die Verbandsgemeinde hat nun ordentliche Arbeitsbedingungen. Welche Schwerpunkte setzen Sie für die Zukunft. Welche neuen Projekte gibt es?

Fabian Stankewitz: Da stimme ich Ihnen in großen Teilen zu. Allerdings hat die Verbandsgemeinde auch noch eine Außenstelle. Seit meinen ersten Tagen in der Gemeinde sind mir auch dort zahlreiche Probleme bekannt, die es noch zu lösen gilt. Mein alter Chef in der Sparkasse sagte immer, dass nicht das Anfangen, sondern das Durchhalten belohnt wird. Meine Amtszeit endet in weniger als drei Jahren. Es ist also nicht die richtige Zeit, Projekte anzufangen, sondern zu Ende zu bringen. Spontan fallen mir zahlreiche Baustellen ein, wie beispielsweise der Glasfaserausbau, die Kindertagesstätte Ausleben, das Co-Working-Space in Kroppenstedt, die Kindertagesstätte und das neue Gerätehaus für Wulferstedt sowie der Edelhof in Gröningen. Sie merken also, dass ich bereits zum Amtsantritt viele Projekte angeschoben habe. Ob ich tatsächlich alles bis zum Januar 2024 fertigstellen kann, bleibt abzuwarten. Dennoch werde ich die ab Sommer eingesparte Zeit für den Ersatzneubau dringend für die anderen Projekte benötigen.

Vielen Dank fürs Gespräch.